Wertvolle Punktschrift

Wert der Punktschrift Braillezeile (Foto: Michel Arriens)Wert der Punktschrift Braillezeile (Foto: Michel Arriens)
„Wenn ich die Punktschrift nicht könnte, wäre das für mich beinahe schon Analphabetismus,“
sagt Dr. Aleksander Pavkovic. Dieser Satz sagt sehr viel über die Bedeutung der Punktschrift aus. Im Jahre 1825 wurde sie von Louis Braille erfunden. Am 4. Januar 1809 wurde er geboren.
Blinde Menschen nutzen Punktschrift, sogenannte Brailleschrift, um sich zu orientieren und im Alltag zurechtzukommen. Der Wert der Punktschrift ist vergleichbar mit der Erfindung der Schrift oder des Buchdrucks: Sie hilft blinden Menschen, sich im Alltag zurechtzufinden. Die Stockwerkangaben an Aufzügen sind mit Braille versehen, genauso wie Medikamentenschachteln, Handläufe an Treppenaufgängen oder Produktverpackungen.
Zeitungen, Zeitschriften und Bücher erscheinen in Punktschrift. Alltagsgegenstände wie CDs oder Gefäße können mit selbstklebenden Bändern versehen werden, in die Punktschrift geprägt wurde. Blinde Musikerinnen und Musiker erschließen sich die Musik mit der Braille-Notenschrift. Auch dieses System geht direkt auf Louis Braille selbst zurück, entwickelt vier Jahre nach dem Code für Buchstaben und Zahlen.
Der Computer mit angeschlossener Braillezeile, die den Bildschirmtext in Punktschrift abbildet, ist für viele blinde Menschen zum wichtigsten Hilfsmittel geworden. Nun können sie Texte in Schwarzschrift lesen und schreiben, Fahrpläne im Internet nachschlagen, E-Mails schreiben und sich mit anderen Menschen austauschen. Auch der gemeinsame Schulbesuch blinder und sehender Kinder ist durch den Einsatz des Computers mit Braillezeile viel einfacher geworden.
„Sehr gut erinnere ich mich noch, wie ich meinen ersten Brailleschrift-Brief an meine Oma schrieb. Das war etwa ein Vierteljahr nach Schulbeginn, im Advent. Natürlich musste mein Brief mithilfe eines Alphabetes dann von Hand in Schwarzschrift abgeschrieben werden. Aber es zeigt: Die Schrift lässt sich wohl in der Regel in etwa genauso schnell erlernen wie die Schrift, mit der sehende Menschen kommunizieren,“ sagt Aleksander Pavkovic.




Gundhild Heigl
Leitung Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
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