Universität Regensburg und LGL starten Präventionsprojekt zu Stimmgesundheit für Personal an bayerischen Schulen

Starten gemeinsam das Projekt Regensburger Stimmtraining: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Sven Hilbert (UR), Dr. Christian Gegner (UR), Prof. Dr. Caroline Herr (LGL), Dr. Wieland Kranich (UR), Prof. Dr. Anita Schilcher (UR), Dr. Sarah Becker (AMIS-Bayern), Jonas Trautner (UR),  Dr. Meike Sons (AMIS-Bayern), Victoria Heumann (AMIS-Bayern), Marina Giglberger (UR), Prof. Dr. Brigitte Kudielka (UR), Prof. Dr. Stefan Wüst (UR) (Foto: © Werner / LGL)Starten gemeinsam das Projekt Regensburger Stimmtraining: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Sven Hilbert (UR), Dr. Christian Gegner (UR), Prof. Dr. Caroline Herr (LGL), Dr. Wieland Kranich (UR), Prof. Dr. Anita Schilcher (UR), Dr. Sarah Becker (AMIS-Bayern), Jonas Trautner (UR), Dr. Meike Sons (AMIS-Bayern), Victoria Heumann (AMIS-Bayern), Marina Giglberger (UR), Prof. Dr. Brigitte Kudielka (UR), Prof. Dr. Stefan Wüst (UR) (Foto: © Werner / LGL)
Für Lehrkräfte sind die Anforderungen an die stimmliche Leistungsfähigkeit aufgrund der hohen täglichen Sprechzeit in Verbindung mit Umgebungslärm im Klassenzimmer besonders hoch. Der Frage, mit welchen Methoden das stimmliche Befinden verbessert werden kann und welche Rolle hierbei das empfundene Stresserleben spielt, widmet sich nun ein Präventionsprojekt zu Achtsamkeit und Stimme für Personal an bayerischen staatlichen Schulen. Ziel des „Regensburger Stimmtrainings“ (ReSt), das zum 1. Juli 2022 startet, ist die Entwicklung und wissenschaftliche Begleitung einer Webanwendung zur Prävention von Stimmstörungen bei Lehrkräften. Das Regensburger Stimmtraining ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Regensburg (UR) und des Arbeitsmedizinischen Instituts für Schulen in Bayern (AMIS-Bayern), welches derzeit am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aufgebaut wird.

