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Bad Abbacher Kurier

AKTUELL KRITISCH NEUTRAL UNVERWECHSELBAR

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ein Mustang mit mehr als nur einer Pferdestärke
oder
Wie ein Traum wie eine Seifenblase platzte

Liebe Leserinnen und Leser, bei „B. trifft" sind Sie gewohnt, dass ich Ihnen mehr oder auch weniger prominente Zeitgenossen, die ich zufällig traf, einmal ganz privat vorstelle. Doch dieses Mal traf ich keine Persönlichkeit. Ich fand ein Automobil, das lange Zeit in den 1970er Jahren mein absolutes Traum-Auto war. Machen Sie mit mir eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Auto5Es ist Anfang der 1970er Jahre in einer kleinen hessischen Kreisstadt, die weit über die Grenzen Deutschlands durch die vielen Goldschmiedemanufakturen bekannt ist. Das Leben in der Stadt ist eher träge, als hektisch, nicht zu vergleichen mit der boomenden, nächstgelegenen Großstadt Frankfurt am Main, langweilig und zeitweise sogar etwas verträumt, als ob die dort lebenden und arbeitenden Menschen einem bekannten Märchen der beiden großen Söhne dieser Stadt, der Gebrüder Grimm, gerade entsprungen seien. Doch an Wochenenden wacht die Stadt aus ihrem Dornröschen-Schlaf auf.

Auto1Denn Hanau ist eine Garnisonsstadt der US-Army. Tausende GIs suchen an ihren freien Abenden Unterhaltung in den Discotheken und Kneipen. Um die Soldaten besser unter Kontrolle zu haben und damit die MP, die Military Police, bei Schlägereien schneller vor Ort sein kann, sind in allen Kasernenarealen auch Clubs eingerichtet, wo Live-Bands auftreten und wo auch deutsche Staatsbürger Zutritt haben. Auto2Spätere Rockstars, wie Bill Haley oder Jimi Hendrix, haben in Hanau in diesen Clubs ihre ersten Gigs. Und mich, das Abitur gerade in der Tasche, locken hauptsächlich die Funk- und Soul-Bands, die in keiner deutschen Disco spielen. An einem Samstagabend nehme ich mein Herz in die Hand und fahre mit ein paar Freunden in eben solch einen amerikanischen Club. Die Fahrt auf das Kasernengelände, vorbei am Wachpersonal gelingt einfach, doch an der Tür zum Club ist, Auto4zumindest vorerst, für mich „off-limits". Nur volljährige, deutsche Staatsbürger werden eingelassen. Ich bin jedoch erst 19. Manche meiner Freunde sind bereits 21 und werden nach Abgabe des Personalausweises, den man beim Verlassen des Clubs wieder bekommt, durchgewinkt. Auto7Manche und mit ihnen ich werden von den baumlangen, muskelbepackten Türstehern abgewiesen. Ich versuche es mit einem charmanten Augenzwinkern und lächele einen schwarzen Kontrolleur nett an. Hey, es klappte. Er gibt mir den Tipp, dass junge, deutsche Fräuleins in Begleitung eines Amerikaners auch als Nicht-Volljährige Einlass bekommen; ich solle am Eingang warten, er würde mir einen Begleiter suchen. Auto8Es dauert nicht lange und ein GI kommt solo. Mein freundlicher Türsteher erklärt dem Soldaten mein Problem, das sofort gelöst wird. Der Fremde hakt sich bei mir ein, ich gebe meinen Ausweis ab und erlebe einen tollen Abend tanzend zu Soul-Music und bestens unterhalten durch meinen Begleiter. In den Tanzpausen kommen wir ins Gespräch und ich erfahre, dass er in den USA verheiratet und Vater zweier Kinder ist. Uff, einen neuen Verehrer hatte ich mit ihm nicht an der Backe. Und ich erfahre noch etwas: Jeff, mein Tanzpartner, übrigens nicht nur an diesem Abend, fährt einen Ford „Mustang" Cabriolet. Ich bin begeistert, als er mir das Automobil zeigt und mit mir eine Runde auf dem Kasernengelände dreht. Auto9Ab diesem Abend ist der „Mustang" mein absolutes Traumauto. Doch leider liegt die Betonung auf „Traum". Der Traum platzt nämlich ziemlich schnell wie eine Seifenblase. Meine Eltern sind gegen die Anschaffung eines solchen „exotischen" Sportwagens, und ich bin auf ihre finanzielle Unterstützung angewiesen, und auch meine Freunde schütteln den Kopf: „So ein Auto fährt doch jeder Sergeant. Was willst du denn mit so einem Gefährt." Aus der Traum! Und auch in den folgenden Jahren ergibt sich nie die Möglichkeit, einen „Mustang" zu kaufen.
Über 40 Jahre später finde ich zufällig beim großen Classic-Car-Treffen, das jeden ersten Freitag im Monat im Pentlinger Gewerbegebiet an der BAB-Ausfahrt stattfindet, einen Ford „Mustang", der dem „meinen" aus den 1970er Jahren sehr ähnelt. Ich bin happy, denn die Erinnerung an längst vergangene Zeiten wurde wieder geweckt.
Liebhaber von „Classic Cars", von Bikes über Straßenkreuzer bis hin zu Pick-ups, die mindestens 30 Jahre auf dem Buckel haben, können in diesem Jahr noch zweimal bei Musik Automobil- und Biker-Oldies im Pentlinger Gewerbegebiet bestaunen. Am Freitag, 06. September, tritt ab 18.00 Uhr bei freiem Eintritt „Die Autobahnkapelle", a little bavarian ragtimebluesband from munich, auf und am 04. Oktober sorgt „DJ Tom Torpedo" für Stimmung bei der großen Autoshow.

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