Logo editorial (Grafik: br-medienagentur)„Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: Was will eine Frau eigentlich?“
(Sigmund Freud)

Etwas gestutzt habe ich schon, als ich am Rande einer Recherche auf dieses Zitat des Begründers der Psychoanalyse, des österreichischen Neurologen Sigmund Freud, stieß. Und genau seine Frage „Was will eine Frau eigentlich?“ passt zum Monat März, wie – salopp gesagt – Faust aufs Gretchen.
Denn am 08. März wird der Internationale Frauentag weltweit begangen. Und es waren Frauen verschiedenster sozialistischer Organisationen, die bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, ausgehend von Bewegungen in Amerika, unter anderem für das Wahlrecht für Frauen, für Gleichberechtigung und für die Emanzipation von weiblichen Arbeitskräften kämpften. In Deutschland setzten sich vor allem die Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker für die Rechte von Frauen ein.
Und all diese Frauen wussten, was sie wollen.
Angespornt durch die Erfolge der Demonstrationen in Übersee, die Frauen der „Sozialistischen Partei Amerika“ initiiert hatten, wurde bei der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910, auf Vorschlag von Clara Zetkin, beschlossen, jedes Jahr einen Frauentag zu veranstalten.
Ohne noch detaillierter auf die nachfolgenden, positiven historischen Entwicklungen einzugehen, kann man zu dem Ergebnis kommen, dass sich das Engagement der Protestlerinnen weitestgehend ausgezahlt hat und die Rechte von Frauen sich denen der Männer in den Folgejahren bis heute immer mehr annäherten. Wenn auch in rezenter Zeit noch einiges im Argen ist, wie beispielsweise gleicher Lohn bei gleicher Arbeit, ist doch ein zuversichtlicher Wandel weiter in Sicht. Kritisiert hatte die Ungleichbehandlung von Frauen gegenüber Männern in Gesellschaft und Beruf die 2001 verstorbene deutsche Politikerin Regine Hildebrandt mit den Worten: „Zu einem 400-Meter-Lauf treten ein Mann und eine Frau an. Der Mann mit zwanzig Metern Vorsprung und im sportlichen Outfit. Die Frau mit Rucksack, aus dem zwei Kinder gucken, vor ihr mehrere Hürden. Da ist die Frage, wer schneller ist, müßig.“
Dementsprechend, also um ihre Gleichstellung mit dem männlichen Geschlecht in der Gesellschaft, im Beruf und in der Familie voranzutreiben, begehen Frauen auf der ganzen Welt jedes Jahr am 08. März den Frauentag mit Veranstaltungen, die sich in vielen Kommunen sogar über den gesamten Monat März hinziehen, auch in unserer Region, und nicht nur für Frauen, die sehr wohl wissen, was sie wollen, sondern auch für Männer, die ihr Interesse zeigen sollten.
In einem Interview, das die deutsche „Vorzeige-Emanze“ Alice Schwarzer, bekannt als Gründerin und Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“, im Jahr 2010 der „Frankfurter Rundschau gab, setzte sie sich gar für die Abschaffung dieses „gönnerhaften 8. März“ ein und empfahl, „aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer“ zu machen. Doch hier kann ich nicht mitreden, denn für mich ist – meine Ehefrau betreffend – jeder Tag im Jahr ein Frauentag. So, jetzt ist’s raus! Nachahmung empfohlen!
Ihr
Herausgeber