UR-Psychologen veröffentlichen Studie zum Wohlbefinden von Lehrkräften

Die UR-Studie zeigt neue Wege auf, wie das Wohlbefinden von Lehrkräften gesteigert werden kann. (Foto: © Dr. Julia Haager/Universität Regensburg)Ein Forschungsteam der Universität Regensburg um Markus Forster, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie, Professor Dr. Christof Kuhbandner, Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie und Professor Dr. Sven Hilbert, Professor für Methoden der empirischen Bildungsforschung, hat eine Studie zum „Wohlbefinden von Lehrkräften“ durchgeführt.
Wie man aus der psychologischen Forschung weiß, rufen schlechte Ereignisse meist eine stärkere psychische Wirkung hervor als gute Ereignisse – ein Befund, der mit oft dem Ausspruch „Bad is stronger than good“ auf den Punkt gebracht wird. Ausgehend von diesem Befund haben die Regensburger Forscher die Frage gestellt, ob Schülerinnen und Schüler, welche unerwünschte Verhaltensweisen zeigen („bad“), einen größeren Einfluss auf das Wohlbefinden von Lehrkräften haben als Schülerinnen und Schüler, welche wünschenswerte Verhaltensweisen zeigen („good“). Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ veröffentlicht.
Um ihrer Fragestellung nachgehen zu können, wurden bei 250 Lehrkräften die verfolgten Ziele und erlebten Emotionen für Schülerinnen und Schüler gemessen, die wünschenswerte Verhaltensweisen zeigen (z. B. Schüler, die im Unterricht aufpassen, ihre Arbeit rechtzeitig erledigen und eine positive Einstellung zum Lernen haben) und unerwünschte Verhaltensweisen zeigen (z. B. Schüler, die den Unterricht stören, ihre Arbeit nicht zu Ende bringen und eine negative Einstellung zum Lernen haben). Zudem wurden verschiedene Formen des Wohlbefindens (evaluatives, affektives, psychologisches, berufsbezogenes Wohlbefinden) der Lehrkräfte erhoben.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Wohlbefinden der Lehrkräfte relativ stark mit den Zielen und Emotionen für Schülerinnen und Schüler, die unerwünschte Verhaltensweisen zeigen, zusammenhängt: Je höher die verfolgten Ziele und je positiver die erlebten Emotionen, desto höher das Wohlbefinden. Im Gegensatz dazu spielten die Ziele und Emotionen für Schülerinnen und Schüler, die erwünschte Verhaltensweisen zeigen, für das Wohlbefinden der Lehrkräfte keinerlei Rolle.
Die vorliegenden Befunde zeigen nun neue Wege auf, wie das Wohlbefinden von Lehrkräften gesteigert werden kann: Erstens, in dem Lehrkräfte den Zielen und Emotionen für Schülerinnen und Schülern, die wünschenswerte Verhaltensweisen zeigen, mehr Gewicht beimessen. Zweitens, in dem Lehrkräfte dabei unterstützt werden, sich auch für Schülerinnen und Schüler, die unerwünschte Verhaltensweisen zeigen, hohe Ziele zu setzen und die Interaktion mit solchen Schülern als emotional positiv erleben. Drittens, in dem angehenden Lehrkräften bewusst gemacht wird, dass das am häufigsten genannte Motiv für die Wahl des Lehrkraftberufs „weil ich gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeite“ nicht nur die Kinder und Jugendlichen einschließen darf, welche erwünschte Verhaltensweisen zeigen, sondern auch die, welche unerwünschte Verhaltensweisen zeigen.
Die veröffentlichte Studie ist im Rahmen des Teilprojekt „Meaningful Occupational REflection“ des durch die Qualitätsoffensive Lehrerbildung des BMBF geförderten Projekts „KOLEG2“ der Universität Regensburg entstanden, welches zum Ziel hat, Lehramtsstudierende bei der professionsbezogenen Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.
Originalpublikation:
Forster, M., Kuhbandner, C., Hilbert, S. (2022) Teacher Well-Being: Teachers’ Goals and Emotions for Students Showing Undesirable Behaviors Count More Than That for Students Showing Desirable Behaviors. Frontiers in Psychology (doi: 10.3389/fpsyg.2022.842231)
https://doi.org/10.3389/fpsyg.2022.842231
 
 
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Martin Zizlsperger für Paper im Bereich der ultraschnellen Nanoskopie ausgezeichnet

