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Bad Abbacher Kurier

AKTUELL KRITISCH NEUTRAL UNVERWECHSELBAR

Der niederbayerisch-türkische Kabarettist ist „total normal“

Asuel1Eigentlich hatte sie, naja sie, die immer diese Kolumnen „B. trifft“ scheibt, sich so auf das Treffen mit dem Kabarettisten Django Asül gefreut. Alles war bereits Wochen vor seinem Auftritt im Bad Abbacher Kursaal arrangiert. Sie wusste auch vonseiten des Veranstalters, der KulturAgentur Alex Bolland, dass der redegewandte niederbayerische Türke – oder doch eher türkische Niederbayer – „total normal“ und nicht wie einige seiner Kabarettkollegen pressescheu ist. Nichts hätte also dem Meeting entgegengestanden. Doch erstens kommt es anders, als man zweitens denkt: Sie war an diesem Abend indisponiert, also erkrankt. So sprang ich als Substitut, sozusagen als Lückenbüßer, ein. Aber ich füllte die Lücke gern, denn Django Asül gehört mit Bülent Ceylan, einem Berufskollegen aus Mannheim, zu meinen absoluten Favoriten in der deutschen Kabarettszene.

Asuel2Bereits die Begrüßung durch Django Asül im spärlich möblierten Bühnenhinterzimmer des Kursaals war sehr freundlich: „Kum eini, i woas scho Bescheid. Woas megst denn ois wiss’n?“ Das freundschaftliche „DU“ war mir gleich sympathisch und aufgrund seiner niederbayerischen Sprachkenntnisse musste auch ich mich sprachtechnisch nicht verstellen. Ich hatte mir keine Fragen zurechtgelegt, ich wollte ihn einfach erzählen lassen. Doch es kam dann anders. Django stellte Fragen über Fragen, ich antwortete. Es interessierte ihn Bad Abbach allgemein, seine Bewohner, sein Regent, also der Rathauschef, einfach alles. Wir plauderten zwanglos fast bis zum Auftritt, denn als ich – feinfühlig, wie ich eben bin – mich angemessen verabschieden wollte, um ihm noch Gelegenheit zur Vorbereitung zu geben, meinte er nur: „Bleib’ nur do, a Vorbereitung brauch i ned.“, wobei die Betonung auf dem „i“ lag. Also auch in dieser Beziehung hebt er sich von seinen Kollegen der Künstlerszene ab.

 

Und auch für ein „Dankeschön“ ist sich Django Asül nicht zu schade. Er hatte vor sich den „Bad Abbacher Kur- und Geschäftsanzeiger“ Asuel3liegen und dankte artig für den Bericht über seinen Auftritt auf der Titelseite: „Des is a super Sach’, schee host des g’mocht.“, zückte einen Stift und signierte das Titelblatt. Selbstverständlich – oder doch nicht selbstverständlich – gab er mir noch die besten Genesungswünsche für sie, Sie wissen schon, für sie, die sich so auf ihn gefreut hatte, mit auf den Weg.

Und dann war es so weit. Der Star am Kabaretthimmel betrat den voll besetzten Kursaal, eigenwillig und eben anders, nicht durch den dafür vorgesehenen Bühneneingang, sondern durch die Nebentür, begrüßte die Gäste und fing an zu reden. Und ich traute meinen Ohren nicht: „A so a Schlitzohr!“ Hatte er doch in sein Programm „fragil“, so aus der Lamäng, Details eingebaut, die er nur aus unserem Gespräch, durch seine Fragen, erfahren haben konnte. Und plötzlich wurde aus Bad Abbach ein „mondäner“ Kurort, der „mondän“ sein musste, wenn doch vor dem Rathaus auf dem Parkplatz des Bürgermeisters ein Porsche steht, und weiter sinnierte er „Bad Abbach is für Rengschburg des, wos Kitzbühel für d’Minganer is.“ und hatte die Lacher auf seiner Seite. Aber so ist er halt: „Total normal“, eben ein niederbayerisch-türkischer Kabarettist.

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