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  • BMVI erteilt Förderungsbescheid: Im Projekt KelRide werden 6 Partner aus Industrie,  öffentlicher Hand und Wissenschaft erstmals in Deutschland eine autonome,  wetterfeste und in den ÖPNV integrierte Ridepooling Lösung bis 2023 an den Start  bringen.

  • Das Projektkonsortium arbeitet an der Weiterentwicklung der Wetterbeständigkeit  autonomer Fahrzeuge und der tiefen Integration in den ÖPNV, um die Effizienz und  das Kundenerlebnis mit hochautomatisierten Fahrzeugen zu verbessern. Die Region  wird zum Zukunftsmodell für weitere Städte und Kommunen.

Berlin/Kelheim, 30. März 2021 - Mit der Übergabe des Förderbescheids am 29. März 2021  startet das Forschungs- und Entwicklungsprojekt KelRide nun offiziell. Mit dem neuen Projekt  KelRide wird das autonome Fahren im Landkreis Kelheim weiterentwickelt. Ziel des Projekts  ist die Einführung eines autonomen On-Demand Ridepooling-Dienstes, der direkt in das  öffentliche Verkehrsnetz integriert wird und unter allen Wetterbedingungen betrieben werden  kann.

Dazu wird ein bedarfsgerechter Ridepooling-Dienst für den Landkreis etabliert, der mit  elektrischen und hochautomatisierten Shuttles arbeitet. Der Dienst wird Teil des ÖPNV im  Landkreis Kelheim und auf einer Plattform betrieben, die die branchenführenden  Technologien und Erfahrungen der Konsortialpartner in den Bereichen autonome Fahrzeuge,  Flottenmanagement und On-Demand Mobilität in einer modernen Mobilitätslösung integriert.
Zudem sollen im Projekt die Planungs- und Prüfprozesse für die zukünftige Begutachtung  neuartiger hochautomatisierter Fahrzeuge für den Einsatz im Realbetrieb ab 2023 erarbeitet  werden.
Screenshot Förderbescheidübergabe (Foto: Lukas Sendtner/Landratsamt Kelheim)Screenshot Förderbescheidübergabe (Foto: Lukas Sendtner/Landratsamt Kelheim)
Status Quo des autonomen Fahrens
Das Projekt KelRide geht zwei der größten Hürden des autonomen Fahrens an: die Fähigkeit  von hochautomatisierten Fahrzeugen unter allen Wetterbedingungen sicher zu operieren und  die effiziente Integration automatisierter Mobilität in das ÖPNV-Netzwerk.
Derzeit schränken widrige Wetterbedingungen, wie z.B. starker Schneefall, Regen oder  Nebel, hochautomatisierte Mobilitätsangebote noch stark ein. Die hierdurch verursachte  Einschränkung in der Verfügbarkeit des Mobilitätsangebotes wird als eine der letzten  verbleibenden Herausforderungen angesehen. Das Projekt KelRide wird erstmals die Frage  beantworten, inwieweit durch den Einsatz bereits heute verfügbarer Sensortechnologien und  hierauf noch zu adaptierender Softwarelösungen zur Fahrzeugsteuerung und zum  intelligenten Flottenmanagement eine Allwettertauglichkeit in typischen mitteleuropäischen  Wetterverhältnissen erreicht werden kann und diese konsequente Systemarchitektur in  Kelheim zum Einsatz bringen.
Darüber hinaus werden mit dem Projekt KelRide erstmals in Deutschland hochautomatisierte  Fahrzeuge on-demand als moderne Form des ÖPNV intermodal buchbar sein. Bisher wird  diese Art von Fahrzeugen üblicherweise in einem Linienbetrieb auf einer festgelegten Route betrieben, während hier ein flächendeckender Betrieb mit dynamisch optimierter  Routenführung implementiert wird, der verschiedenste Fahrtzwecke abdecken kann.

Über das Projekt KelRide
Das Projekt KelRide läuft bis Ende 2023 und wird vom Bundesministerium für Verkehr und  digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Aktionsplans „Digitalisierung und Künstliche  Intelligenz in der Mobilität“ mit insgesamt rund 10,9 Millionen Euro gefördert. Die  Projektträgerschaft übernimmt die Bundesanstalt für Verwaltungsaufgaben (BAV).

