Im Zuge ihrer Sommertour informierten sich die drei SPD-Abgeordneten Ruth Müller, Rita Hagl-Kehl und Christian Flisek bei einem Arbeitsfrühstück darüber, wie es um die Kurorte Bad Griesbach, Bad Birnbach und Bad Füssing in Zeiten der Corona-Pandemie bestellt ist.
Arbeitsfrühstück Bad Griesbach: v.l.: Ruth Müller, Christian Flisek und Rita Hagl-Kehl (Foto: SPD-Niederbayern)
In Bad Griesbach seien die Anfänge von Corona schlimm gewesen, aber nun ginge es schrittweise bergauf, meint die Regionaldirektorin des Quellness Golf Resorts, Irene Mayer-Jobst. Der Lockdown und die damit einhergehenden Einschränkungen des normalen Lebens sorgten für tiefe Einschnitte der Hotel- und Tourismusbranche. Fast hundert Tage musste das Fünf-Sterne-Hotel Maximilian seine Türen geschlossen halten und konnte erst nach 99 Tagen wieder öffnen. Der Fürstenhof beherbergte 70 Tage lang keine Gäste und das Ludwig hat bis heute seinen Betrieb nicht mehr aufgenommen. Die Geschäfte liefen im Juli langsam wieder an. Eine Tatsache, die nach dem Wegfall von 50.000 Buchungen dringend erforderlich ist. Nur aufgrund der Kurzarbeit konnten 90 Mitarbeiter vor der Arbeitslosigkeit bewahrt werden. Trotz finanzieller Verluste habe das Wohl und die Gesundheit der Gäste oberste Priorität. „Wir wollen hier keine traurige Berühmtheit erlangen, weil wir wegen Corona nochmal zusperren müssten“, so die Regionaldirektorin, denn eines ist sich Mayer-Jobst sicher, einen weiter Schließung würden sie nicht überstehen. Betriebswirtschaftlich gesehen verspricht sich der Werksleiter der Wohlfühl-Therme, Franz Altmannsperger, von deren Öffnung wenig Erfolg. Es sei dennoch notwendig gewesen, um den Tourismus der Region wieder anzukurbeln. Eine Art wirtschaftliches Zugpferd sozusagen, denn die Thermenlandschaft stellt für viele Gäste ein attraktives Angebot dar, das sie während ihres Aufenthalts im Kurort gerne nutzen. Eine fortdauernde Schließung hätte wohl auch weniger Touristen zur Folge gehabt. Die laufenden Kosten können die geringen Einnahmen sicher nicht kompensieren, dennoch zeigt sich Altmannsperger optimistisch: „Jede Krise hat ihre Chance. Wir müssen es schaffen, den gesunden Aufenthalt zu vermarkten. Die Marke ´Urlaub dahoam´ müssen wir jetzt fest etablieren.“ Jürgen Fundke, Bürgermeister des Ortes Bad Griesbach, erwarte sich von der Politik mehr Unterstützung, schließlich ginge es um die Förderung eines der wichtigsten Wirtschaftszweige innerhalb der Region.
v.l.: Franz Altmannsperger - Werksleiter der Therme in Bad Griesbach, Rita Hagl-Kehl, Ruth Müller und Christan Flisek (Foto: SPD-Niederbayern)
Auch Bad Füssings Bürgermeister Tobias Kurz hat sich seinen Amtsantritt sicher anders vorgestellt. So musste dieser sich bereits zu Beginn großen Herausforderungen stellen: Neben Baumaßnahmen, die nicht mehr wie geplant fortgeführt werden konnten, hat der Kurort mit einem Rückgang von 62,2 % der Übernachtungen zu kämpfen. Der Tourismus laufe zwar langsam wieder an und das Minus habe sich mittlerweile auf 38,5 % reduziert, dem Ort fehle es jedoch noch immer an einem ansprechenden Erlebnis-Gesamtpacket, das Besucher lockt. Um weiterhin Zahlungsfähig zu bleiben, stellte die Kommune daher einen Antrag auf Erstattung der fehlenden Einnahmen des Kur- und Fremdenverkehrs beim Freistaat Bayern.
„Ich sehe das Glas halb voll und nicht halb leer“, sprach Viktor Gröll, Kurdirektor von Bad Brinbach. Die Übernachtungszahlen im Juli helfen dem Optimisten sehr. Die Übernachtungszahlen sind im Vergleich zum letzten Jahr im Monat Juli nur um 5 % gesunken. „Dies ist überaus erfreulich in solch schwierigen Zeiten. Vor allem im Bereich Camping und Ferienwohnungen ist es gut gelaufen, nur bei Hotelübernachtungen sind die Touristen noch etwas zögerlich“, fasste der Kurdirektor zusammen. Der ersten Bürgermeisterin Dagmar Feicht macht das klaffende Loch im Haushalt der Gemeinde große Sorgen. „Das Einnahmeloch entsteht durch den Wegfall der Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge“, erzählte Feicht. Trotz der gesunken Einnahmen müssen in Bad Birnbach die Golfplätze und Kurparks erhalten werden. Die Bürgermeisterin wünscht sich deshalb, dass man hier nicht mehr von freiwilligen Leistungen, sondern von Pflichtleistungen der Kommune spricht.
Die SPD-Abgeordneten wollen die Marke „Urlaub dahoam“ unterstützen und dafür werben, die freien Tage in der Region zu verbringen. Außerdem wollen sich Ruth Müller und Christian Flisek für eine bessere Prävention einsetzen und die Finanzierung der Kur überarbeiten. „Es kann nicht sein, dass eine Kur alleine getragen werden muss. Die Solidargemeinschaft muss ihren Beitrag leisten, dass die Arbeitskraft jedes einzelnen solange wie möglich erhalten bleibt“, betonte der Landtagsabgeordnete Flisek aus Passau. Der Geschäftsführer des Bayerischen Heilbäderverbands, Rudolf Weinberger pflichtete bei, dass die betriebliche Gesundheitsvorsoge nicht mit einem zusätzlichen Salat in der Kantine abgetan ist.


Janina Forster
Referentin im Bürgerbüro Ruth Müller, MdL
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