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Landkreismotto (Grafik: Landratsamt Kelheim)Verschmutzte Straßen, die durch Regenfälle und Erdrutsche oder auch durch die Feldarbeit und die Ernte der Landwirtschaft verursacht werden können, bergen viele Gefahren. Gerade bei uns, im ländlich geprägten Raum, spielt diese Situation eine große Rolle.

Der Zeitraum im Spätsommer ist oftmals schon sehr verregnet, was dazu führt, dass die Wiesen und Felder matschig sind. Die Felder werden von Maschinen bearbeitet oder beerntet, die danach wieder die Straßen befahren. Dabei kommt es oft vor, dass sie an den Reifen hängenden Matsch und weiche Erde mit auf die Straße befördern und über mehrere Hundert Meter verteilen. Es entsteht eine schmierige glatte Oberfläche, die zu Rutschgefahr führen kann.

Eine weitere Gefahr birgt vor allem die Hopfenernte. Hier werden nach der Ernte die Hopfenreste auf die Felder gefahren, worin sich auch kleine Drahtreste befinden, die durch den Transport oder durch den Wind auf der Fahrbahn landen und sich leicht in den Gummi eines Reifens bohren können.

Laut Artikel 16 des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes gilt:

„Wer eine Straße über das übliche Maß hinaus verunreinigt, hat die Verunreinigung ohne Aufforderung unverzüglich zu beseitigen; andernfalls kann der Träger der Straßenbaulast die Verunreinigung auf Kosten des Verursachers beseitigen.“

Leider wird diese Beseitigungspflicht aber oft nicht ausreichend oder überhaupt nicht erfüllt.

Besondere Vorsicht ist geboten bei:
  • matschigen, nassen Straßen
  • Splitt und Sand auf den Straßen
  • heruntergefallenem Erntegut und Laub
  • beim Überholen von Nutz- und Erntefahrzeugen und bei derem Entgegenkommen
Pflichten der Landwirte:
  • bei eintägiger Dauer der Verschmutzung: Warnschilder aufstellen zur sofortigen Kennzeichnung der Gefahr
  • bei mehrtägiger Dauer: verkehrsrechtliche Anordnung durch das Landratsamt veranlassen um eine ordnungsgemäße Beschilderung und Absicherung herbeizuführen
  • Straßenreinigung mindestens täglich nach Arbeitsende, bei vielbefahrenen Straßen auch öfter
Tipps für alle Verkehrsteilnehmer:
  • langsam und aufmerksam fahren
  • bremsbereit sein
  • Luftdruck und Ventile der Reifen regelmäßig prüfen
  • Reifen auf Beschädigungen und Alterserscheinungen wie Risse, Beulen und eingedrungene Fremdkörper untersuchen
  • unregelmäßig abgefahrene Reifen austauschen
  • auf ein ausreichend tiefes Profil achten
Besondere Gefährdung von Motorradfahrern:

Motorradreifen sind auf glatter, schmieriger Fahrbahn schnell überfordert, außerdem ist die Fahrstabilität eines Motorrads sehr viel anfälliger als die eines PKW. Das Wegrutschen eines Reifens auf Matsch oder losem Untergrund kann weniger gut korrigiert werden – mit zum Teil verheerenden Folgen.

Mit gegenseitiger Rücksichtnahme, Verständnis für die Belange des jeweils anderen Verkehrsteilnehmers und vorausschauender Fahrweise kann hier viel erreicht werden.

Lukas Sendtner

Pressestelle

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