Martin Zizlsperger (rechts im Bld) bekommt den Preis überreicht. (Foto: © Becky Bosco / Optica)Martin Zizlsperger (rechts im Bld) bekommt den Preis überreicht. (Foto: © Becky Bosco / Optica)
Martin Zizlsperger stellte im Rahmen der „Conference on Lasers and Electro-Optics (CLEO)” in San Jose (USA) die jüngsten Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rupert Huber vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der Universität Regensburg vor.
Das Forscherteam aus Regensburg untersuchte neuartige Schichtkristalle, welche sich auf eine Dicke von nur wenigen Atomdurchmessern ausdünnen lassen. Die raffinierte Idee besteht nun darin, dass durch Stapeln und Verdrehen verschiedener atomar dünner Lagen, neuartige Materialeigenschaften etwa für effiziente Photovoltaik oder kompakte Computer der Zukunft maßgeschneidert werden können. Um die mikroskopische Funktionsweise solcher Strukturen zu verstehen, muss man die Bewegung von Elektronen direkt auf der unvorstellbar kurzen Zeitskala von nur wenigen Femtosekunden (1 fs = 0,000000000000001 s) und auf der Längenskala von wenigen Nanometern (1 nm = 0,000000001 m) verfolgen. Die Arbeitsgruppe hat hierfür ein weltweit einzigartiges ultraschnelles Supermikroskop entwickelt und damit den Zustandswechsel eines Materials von einem Isolator zu einem Metall untersucht, welcher durch die Wechselwirkung zwischen einer Vielzahl von Ladungsträgern auf der Quantenebene verursacht wird. Dieser als „Mott-Übergang“ bezeichnete Prozess wird seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert und konnte von dem Forscherteam erstmals eindeutig auf der Nanoskala quantifiziert werden. „Ein exaktes Verständnis der Ladungsträgerdynamik in diesen Materialien ist essentiell für die Nanotechnologie der nächsten Generation, um beispielsweise die Optimierung und Miniaturisierung von Solarzellen oder Transistoren bis hin zum atomaren Limit greifbar zu machen.“, erklärt Martin Zizlsperger.
Für seinen Vortrag und die bahnbrechenden Ergebnisse erhielt Zizlsperger den „Maiman Prize“, der jährlich von der weltweit führenden Gesellschaft für Optik und Photonik, genannt „Optica“, verliehen wird und mit 3.000 US-Dollar dotiert ist. Mit dem Programm werden Innovation, hervorragende Forschungsleistungen und Präsentationsfähigkeiten von Studierenden in den Bereichen Lasertechnik und Elektrooptik ausgezeichnet. Er entspricht einer der höchsten internationalen Auszeichnungen für Promotionsstudenten in diesem Forschungsbereich. Benannt ist er nach dem US-amerikanischen Physiker Theodore Maiman, welcher 1960 den ersten funktionstüchtigen Laser erfand. In ihrer Urteilsbegründung würdigte die Gesellschaft für Optik und Photonik Zizlspergers „effektive Präsentation und seine herausragenden Forschungsleistungen im Bereich der ultraschnellen Nanoskopie.“ Zizlsperger selbst sagt über die Preisverleihung: „Besonders als junger Wissenschaftler ist es inspirierend und ermutigend diesen Preis, benannt zu Ehren des Erfinders des Lasers, zu erhalten.“
 
 
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Herausragende wissenschaftliche Seminararbeiten von Schüler:innen unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Markus Blume ausgezeichnet

Die Juror:innen und Preisträger:innen der Dr. Hans Riegel-Fachpreise 2022. (Foto: © Universität Regensburg / Franz Dietl)Die Juror:innen und Preisträger:innen der Dr. Hans Riegel-Fachpreise 2022. (Foto: © Universität Regensburg / Franz Dietl)
Zum neunten Mal hat die Universität Regensburg die Dr. Hans Riegel-Fachpreise für besonders gute vorwissenschaftliche Arbeiten aus dem MINT-Bereich an Schülerinnen und Schülern aus Niederbayern und der Oberpfalz verliehen. In Kooperation mit der Dr. Hans Riegel-Stiftung wurden in den Fächern Biologie, Chemie, Mathematik und Physik die besten 12 aus knapp 100 Einsendungen ausgezeichnet.
Eine Jury aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Regensburg bewertete die Arbeiten nach wissenschaftlichen Kriterien, wobei eine gut herausgearbeitete Fragestellung, Kreativität bei Lösungsansätzen sowie ein deutlich erkennbarer praktischer Eigenanteil (z. B. in Form von Experimenten) besonders wichtig waren. So beschäftigte sich eine ausgewählte Arbeit etwa mit der Verbesserung der Eigenschaften von Kunststoffrecyclat durch Zugabe von Füllstoffen. Eine weitere Arbeit setzte sich mit Argumenten von Leugnern des anthropogenen Klimawandels auseinander, im Rahmen einer anderen Arbeit wurde eine autarke Wetterstation entwickelt.

