SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller (Foto: SPD-Niederbayern)Ruth Müller, MdL will Chancengleichheit auch für bayerische Studierende

Eine wahre Email-Flut junger Medizinstudenten aus ganz Bayern ist im Bürgerbüro der Landtagsabgeordneten Ruth Müller eingegangen. Besorgt wenden sich die Studierenden an die Abgeordnete, denn sie befürchten, dass ihnen durch die Absage des Staatsexamens erhebliche Nachteile sowohl in beruflicher als auch finanzieller Sicht entstehen. Der Hintergrund ist die Änderung des Infektionsschutzgesetzes und mit ihm die Ärztliche Approbationsordnung inkl. der jeweiligen Regelungen zu den Examina. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte verkündet, dass das M2 aufgrund der aktuellen Pandemie eigentlich verschoben wird, hat aber den Bundesländern die Möglichkeit eröffnet, anders zu entscheiden und das Examen dennoch durchzuführen. „Damit ist aus einem eigentlich nationalen, bundesweit einheitlichen Staatsexamen ein dem Föderalismus unterworfenes Länderexamen geworden, das Tür und Tor für darauf folgende Ungleichheiten eröffnet hat“, so Müller. Und tatsächlich haben die Bundesländer unterschiedlich entschieden: Von 15 Bundesländern mit medizinischen Fakultäten, haben sich 13 entschieden, das Examen auch unter den gegebenen Bedingungen durchzuführen, selbstverständlich unter Einhaltung des Infektionsschutzes. In einigen können die Studenten sogar wählen, ob sie das M2 wie geplant schreiben oder ob sie es im Anschluss an das PJ schreiben. Zwei Bundesländer allerdings sind ausgeschert und haben sich entschieden, das Examen im April nicht schreiben zu lassen, Bayern und Baden-Württemberg wollen das Examen erst 2021 durchführen. Die Folge wäre, dass die Studierenden nach Absolvierung des vorzeitigen praktischen Jahres den zweiten und dritten Abschnitt der ärztlichen Prüfung in kurzem zeitlichen Abstand voneinander in einem sogenannten „Hammerexamen“ bestehen müssen. „Wenn die Abiturprüfungen stattfinden sollen und im März noch die Kommunalwahlen stattfinden konnten, von denen jeweils deutlich mehr Menschen betroffen waren, dann sollte es auch möglich sein, unter Beachtung des Infektionsschutzes die Prüfungen für 1.500 Medizinstudierende an fünf Universitäten durchzuführen“, zeigt die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller wenig Verständnis für den bayerischen Sonderweg. Ansonsten steht zu befürchten, dass die Studierenden erst verzögert in das Praktische Jahr starten und durch den verspäteten Berufseintritt damit dem Land Bayern eine Kohorte an Ärzten fehlen wird. Insofern unterstützt die Abgeordnete die Forderungen der jungen Studierenden, die diese auch in einer Petition zum Ausdruck gebracht haben, die innerhalb von nur vier Tagen über 100.000 Unterstützungsunterschriften bekommen hat.

Sigrid Altweck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Bürgerbüro Ruth Müller, MdL
Nikolastraße 49
84034 Landshut Telefon:
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