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„2018 war ein schweres Jahr für uns“,

so Dr. Gudrun Weida, die Bevollmächtigte der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Landshut für den Landkreis Kelheim bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts über die Außensprechstunden an den vier Standorten Abensberg, Kelheim, Mainburg und Neustadt, „aber mit vereinten Kräften konnte die Beratungsarbeit ohne größere Beeinträchtigungen durchgeführt werden.“
Zwei Beraterinnen von DONUM VITAE mit Dr. Gudrun Weida, der Bevollmächtigten von DONUM VITAE für den Landkreis Kelheim (Foto: I. Hirthammer)Zwei Beraterinnen von DONUM VITAE mit Dr. Gudrun Weida, der Bevollmächtigten von DONUM VITAE für den Landkreis Kelheim (Foto: I. Hirthammer)
2018 suchten etwas weniger Ratsuchende die Außensprechstunden auf als im Vorjahr. Der Grund dafür lag im langen krankheitsbedingten Ausfall einer erfahrenen Beratungskraft. Er konnte nur teilweise durch erhöhten Einsatz der übrigen Beraterinnen aufgefangen werden. An den 4 Standorten wurden insgesamt 133 Personen in 181,5 Beratungsstunden beraten – 4 Ratsuchende und 8,5 Stunden weniger als 2017. Es waren 64 schwangere und 24 nicht schwangere Frauen, 27 Männer, davon einer, der sich allein beraten ließ, sowie 18 sonstige mitberatene Personen. Nicht statistisch erfasst werden Klientinnen, die telefonisch oder per Mail Rat suchen.
Insbesondere die Online-Anfragen nahmen zu.
Der immer sehr gut nachgefragte Außensprechtag in Mainburg musste krankheitsbedingt ab April 2018 umstrukturiert werden: Statt wöchentlich konnte er nur alle 14 Tage angeboten werden. Lange Wartezeiten waren deshalb leider nicht vermeidbar. 51 allein beratene Frauen und Männer kamen in Mainburg in die Außensprechstunde, 13 weniger als 2017. Die Zahl der Beratungskontakte verringerte sich um 20 auf 92. In mehreren Fällen fand die Erstberatung in der Landshuter Beratungsstelle statt, da die Hilfesuchenden hier schneller einen Termin bekamen. Mangelnde Deutschkenntnisse der verhältnismäßig zahlreichen südosteuropäischen Hilfesuchenden stellten eine große Herausforderung für die Beratung dar.
An den anderen drei Standorten konnten die Sprechstunden weiter im gewohnten Umfang angeboten werden. So blieb die Nachfrage in Abensberg und Neustadt in etwa gleich, in Kelheim war sogar eine erhebliche Zunahme der Ratsuchenden zu verzeichnen.
Den größten Raum nahm an allen Standorten die allgemeine Schwangerenberatung ein, in Abensberg wie in Mainburg rund zwei Drittel der Beratungszeit, in Neustadt fast drei Viertel, während in Kelheim auch an der nachgehenden Betreuung ab der Geburt - bis zum Alter von drei Jahren - ein großer Bedarf war. Benötigt wurden vor allem Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen auf Elterngeld, Kinderzuschlag, Arbeitslosengeld II und Wohngeld, Begleitung und Hilfe bei Kontakten mit Behörden, insbesondere Jobcenter und Wohnungsamt, Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu anderen Beratungsstellen, etwa Schuldnerberatung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Ehe- und Erziehungsberatung, Unterstützung bei der Unterbringung in Mutter-Kind-Einrichtungen und nicht zuletzt Kontaktaufnahme mit Vermietern bei drohender Räumungsklage. In den letzten Jahren wandten sich immer mehr Menschen mit sehr komplexen, schwierigen Problematiken an die Beraterinnen. Die Schwangerschaftskonfliktberatung nach §219 StGB spielte an allen 4 Standorten nur eine untergeordnete Rolle: Während 2017 noch insgesamt 9 Frauen Rat suchten, sank ihre Anzahl in Neustadt um drei und in Mainburg um zwei Personen. Daraus sollte man aber nicht auf einen zurückgehenden Bedarf im Landkreis schließen, denn gerade für eine Konfliktberatung bevorzugen Frauen eher einen weniger wohnortnahen Ort und eine Stelle, wo sie schnell einen Termin bekommen.
Neben der Beratung, Unterstützung und Begleitung von schwangeren Frauen und werdenden Vätern sowie gemeinsam und alleinerziehenden Eltern bietet DONUM VITAE, soweit es die personelle Situation zulässt, verschiedene sexualpädagogische Projekte an. 2018 wurden sieben Veranstaltungen zum Thema „Freundschaft, Liebe, Sexualität“ durchgeführt, davon fünf in 8. Klassen des Gabelsberger-Gymnasiums Mainburg und zwei in der Aventinus-Mittelschule Abensberg. 2017 waren es insgesamt nur zwei.
Die Lebenssituationen der Hilfesuchenden erfordern meist eine finanzielle Unterstützung. 2018 konnten insgesamt 15.818 € vermittelt werden, davon 13.885 € von der „Landesstiftung Hilfe für Mutter und Kind“.
Erstmalig wurde den Schwangerenberatungsstellen im Landkreis Kelheim 2018 ein Verhütungsmittelfonds von 5.000 € jährlich vom Landkreis zur Verfügung gestellt – auch DONUM VITAE konnte aus diesem Fonds Frauen in besonderen finanziellen und sozialen Notlagen unterstützen.
Nach den krankheitsbedingten Belastungen des vergangenen Jahres konnten die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle inzwischen aufatmen: Eine neue Beraterin verstärkt seit einiger Zeit das Team. Sie hat u.a. die Außensprechstunden in Mainburg übernommen. Auch die erkrankte Beraterin konnte die Arbeit Anfang dieses Jahres wieder aufnehmen.

Außensprechstunden von DONUM VITAE Landshut in:

Abensberg, Stadionstr. 60, jeden 3. Donnerstag im Monat 10:00 – 12:00 Uhr
Kelheim, Ludwigstr. 8 (Eingang Brunngasse), jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat 10:00 – 12:00 Uhr
Mainburg, Marktplatz 4 (im Rathaus), jeden Dienstag 14:30 – 16:30 Uhr
Neustadt an der Donau, Goethestr. 2, jeden 1. Donnerstag im Monat 10:00 – 12:00 Uhr
Beraterinnen: für Abensberg, Kelheim und Neustadt Simone Beck, für Mainburg Stefanie Löchli. Beide sind Diplom-Sozialpädagoginnen mit Zusatzausbildung für Schwangerenberatung.
Terminvereinbarung für alle Außensprechstunden unter Tel. 0871 9746780

Zusätzliches bayernweites Angebot von DONUM VITAE:
Moses-Projekt: Anonyme Beratung – Anonyme Hilfe – Anonyme Geburt. Notruf Tag und Nacht 0800 0066737