Forschung der Universität Regensburg für das bayerische Handwerk

Logo Universität Regensburg (Grafik: Universität Regensburg)Die Universität Regensburg erhält gemeinsam mit drei Partnern aus dem bayerischen Handwerk bis zu 540.000 Euro von der bayerischen Forschungsstiftung für das Projekt „TRADEmark“. Das interdisziplinäre Konsortium besteht aus den Forschungsgruppen IoT-basierte Informationssysteme (Prof. Dr. Stefan Schönig) und Wirtschaftsinformatik II (Prof. Dr. Bernd Heinrich) der Universität Regensburg, den Handwerksbetrieben Richard Rank GmbH & Co. KG, Karl Grüner GmbH und Seessle Fußgesund GmbH, sowie den Softwareentwicklern der Maxsyma GmbH & Co.KG. Ziel des Projektes „TRADEmark“ ist die fundierte Integration von IoT-Objekten, erfassten Daten und Prozessen am Beispiel des Handwerks.
Wertschöpfungsprozesse werden heutzutage maßgeblich von Umweltfaktoren und kontextspezifischen Daten beeinflusst. Arbeitsabläufe besitzen eine sehr hohe Situations- und Kontextabhängigkeit, erfordern eine zeitliche und räumliche Koordination und zeichnen sich durch eine stark datengetriebene Steuerung aus. Die Arbeitswelt ist zunehmend durch eine große Anzahl von Geräten vernetzt, die typischerweise in elektronische Komponenten eingebettet und mit Sensoren und Aktoren ausgestattet sind. Insbesondere die modernen Technologien des Internet of Things (IoT), wie Sensoren und mobile Endgeräte, ermöglichen zum einen die Erfassung hochfrequenter Daten über den aktuellen Kontext von beteiligten
Personen und Objekten und zum anderen eine umfassende Steuerung und Planung von Prozessen und Anwendungsumgebungen. Mobile Benutzerschnittstellen können darüber hinaus durch eine kontextbezogene, flexible Aufgabenbearbeitung und neuartige Interaktionsmöglichkeiten unterstützen.
Im Projekt TRADEmark erfolgt eine wissenschaftlich fundierte Integration der beiden Technologien IoT und Prozessmanagement und die Entwicklung eines IoT-gestützten, prozessorientierten Verfahrens zur Digitalisierung, Automatisierung und Planung von Verwaltungs- und Wertschöpfungsprozessen. Die anwendungsorientierte Erforschung, Umsetzung und Evaluation erfolgt in bayerischen Handwerksbetrieben. Das Handwerk und die dortigen Wertschöpfungsprozesse sind aufgrund des Gewerkcharakters prädestiniert. Hier arbeiten gewöhnlich viele Akteure an einem gemeinsamen Gewerk: verteilt beziehungsweise mobil, zeitlich und räumlich koordiniert, ineinandergreifend und aufeinander aufbauend. Kontextbezogene Daten, erfasst durch IoT-Technologie, sind demzufolge für die Planung
und Umsetzung der Prozesse von herausragender Bedeutung.
 
 
Prof. Dr. Stefan Schönig
Professur für Wirtschaftsinformatik - insbesondere IoT-basierte Informationssysteme
Universität Regensburg
Tel.: +49 (0) 941 943-5633
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Terrassen, Fahrräder, Fensterscheiben: Seit Mai schon ist alles mit einer klebrigen, gelben Staubschicht überzogen. Es ist das Liebesspiel der Bäume, das sich vor unseren geröteten Augen abspielt. Warum sie es in diesem Jahr erneut besonders eilig haben, sich fortzupflanzen, hat mit der Klimakrise zu tun.
Blütenstaubwolke (Foto: ISTA/Credit: Shutterstock)Blütenstaubwolke (Foto: ISTA/Credit: Shutterstock)
In dichten gelblichen Wolken treibt der Wind seit Wochen die Pollen blühender Bäume übers Land. Besonders die Fichte, der häufigste Baum in österreichischen Wäldern, treibt es dieses Jahr bunt. Für Allergiker:innen ist er zwar unbedenklich, die Vielzahl verschiedenster Pollen in der Luft kann aber Schleimhäute und Augen reizen. Das Jahr 2022 ist ein sogenanntes Mastjahr – ein Jahr, in dem die heimischen Waldbäume massenhaft blühen. In allen anderen Jahren schonen sie sich, denn Fortpflanzung kostet viel Energie. In der Hoffnung auf weibliche Blütenstände zu treffen, verbreiten Bäume ihren Blütenstaub in rauen Mengen. Dabei gibt es Bäume, die ausschließlich weibliche oder männliche Blüten besitzen und solche, die beides in einer Baumkrone vereinen. Manche Baumarten bringen Blüten hervor, die sowohl weiblich als auch männlich sind.
Temperatur spielt eine Rolle
Normalerweise liegen einige Erholungsjahre zwischen zwei Mastjahren. Die Fichte blühte allerdings bereits in den Jahren 2018 und 2020 intensiv. Grund dafür könnte die rapide Erderhitzung sein: „Trockenheit und hohe Temperaturen stressen Bäume. Das kann bei Pflanzen zu vermehrter Blütenbildung führen, in der Hoffnung, dass ihre Samen und somit ihre nächsten Generationen überleben“, so Christina Artner, Pflanzenwissenschafterin am Institute of Science and Technology Austria (ISTA). Auch sind gestresste und unausgeruhte Bäume anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Warme Winter sorgen zudem für eine immer frühere Pollensaison.
 
