Staatliches Bauamt Landshut mit  neuem Pflegekonzept für mehr biologische Artenvielfalt

Das Staatliche Bauamt Landshut setzt auf ein neues ökologisches Mähkonzept – wie hier an der St 2143 südlich von Rottenburg a. d. Laaber. (Foto: Tobias Nagler/Staatliches Bauamt Landshut)Das Staatliche Bauamt Landshut setzt auf ein neues ökologisches Mähkonzept – wie hier an der St 2143 südlich von Rottenburg a. d. Laaber. (Foto: Tobias Nagler/Staatliches Bauamt Landshut)
Biologische Artenvielfalt und Straßen – zwei Bereiche, die vielleicht nur auf den ersten Blick nicht so recht zusammenpassen. Denn die Grünflächen und Straßenböschungen entlang von Straßen und Wegen sind Rückzugsorte für viele heimische Insektenarten und Kleintiere, die in der Fläche durch intensive Landnutzung kaum mehr geeignete Lebensräume finden. Mit einem neuen Pflegekonzept leistet das Staatliche Bauamt Landshut einen wertvollen Beitrag für mehr Artenschutz entlang der Bundes- und Staatsstraßen.
Die aktuell verbreitetste Form der Pflege von Grünflächen entlang von Straßen ist die Mulchmahd. Dabei wird das Material geschnitten und bleibt stark zerkleinert auf der Fläche liegen. Die Mulchmahd hat einige ökologische Nachteile, da der Lebensraum vieler Insekten und Kleintiere zerstört wird und diese zudem nicht selten bei der Mahd getötet werden.
Das Staatliche Bauamt Landshut setzt auf ein neues ökologisches Mähkonzept – wie hier an der St 2143 südlich von Rottenburg a. d. Laaber. (Foto: Tobias Nagler/Staatliches Bauamt Landshut)Das Staatliche Bauamt Landshut setzt auf ein neues ökologisches Mähkonzept – wie hier an der St 2143 südlich von Rottenburg a. d. Laaber. (Foto: Tobias Nagler/Staatliches Bauamt Landshut)
Hier setzt das neue Pflegekonzept an: Eine Wiesenfläche, die bisher gemulcht wurde, kann durch den Einsatz schonender Geräte, durch Mähgutabfuhr und optimierten Mähzeitpunkt zu blütenreichem Magergrünland entwickelt werden. In sogenannten „Auswahlflächen“, die ein hohes ökologisches Aufwertungspotential besitzen und eine Mindestgröße von 500 Quadratmetern sowie eine Mindestbreite von drei Metern vorweisen, wird auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie eine Mulchmahd komplett verzichtet. Besonders geeignet sind hierbei Böschungsbereiche, die nur in geringer Entfernung zu Naturschutzgebieten, Biotopen oder Ausgleichsflächen liegen und ein Vorkommen gefährdeter oder geschützter Tiere und Pflanzen vorweisen. Dies ermöglicht eine besondere Vernetzung der Lebensräume von Pflanzen und Tieren. Bei den Mäharbeiten (zumeist 1. Schnitt im Juni, 2. Schnitt im August) werden Maschinen wie der Balkenmäher eingesetzt, die ein schonenderes Mähen ermöglichen. Durch eine Mindestmahdhöhe von zehn Zentimetern werden Verluste der bodennahen Fauna deutlich reduziert. Außerdem lassen sich dadurch Bodenverletzungen vermeiden, die das Einwandern von „Problempflanzen“ wie etwa Kreuzkräuter oder Neophyten begünstigen. Nach der Mahd wird das Mähgut einen Tag liegen gelassen, um eine Notreife und Aussamung der geschnittenen Wiesenfläche respektive der Vegetation zu ermöglichen. Zudem erhalten Kleintiere die Möglichkeit, rechtzeitig in noch nicht gemähte Abschnitte abzuwandern.
„Manche Grünflächen entlang unserer Bundes- und Staatsstraßen wirken aufgrund der weniger intensiven Pflege vielleicht etwas unordentlich und unaufgeräumt, bieten jedoch ökologisch gute Voraussetzungen für die Etablierung geeigneter Lebensräume für Flora und Fauna“, sagt Robert Bayerstorfer, Bereichsleiter Straßenbau am Staatlichen Bauamt Landshut: „Durch das neue Konzept werten wir ausgewählte Flächen auf, da dort mehr blüht und speziell unsere heimischen Insekten und Kleintiere besonders gefördert werden können.“
Gut zu wissen: Um die Verkehrssicherheit jederzeit zu gewährleisten, wird im unmittelbaren Straßenrandbereich wie bisher ein häufiger Schnitt und eine intensive Pflege angewandt.
Die neue Pflegemaßnahme ist ein Baustein des Konzepts „Ökologische Aufwertung von Straßenbegleitflächen entlang von Bundes- und Staatsstraßen“ des bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr. Durch die Entwicklung von artenreichem Magergrünland, blütenreicher Pflanzenbestände und Saumbiotope sollen das Lebensraum- und Nahrungsangebot sowie der Blüten- und Strukturreichtum erhöht werden. Ziel ist zudem, Tier- und Pflanzensamenverluste bei den Pflegegängen deutlich zu minimieren und den Biotopverbund in Bayern weiter zu fördern.
Das Staatliche Bauamt Landshut, eines von 22 Bauämtern des Freistaats Bayern, betreut rund 275 km Bundes- und 641 km Staatsstraßen in den Landkreisen Kelheim, Dingolfing-Landau und Landshut sowie die Bundesstraßen in der Stadt Landshut. Drei Straßenmeistereien sorgen dafür, dass dieses wichtige Straßennetz Sommer wie Winter in einem verkehrssicheren Zustand ist.
Tobias Nagler
Staatliches Bauamt Landshut
Telefon: 0871/9254-114
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