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Der Donaulauf zwischen Neustadt und Kelheim zählt zu den wertvollsten Donauabschnitten in ganz Bayern.

Die Pflege der Auenlandschaft der Donau zwischen Neustadt a.d. Donau und Kelheim erfordert einen hohen personellen und materiellen Einsatz (Foto: VöF)Die Pflege der Auenlandschaft der Donau zwischen Neustadt a.d. Donau und Kelheim erfordert einen hohen personellen und materiellen Einsatz (Foto: VöF)
Es handelt sich dabei um eine der letzten frei fließenden und nicht staugeregelten Fließstrecken und einen der fischartenreichsten Flussabschnitte in Deutschland. Die Flussaue mit ihren Fließgewässern, Uferzonen, Kies-, Sand-, Schlammbänken, Auwäldern, Röhrichten und Altwässern ist weitgehend intakt. Die Stromtalauen mit ihrem charakteristischen Artenspektrum zählen im gesamten Bundesgebiet zu den seltensten und am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Von hoher Bedeutung ist die direkte Nachbarschaft von Nass- und Feuchtflächen in der Donautalsohle mit den angrenzenden Trockenstandorten an den Leiten. Daraus resultiert die enorme Arten- und Biotopvielfalt mit beispielsweise 76 Arten der Roten Liste Bayerns und Deutschlands.
Vor Kurzem tagte die Trägergemeinschaft und die projektbegleitende Arbeitsgruppe im Landratsamt Kelheim, um über die Entwicklung des BayernNetzNatur-Projekts Donautal zwischen Neustadt und Weltenburg und die zukünftigen Planungen informiert zu werden und Bilanz zu ziehen.
Das Personal für die Pflege muss fachkundig sein (Foto: VöF)Das Personal für die Pflege muss fachkundig sein (Foto: VöF)
Die Trägergemeinschaft besteht aus dem Landkreis Kelheim, den Städten Kelheim und Neustadt, der Wildland-Stiftung Bayern und dem federführenden Landschaftspflegeverband Kelheim VöF. Zur projektbegleitenden Arbeitsgruppe gehören die Regierung von Niederbayern (Höhere Naturschutzbehörde), die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Kelheim, das Wasserwirtschaftsamt Landshut, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg-Landshut, das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern, die Fachberatung für Fischerei Bezirk Niederbayern, der Kreisverband Kelheim des Bayerischen Bauernverbands, der Kreisfischereiverein Kelheim, die Neustädter Fischerfreunde, der Kreisjagdverband Kelheim, der Bund Naturschutz Kreisverband Kelheim und die Kreisgruppe Kelheim des Landesbunds für Vogelschutz.
In seiner Begrüßung dankte Landrat und VöF-Vorsitzender Martin Neumeyer allen Beteiligten für die Zusammenarbeit und lobte: „Im Donautalprojekt ziehen der Landkreis Kelheim, die Städte Kelheim und Neustadt a.d.Donau, der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. die Wildland-Stiftung Bayern sowie alle Fachbehörden und -verbände an einem Strang. Das ist vorbildlich.“ VöF-Geschäftsführer Klaus Amann ergänzte: „Ohne diese konstruktive Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe aber auch mit den Landwirten und den Flächeneigentümern wären die Erfolge des Projekts so nicht möglich gewesen“. Das vierte Projektjahr neigt sich nun dem Ende entgegen. Somit verbleibt noch ein weiteres Jahr bis zum Projektabschluss Ende 2023. Grund genug, eine erste Bilanz zu ziehen: Bisher sind über 100 Grundstücke im Wert von rund 1,2 Millionen Euro und einer Fläche von 37 Hektar gekauft worden und stehen zukünftig für Schutz und Entwicklung der herausragenden Flora und Fauna zur Verfügung. Über 60 Pflegemaßnahmen wurden durchgeführt, mit denen konkrete Ziele für die Natur und den Klimaschutz umgesetzt werden. Dazu zählen z.B. Schutz und Neuanlage von Feuchtwiesen, Verbesserungen für die Hüteschäferei und Einsatz von Ziegen, Mähgutübertragungen, Entbuschungen, Pflege von Amphibienlaichgewässern, Vergrößerung des Lebensraums für seltene Ackerwildkräuter und die Pflege historischer Kopfweiden. „Die Zahlen und die durchgeführten Maßnahmen sprechen eine eindeutige Sprache. Die gesteckten Ziele insbesondere im Bereich des Flächenankaufs konnten erreicht, ja deutlich übertroffen werden“, so Wolfgang Lorenz von der Regierung von Niederbayern.