Über das ISTA
Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) ist ein Forschungsinstitut mit eigenem Promotionsrecht. Das Institut beschäftigt Professor:innen nach einem Tenure-Track-Modell und Post-Doktorand:innen sowie PhD-Student:innen in einer internationalen Graduate School. Neben dem Bekenntnis zum Prinzip der Grundlagenforschung, die rein durch wissenschaftliche Neugier getrieben wird, hält das Institut die Rechte an allen resultierenden Entdeckungen und fördert deren Verwertung. Der erste Präsident ist Thomas Henzinger, ein renommierter Computerwissenschafter und vormals Professor an der University of California in Berkeley, USA, sowie der EPFL in Lausanne. Ihm folgt ab dem Jahr 2023 Martin Hetzer. www.ista.ac.at
 
 

Nach zweijähriger Abstinenz findet vom 12.Juni bis 17.Juni 2022 zum siebzehnten Mal die „Woche der Botanischen Gärten“ statt.

Logo der Universität Regensburg (Grafik: Universität Regensburg)Selbstverständlich ist hier auch der Botanische Garten der Universität Regensburg dabei. Das Thema der diesjährigen Veranstaltung „Neue Wilde – Globalisierung in der Pflanzenwelt“ wird den Besuchern durch zahlreiche Führungen für Jugendliche und Erwachsene nähergebracht. Treffpunkt für die Führungen ist jeweils der Eingang des Botanischen Gartens der UR vor den Gewächshäusern.
Die Globalisierung und das damit einhergehende Zusammenwachsen unterschiedlichster Regionen der Welt ist ein Phänomen, dass nicht nur in der menschlichen Gesellschaft zu beobachten ist. Global agierende Transport- und Reiserouten, sei es per Flugzeug oder Schiff, werden nicht nur von menschlichen Passagieren genutzt, sondern werden auch gerne von der Tier- und Pflanzenwelt als Transporthilfen angenommen. Beschränkte sich der Austausch von Organismen früher auf enge Grenzen, so ist der interkontinentale Waren- und Personenverkehr bewiesenermaßen ein Förderer dieser Globalisierung. Die „Woche der Botanischen Gärten“ beleuchtet das Thema u. a. in seinen Führungen von „Neophyten – Gefahr für unsere Ökosysteme!?“ (So. 12. Juni, 14 Uhr) bis hin zu „Nicht mehr wegzudenken – Wohlbekanntes Gemüse aus ehemals fernen Gefilden“ (So. 12. Juni, 15.30 Uhr).
Physiker und Humanwissenschaftler bekommen Förderung
Logo Universität Regensburg (Grafik: Universität Regensburg)Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert zwei Gründungsteams an der Universität Regensburg. Beide erhalten für die Dauer von jeweils 12 Monaten ein EXIST-Gründerstipendium, um einen Businessplan auszuarbeiten und sich mit Unterstützung der Gründerberatung an der Universität Regensburg auf ihre Unternehmensgründung vorzubereiten.
Das EXIST-Gründerstipendium ist ein Förderprogramm für innovative technologieorientierte Gründungsvorhaben und wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Ausschlaggebend für diese Förderung ist, dass es sich bei der geplanten Geschäftsidee um ein innovatives technologieorientiertes Gründungsvorhaben handelt oder um eine innovative wissensbasierte Dienstleistung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Ziel ist ein Produkt mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten. Beide im Frühjahr bewilligte Stipendien – eines aus der Fakultät für Physik und eines aus der Fakultät für Humanwissenschaften – haben die Jury überzeugt und die Teams arbeiten nun mit Hochdruck an der Realisierung ihrer Geschäftsidee.

