Wie die Corona-Pandemie das kulturelle Leben verändert
Veronika Leikauf, Leiterin des Stadtmuseums Abensberg (Foto: br-medienagentur)Veronika Leikauf, Leiterin des Stadtmuseums Abensberg (Foto: br-medienagentur)
An Hand des Stadtmuseums von Abensberg lässt sich nachvollziehen, wie die Corona-Pandmie nicht nur Einschränkungen des allgemeinen Lebens brachte, sondern auch das kulturelle Leben fast komplett zum Stillstand brachte und noch bringt. Abensberg hat ein ansehnliches Museum zur Stadtgeschichte. Es ist zum einen im aufwändig saniertem Herzogskasten und zum anderen im Aventinum untergebracht. Mit Veranstaltungen und Sonderausstellungen trug das Stadtmuseum bisher viel zum Kulturleben in Abensberg bei. Seit der Corona-Pandemie hat sich dies schlagartig verändert. Gerade für eine Kleinstadt wie Abensberg ist ein Museum dieser Qualität eine finanzielle Herausforderung und es ist daher beachtenswert, mit welcher Zielstrebigkeit die Abensberger „ihr Museum“ ausbauten und pflegen. Wie es nun in der „Corona-Zeit“ dem Stadtmuseum erging und wie es weitergehen wird und muss hat die junge und sympathische Leiterin des Stadtmuseums, Veronika Leikauf dem Bad Abbacher Kurier erläutert.
Wie für viele Veranstaltungsunternehmen stand auch für das Stadtmuseum mit dem allgemeinen „Lock-down“ erst einmal alles still. Die Situation war für die Mitarbeiter des Stadtmuseums außergewöhnlich. Faktisch über Nacht waren die Planungen und Vorhaben der nächsten Zeit obsolet geworden. Dazu kam noch, dass niemand sagen konnte, wie lange dieser Stillstand anhalten wird und wie es überhaupt weitergehen soll. Es ging nicht nur darum, ob eine Veranstaltung verschoben werden soll, sondern ob sie überhaupt noch in einem vernünftigen Zeitrahmen durchführbar ist. Das mit viel Liebe und Akrebie aufgebaute Veranstaltungsprogramm des Stadtmuseums war und ist vorerst einmal zumindest in der jetzigen Form nicht mehr zu verwirklichen. Und gerade hier hat das Stadtmuseum von Abensberg doch so viel anzubieten. Seien es die szenischen Stadtführungen, welche besonders bei den Touristen so gut angekommen war oder die Veranstaltung „Wie es früher war…“, die bei Kaffee und Kuchen vor allem bei den Senioren/innen sehr beliebt war. Die Veranstaltungsprogramme für die Schulen und Kinder des Stadtmuseums mussten ebenfalls eingestellt werden. Nicht nur weil die Schulen ebenfalls geschlossen waren. Von den Veranstaltungen für Kinder wie zum Beispiel „Kindergeburtstag“ oder „Archäologie in der Box“, bei dem die Kinder selbst nach „verborgenen Schätzen“ suchen können waren sehr beliebt wie Veronika Leikauf betonte und dabei anmerkte, dass die Kinder mit den Exponaten des Museums sehr verantwortungsbewußt und vorsichtig umgehen. Der Museumsbetrieb für die Besucher und Interessierten war in der Zeit des „Lock-downs“ geschlossen. Aber auch das Programm für Veranstaltungen außerhalb des Museums ist nur noch bedingt durchführbar. Besonders der Besuch bei Schulklassen ist durch die Regelungen wegen Corona nicht mehr in einem sinnvollen Rahmen zu bewerkstelligen.

Doch auch jetzt, nachdem es zwar Lockerungen gibt, kann vieles nicht mehr angeboten werden, weil der Aufwand für die Veranstaltungen entweder einfach zu hoch wäre bzw. durch die „Corona-Auflagen“ bei den personellen wie räumlichen Gegebenheiten eine Durchführung der Veranstaltung nicht möglich machen.
Trotz der Corona-bedingten Situation ist selbstverständlich im Stadtmuseum für Veronika Leikauf und ihre Mitarbeiterinnen kein „Däumchendrehen“ angesagt. Die Planungen für ein geändertes Veranstaltungsprogramm unter den Bedingungen der Beachtung der Corona-Regelungen sind am laufen und es werden zurzeit alle Möglicheiten einer der neuen Situation gerecht werdenden Betriebsform durchexerziert. Eine Onlineversion des Programms des Stadtmuseums ist aber nur schwer möglich, da zum Besuch eines Museums eben auch das „persönliche Erlebnis“ in Form von Begehung und stofflicher Nähe zum Objekt steht und dies in einer virtuellen Form einfach nicht möglich ist. Das Befühlen eines Original-Feuersteins aus Arnhofen kann man eben nicht virtuell ermöglichen.
Inwieweit ein Ferienprogramm für die Kinder erstellt werden kann, ist noch offen. Der Tourismus ist durch die Corona-Pandemie ebenfalls nur noch rudimentär vorhanden und ein Wochenendbetrieb kann vorerst gleichfalls nicht stattfinden, da das ehrenamtliche Personal, bedingt durch das Alter der Personen zum Großteil nicht einsetzbar ist. Die meisten ehrenamtlichen Mitarbeiter zählen durch ihr Alter zu den Risikogruppen für eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus und dies ist aus Gründen der Fürsorgepflicht nicht verantwortbar. Trotzdem ist Veronika Leikauf sicher, dass ein, wenn auch geänderter und vielleicht etwas veränderter Betrieb, des Stadtmuseums auch in Zukunft durchführbar sein wird, da die Stadt Abensberg sehr offen für neue Ideen ist.
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