Kern vieler Maßnahmen ist der Schutz durch Nutzung. Denn die neu geschaffenen Biotope können meist nur erhalten werden, wenn sie langfristig extensiv landwirtschaftlich genutzt werden und dies ohne den Einsatz von Düngern und Pflanzenschutz. Laut Andreas Frahsek vom VöF gebühre auch den vielen privaten Flächeneigentümern großer Dank, die ihre Grundstücke zwar oftmals nicht verkaufen möchten, aber für konkrete Naturschutzmaßnahmen gerne zur Verfügung stellen. Der Bayerische Naturschutzfonds fördert das Donautalprojekt mit über 80%. Neustadts Bürgermeister Thomas Memmel lobt diese große finanzielle Unterstützung und hebt die unbürokratische Handhabung mit dieser Förderung hervor und sieht weiteres Entwicklungspotenzial vor allem im Klimaschutz. So könne man effizient und zielgerichtet arbeiten. „In den zurückliegenden Jahren ist im Donautal schon vieles erreicht und einiges angestoßen worden. Das gilt es nun auch langfristig weiter voranzutreiben und dazu möchte die Stadt Kelheim gerne ihren Beitrag leisten“ sagt Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger.
2023 soll die Aufstellung einer Kunstinstallation von Toni Schaller aus Neustadt a.d.Donau die große Bedeutung der Donau und ihrer umgebenden Landschaft für den Landkreis Kelheim den offiziellen Abschluss des Donautalprojekts markieren. Während den Sitzungen im Landratsamt wird draußen im Donautal weiter an der Landschaftsentwicklung gearbeitet: Ein im Lauf der Jahre immer größerer gewordenes Gebüsch auf einem Steilhang in Irnsing versperrt der Schafherde den Weg auf eine Wiese mit vielen bedrohten Pflanzen- und Tierarten. Ohne die Beweidung wird die Wiese in den nächsten Jahren verbuschen und ihren Artenreichtum verlieren. Ein Landschaftspflegetrupp schneidet dieses Gebüsch nun soweit zurück, dass die Schafe mit der Beweidung wieder ungehindert ihren „Landschaftspflegedienst“ zum Erhalt der Wiese verrichten können.
Projektdaten:
Projektname: BayernNetzNatur-Projekt Donautal zwischen Neustadt und Weltenburg
Träger: Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.; Wildland-Stiftung, Stadt und Landkreis Kelheim, Stadt Neustadt a.d.Donau
Zeitraum: 2019 bis 2023
Gesamtvolumen: 1.000 000 EUR
Förderung: Bayerischer Naturschutzfonds
Projektgebiet: 1.600 ha
Das Donautal von Neustadt bis Kelheim mit seinen flussbegleitenden Auen und Leiten zählt zu den wertvollsten Landschaften Bayerns. Es ist einer der letzten frei fließenden, nicht staugeregelten und fischreichsten Flussabschnitte in Deutschland.
Vorkommen von 76 Arten der Roten Liste
Projektschwerpunkte: Flächenankauf, Pflegemaßnahmen in der Aue und an den Leiten auf freiwilliger Basis, Öffentlichkeitsarbeit
Mit dem Donautalprojekt werden Maßnahmen im Bereich des Naturschutzes umgesetzt. Parallel dazu führt das Wasserwirtschaftsamt wasserbauliche Maßnahmen durch. Gemeinsame Planungsgrundlage ist das Ökologische Entwicklungskonzept.
 
 
Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.
Andreas Frahsek, Dipl.-Ing.
Landschaftsarchitekt ByAK
Baumkontrolleur FLL
Donaupark 13
93309 Kelheim
Tel.: 09441/207-7322
Fax: 09441/207-7350
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Internet: www.voef.de
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