Nach über zwei Jahren Pause zeigen zwei UR-Forscher:innen im Degginger wie unterhaltsam und spannend Wissenschaft ist

Die Uni Jazz Combo war für die musikalische Begleitung von „Uni goes Downtown“ verantwortlich.  (Foto: © Universität Regensburg/Julia Dragan)Die Uni Jazz Combo war für die musikalische Begleitung von „Uni goes Downtown“ verantwortlich. (Foto: © Universität Regensburg/Julia Dragan)
Endlich, nach über zwei Jahren coronabedingter Zwangspause ist das beliebte Live-Format „Uni goes Downtown“ in seiner dritten Auflage wieder zurück im Degginger, dem Kultur- und Kreativzentrum der Stadt Regensburg. Am Dienstagabend traf sich das Publikum, um in loungiger Atmosphäre bei Bier, Wein und Nüsschen den Vorträgen von Dr. Helena Fornwagner, Verhaltensökonomin am Lehrstuhl für empirische Wirtschaftsforschung der Universität Regensburg und Prof. Dr. John Lupton, Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der Universität Regensburg, anzuhören. Beide Wissenschaftler:innen zogen die Gäste mit ihren unterhaltsamen, etwa fünfzehnminütigen Vorträgen in ihren Bann. In den anschließenden Diskussionsrunden wurden die Fragen der Zuschauer beantwortet. Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Uni Jazz Combo.

UR-Psychologen veröffentlichen neue Studie zum Zeitempfinden

Logo Universität Regensburg (Grafik: Universität Regensburg)Schon früh in der Pandemie gab es in der Öffentlichkeit Debatten darüber, ob und wie sich das Zeitempfinden durch die pandemische Situation verändert hat. Bald folgten Studien aus aller Welt, die zumeist übereinstimmend berichteten, dass die jeweiligen Proband:innen das Zeitempfinden als verlangsamt empfänden. Allerdings ist es auch in nicht-pandemischen Zeiten durchaus normal, dass Menschen das Zeitvergehen als zu schnell oder zu langsam empfinden – in allen Studien, die langfristiges Zeitempfinden untersucht haben, ist es lediglich eine kleine Minderheit, die sagen das Zeitempfinden fühle sich weder besonders schnell noch langsam an. Alle bisherigen Studien konnten jedoch auf keine Vergleichsdaten aus der vorpandemischen Situation zurückgreifen.

DFG verlängert Förderung für Graduiertenkolleg 2339

Im Graduiertenkolleg IntcomSin werden komplexe mathematische Phänomene aus Medizin und Naturwissenschaften erforscht. (Foto: © Garcke/GRK 2339)Im Graduiertenkolleg IntcomSin werden komplexe mathematische Phänomene aus Medizin und Naturwissenschaften erforscht. (Foto: © Garcke/GRK 2339)

Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Montag, 9. Mai 2022, bekanntgegeben hat, verlängert sie die Förderung des Graduiertenkolleg (GRK) 2339 „IntComSin: Grenzflächen, komplexe Strukturen und singuläre Grenzwerte in der Kontinuumsmechanik - Analysis und Numerik“ aus der Mathematik der Universität Regensburg. Das Gemeinschaftaskolleg mit der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurde positiv begutachtet und kann nun in die zweite Förderphase von viereinhalb Jahren übergehen. Sprecher des Kollegs ist noch bis September 2022 Prof. Dr. Harald Garcke vom Lehrstuhl für Mathematik der Universität Regensburg. In der zweiten Förderphase geht die Sprecherschaft dann an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg über.

