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Tausende bevölkerten die Innenstadt zum Jahrmarkt
v.l.: Johann Graml - der Halter des Rotviehs -, Riedenburgs Erster Bürgermeister Siegfried Lösch und Landrat Martin Neumeyer beim Anschneiden des gegrillten Ochsen v.l.: Johann Graml - der Halter des Rotviehs -, Riedenburgs Erster Bürgermeister Siegfried Lösch und Landrat Martin Neumeyer beim Anschneiden des gegrillten Ochsen "Fonse" (Foto: br-medienagentur)
Ganz Riedenburg war auf den Beinen und viele Besucher aus nah und fern kamen zum traditionellen Jahrmarkt in das malerische Städtchen Riedenburg im Altmühltal. Auch Trödel-Fans kamen auf ihre Kosten: Ein großer Flohmarkt rundete das mannigfaltige Angebot ab.
Doch bevor sich der Zug der Gäste in die Innenstadt bewegte, gab es zur Stärkung noch einen besonderen Leckerbissen, für den sich bereits am Vormittag die Hungrigen gern in eine lange Schlange einreihten: Der Riedenburger Bio-Rotviehochse „Fonse“ musste sein Leben lassen und wurde zur Freude aller Fleisch-Liebhaber im Fuchsgarten fast neun Stunden am Spieß gegrillt, um dann mit Knödeln und Krautsalat serviert, die Mägen der Gäste zu füllen.
A saubers Stückl hamse da de zwoa g´schleckerten (Bürgermeister Siegfried Lösch und Landrat Martin Neumeyer) aussagschnin (Foto: br-medienagentur)A saubers Stückl hamse da de zwoa g´schleckerten (Bürgermeister Siegfried Lösch und Landrat Martin Neumeyer) aussagschnin (Foto: br-medienagentur)
Doch zuvor kam illustre Polit-Prominenz, um dem Ochsen die „letzte Ehre“ zu erweisen. Landrat Martin Neumeyer, Bürgermeister Siegfried Lösch sowie Dipl.-Ing. Landespflege (FH) Klaus Blümlhuber, Geschäftsführer der VöF, vollzogen den symbolischen Anschnitt an „Fonse“, um sich dann, nach ihren Ansprachen, den leiblichen Genüssen mit einer großen Portion des leckeren Fleisches des Rotviehochsens hinzugeben. Und dieses Riedenburger Rotvieh ist wirklich etwas Besonderes: Auf den Weiden am Gleislhof in Riedenburg weidet das Rote Höhenvieh in der vierten Saison. Bereits die Kelten wussten die Vorzüge dieser Rinderrasse zu schätzen. Mit der zunehmenden Spezialisierung der Landwirtschaft konnte diese Rasse aber nicht mehr mithalten und wäre deshalb fast ausgestorben.
Im Rahmen des Altmühlleiten-Projekts ist es gelungen, die alte Form der Rinderbeweidung im Altmühltal mit einer historischen Rasse wieder aufleben zu lassen. Die Tiere verrichten den Sommer über ihren Dienst als Landschaftspfleger zum Erhalt und zur weiteren Extensivierung des artenreichen Grünlands mit botanischen Raritäten, wie beispielsweise der Orchidee „Bienenragwurz“. Die Größe der Herde richtet sich nach dem vorhandenen Aufwuchs, denn Zufüttern ist tabu. Die Milch der Kühe kommt ausschließlich den Kälbern zugute.
Nicht zuletzt entsteht dabei eine hochwertige regionale Fleischspezialität.
Am Nachmittag fand dann noch eine Exkursion zu den Weiden auf dem Gleislhof statt, bei der alle Interessierten vom Rinderhalter Johann Graml und der Naturparkrangerin Lucie Gruber, allerhand Wissenswertes über die Beweidung, über den Naturschutz und über das Rotvieh erfahren konnten.
Eine Rotvieh-Kuh mit ihrem Kalb (Foto: br-medienagentur)Eine Rotvieh-Kuh mit ihrem Kalb (Foto: br-medienagentur)