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Stadt-Land-Union lud zu einer Vortragsveranstaltung zur Kommunalpolitik ein
Erster Bürgermeister von Biburg, Thomas Zachmayer bei seiner Begrüßung der Gäste des Vortragsabends (Foto: br-medienagentur)Vorsitzender der Stadt-Land-Union und Erster Bürgermeister von Biburg, Thomas Zachmayer bei seiner Begrüßung der Gäste des Vortragsabends (Foto: br-medienagentur)
Die Stadt-Land-Union e. V., ein Verbund von kommunalpolitisch tätigen Bürgern im Landkreis Kelheim, hatte zu einem Vortragsabend nach Essing geladen. Thema war die kommunalpolitische Problematik zwischen Landkreis auf der einen Seite und Städten und Gemeinden auf der anderen Seite. Hauptredner war kein geringerer als Dr. Uwe Brandl, Erster Bürgermeister von Abensberg und Präsident des Bayerischen Gemeindetages sowie Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Weitere Redner waren Thomas Zachmayer, Kreisvorsitzender der Stadt-Land-Union e.V. und Erster Bürgermeister von Biburg, Josef Reiser, Erster Bürgermeister von Mainburg, sowie Dr. jur. Andreas Fischer, Kreisrat der Stadt-Land-Union und Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.
Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und Kreisrat der SLU, Dr. jur. Andreas Fischer (Foto: br-medienagentur)Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und Kreisrat der SLU, Dr. jur. Andreas Fischer (Foto: br-medienagentur)
Das Publikum des Vortragsabends war genauso hochkarätig besetzt. Der stellvertretende Landrat Wolfgang Gural war ebenso anwesend wie viele Kreisräte, Stadt- und Gemeinderäte und Bürgermeister aus den Gemeinden des Landkreises Kelheim. Konzentriert und ohne Abweichungen richteten sich die Ansprachen der Redner an dem kommunalpolitischen Alltag aus.
Dr. Uwe Brandl, Erster Bürgermeister von Abensberg und Präsident des Bayerischen Gemeindetages sowie Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (Foto: br-medienagentur)Dr. Uwe Brandl, Erster Bürgermeister von Abensberg und Präsident des Bayerischen Gemeindetages sowie Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (Foto: br-medienagentur)
Dr. Uwe Brandl verwies dabei in seiner Ansprache auf die medizinische Notfallversorgung im Landkreis. Wie er aus eigener Erfahrung feststellen konnte, ist gerade im Notfallbereich die Versorgung der Bevölkerung noch nicht optimal. Weiterhin ist die Tatsache, dass das Auto für die Bevölkerung eines Landkreises wichtig und auch lebensnotwendig ist, ein entscheidender Faktor in Bezug auf Klimaschutz und der Co2-Diskussion. Daher sollte man im Landkreis auch über alternative Modelle wie beispielsweise Carsharing und ähnliche Modelle der Verkehrslenkung als möglichen Lösungsansatz nachdenken. Ebenso wichtig und vor allem für die Wirtschaftsentwicklung im Landkreis ist der Bereich Digitalisierung geworden. Nicht nur im Schulwesen, sondern auch ganz allgemein ist die Forcierung der Internetnutzung durch Breitbandanschlüsse zwingend notwendig geworden. Für die Schulen für die entsprechenden Bildungsmöglichkeiten und für die Wirtschaft um überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben. Womit auch Dr. Brandl beim Thema Wirtschaftsförderung angekommen war und mit Feststellung, dass der Landkreis wirtschaftlich zwar gut dasteht, jedoch bedingt durch die ländliche Struktur noch mehr für den Mittelstand und hier vor allem für das Handwerk getan werden muss. Der Mangel an Lehrlingen führt für viele Betriebe zu einer bedrohlichen Lage. Die Problemlösung kann aber nur in Zusammenarbeit von Städten und Gemeinden mit dem Landkreis und der Wirtschaft erfolgen, da die Kommunen dies allein von der Problematik her nicht alleine lösen können. Abschließend wies Dr. Brandl noch auf das Problem der Klärschlammentsorgung hin, welches die Kommunen in Zukunft vor noch nicht gelöste gewaltige Aufgaben stellen wird. Eine interkommunale Zusammenarbeit mit dem Landkreis eventuell sogar mit dem Bezirk wird hier unbedingt nötig werden.
Mitglied der SLU und Erster Bürgermeister von Mainburg, Josef Reiser (Foto: br-medienagentur)Mitglied der SLU und Erster Bürgermeister von Mainburg, Josef Reiser (Foto: br-medienagentur)
Daher stand dann Im weiteren Verlauf des Vortragsabends die Thematik der sich öffnenden Schere zwischen zunehmenden Aufgaben, diktiert durch die Bundes- und Landespolitik, und die Probleme der Städte und Gemeinden, diese auch umzusetzen im Vordergrund. Besonders die finanzielle Situation vieler Städte und Gemeinden wird nach Ansicht der Redner aber auch der Vortragsteilnehmer nicht berücksichtigt. Zudem wird nach Meinung aller Anwesenden bei der aktuellen Landespolitik der Tatsache, dass die Versorgung der Bürger in einem großflächigen Raum nicht genauso gestaltet werden kann wie in Ballungsräumen, viel zu wenig Rechnung getragen. Die nach den Vorträgen angeschlossene Diskussion war dann auch vielmehr eine weitere Bestätigung und Vertiefung der in den Vorträgen vorgebrachten Argumente und Fakten. Hervorzuheben ist, dass die Veranstaltung in einer äußerst sachlich konstruktiven Atmosphäre, frei jeglicher Polemik, ablief.