Starke Partner aus Industrie, Landkreis und Forschung
„Zusammen mit starken Partnern werden wir im Landkreis Kelheim die Entwicklung einer  hochmodernen Technologie für eine zukunftsweisende öffentliche Verkehrsform vorantreiben.  Die Erkenntnisse, die wir aus „KelRide“ gewinnen, dienen als möglicher Lösungsansatz für  vergleichbare Mobilitätssysteme in anderen Gebieten, um die regionale Erreichbarkeit der  Bevölkerung nachhaltig zu sichern.“ bemerkt Landrat Martin Neumeyer.
MdB Florian Oßner: "Ridesharing ist eines der vielversprechendsten Mobilitätsmodelle der Zukunft. Es ist richtig, dass dieses Forschungsvorhaben im Landkreis Kelheim, der ja auch bereits mit dem Rufbus-System "Kexi" Vorreiter für nachhaltige und effiziente Verkehrsprojekte ist, ins Rollen kommt und durchstartet. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrsentlastung in der Region", betont Oßner.
Der Landkreis Kelheim unterstützt bei der Entwicklung der Use Case-Definition und begleitet  das Setup sowie die Durchführung des Probebetriebs. Die Bedarfe im Landkreis Kelheim  liegen dabei einerseits in der Optimierung des ÖPNV und in der Erstellung zusätzlicher,  zielgruppenspezifischer Angebote und andererseits in einer Reduzierung des herkömmlichen  motorisierten Individualverkehrs.
Die Unternehmensberatung P3 Group unterstützt dabei, indem sie anhand ihrer  Projektmanagementkompetenz und gesamtheitlichen Organisation den pünktlichen Ablauf  und nachhaltigen Projekterfolg sichert. Zudem fließt die Expertise der Berater in die  Berechnung des Business Case sowie in die Ausarbeitung des Verwertungskonzeptes als  Skalierung auf weitere Kommunen ein. „Für die P3 group als auf Mobilität der Zukunft und  deren Technologie spezialisierte Unternehmensberatung stellt „KelRide“ ein hochspannendes  Projekt dar. Wir glauben, dass das sehr durchdachte Grundprinzip von „KelRide“ als  skalierbare Blaupause für eine Vielzahl von Städten und Landkreisen deutschlandweit dienen  kann.“, sagt Marco Dargel, Partner Autonomes Fahren.
Das Fachgebiet Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik der Technischen Universität  Berlin simuliert das Mobilitätsverhalten im Landkreis Kelheim und untersucht modellgestützt  die Wirkungen der verschiedenen Shuttle-Konzepte unter Einsatz der agenten-basierte  Verkehrssimulation MATSim (Multi-Agent Transport Simulation).
Via, der führende Anbieter von On-Demand ÖPNV-Lösungen, wird die Buchung, das Routing,  die Zuweisung von Passagieren und Fahrzeugen, das Kundenerlebnis und das  Flottenmanagement als Teil einer neuartigen Mobilitätslösung für die tiefgehende Integration  autonomer und hochautomatisierter Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr optimieren. Via  hat bereits umfassende Erfahrung mit der Nutzung der eigenen Technologieplattform zur  Integration von autonomen Fahrzeugen in bedarfsgerechte ÖPNV-Angebote.
“Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit unseren Partnern und aufbauend auf unserer Via Technologieplattform ein in Deutschland einzigartiges Innovationsprojekt auf die Straße zu  bringen, welches verspricht, wegweisend für eine neue Generation von hochflexiblen,  autonomen ÖPNV-Verkehren zu werden”, sagt Valerie von der Tann, Via Geschäftsführerin  Deutschland. “Besonders für Kommunen im ländlichen Raum werden bedarfsgerechte  autonome On-Demand-Verkehre im Rahmen des ÖPNVs eine große Chance darstellen, den  Zugang zu Mobilität radikal zu verbessern und im wahrsten Sinne des Wortes den Anschluss  zu sichern.”
Das Technologieunternehmen EasyMile stellt dafür seine innovativen EZ10 Shuttles zur  Verfügung, als auch seine Expertise im Gebiet der Automatisierung von Plattformen, um  gemeinsam mit den Konsortialpartnern die Technologie autonomer Fahrzeuge  weiterzuentwickeln. “Allwettertauglichkeit ist nach wie vor eine Hürde, die autonome  Fahrzeuge nehmen müssen. Die Weiterentwicklung unserer einzigartigen Technologie  ermöglicht die nötige Zuverlässigkeit, mit der autonome Mobilitätskonzepte zu einer rentablen  Erweiterung des ÖPNV werden, um so einen echten Service zu bieten. Wir sind sehr stolz  darauf, an so einem bedeutsamen Projekt teilzuhaben.", sagt Gilbert Gagnaire, Gründer und  CEO von EasyMile.
TÜV Rheinland erforscht und erprobt Methoden und Prozesse für die Prüfbarkeit des  Systems, führt alle für die geplante Straßenzulassung erforderlichen Tests durch und  unterstützt bei der Kommunikation mit den Genehmigungsbehörden. „Da für uns das Motto  „Vision Zero“ Programm ist, bringen wir gerne unsere langjährige Erfahrung mit  hochautomatisierten Systemen und die wachsende Kompetenz innerhalb von KI Anwendungen in zukunftsweisende Vorhaben wie das KelRide Projekt ein.“, so Dr.-Ing.  Michael Fübi, Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland AG.


Weitere Informationen:

https://drive.google.com/drive/folders/1YQxNHzw0CdA-m4mtCvXi0AptBUazDcnh


https://drive.google.com/drive/folders/1eoKxWyzeop2i6Y-e06uho5wcNNGp3CX2