„Eine sehr gute Nachricht, die uns von der DFG aus Bonn erreicht hat, und eine mehr als verdiente Anerkennung für die hervorragende Arbeit, die dieses Graduiertenkolleg in der Forschung wie in der Nachwuchsförderung leistet“, gratuliert Präsident Prof. Dr. Udo Hebel dem Sprecher des bewilligten GRK, Prof. Dr. Harald Garcke. „Die erneute Förderzusage zeigt nicht zuletzt, dass der Ausbau von Ermöglichungsstrukturen für Forschende aller Qualifizierungsstufen an der Universität Regensburg Früchte trägt“, so Professor Hebel weiter.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir unsere erfolgreiche Arbeit in den nächsten viereinhalb Jahren fortsetzen können. In unserem Graduiertenkolleg bringen wir mathematische Theorie mit konkreten Anwendungen wie Tumorwachstum, Arterienverkalkung und Schadstoffausbreitung im Boden zusammen“, erklärt Sprecher Prof. Dr. Harald Garcke und fügt an: „Die Gutachtenden waren insbesondere von unseren engagierten und klugen Doktorandinnen und Doktoranden begeistert.“

Über das Graduiertenkolleg 2339
Der Bedarf an mathematischen Modellen, Methoden und effizienter Software ist aufgrund der wachsenden Nachfrage zur Vorhersage, Kontrolle und Optimierung in diversen Anwendungsfeldern (biologische Systeme, Medizin, Materialwissenschaften, Herstellungsprozesse) in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen. Die Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppen in Angewandter Mathematik an der Universität Regensburg und der FAU Erlangen-Nürnberg fokussieren auf alle Modellierungsfacetten, um komplexe Phänomene und Prozesse, die typischerweise Grenzflächen, Mehrskalen und kleine Parameter (singuläre Grenzwerte) beinhalten, besser zu verstehen. Neben einem breiten Fachwissen in Analysis, Numerik und wissenschaftlichem Rechnen blicken die Gruppen auf eine erfolgreiche, umfassend dokumentierte Zusammenarbeit zurück, die die gemeinsame Etablierung erstklassiger Bildungs- und Forschungsprogramme für Promovierende in einem DFG-finanzierten Graduiertenkolleg erlaubt. Das Graduiertenkolleg IntComSin ermöglicht Promovierenden eine vielfältige Ausbildung auf den Gebieten Mathematische Modellierung, Theoretische und Numerische Analysis, Partielle Differentialgleichungen, Variationsrechnung und Wissenschaftliches Rechnen. Des Weiteren wird hinsichtlich praktischer Anforderungen aus Forschung und Entwicklung der gebietsübergreifende Austausch gestärkt. Die Promotionsprojekte adressieren:
• Grenzflächen: Zweiphasen-Strömungen, Transportprozesse an Grenzflächen, strömungstechnische und elastische Effekte in Membranen, Fluid-Struktur-Wechselwirkungen;
• Komplexe Strukturen: Mehrskalen, Homogenisierung in porösen Medien, Mikro-Makro-Modelle für komplexe Fluide,Mikrostrukturen;
• Singuläre Grenzwerte & Dimensionsreduktion: Dünne Filme, Platten/Schalen und Balken, asymptotische Grenzwerte in Phasenfeldmodellen.
Das Qualifizierungskonzept besteht aus einem Studienprogramm mit speziell konzipierten Kursen, zweiwöchentlichem Seminar und Sommer- bzw. Winterschulen sowie aus der Betreuung der Promovierenden durch zwei Wissenschaftler mit sich ergänzenden Kenntnissen und einem Mentor (Postdoc). Das Konzept wird durch maßgeschneiderte Soft-Skills-Schulungen sowie einem Gast- und Austauschprogramm, um den Zugang zur internationalen Community zu eröffnen, vervollständigt. Eine frühzeitige wissenschaftliche Unabhängigkeit wird ausdrücklich unterstützt; dazu ist eine Kommission von Nachwuchswissenschaftlern in die Entscheidungen und Organisation von Aktivitäten eingebunden.
 
 
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