Die DOLINA Gesellschaft für Landeskunde e.V. lädt alle regionalgeschichtlich Interessierten zu einer ganztägigen Besichtigungstour am Sonntag, 12. Mai, in Altmühlfranken ein.

Beginn ist um 10:00 Uhr in Weißenburg in Bayern im RömerMuseum, Martin-Luther-Platz 3- 5, Treffpunkt Eingangshalle. Kostenlose Dauerparkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe im Altstadtparkhaus Schulstraße. Der Vormittag wird auf römischen Spuren rund um das Militärlager Castra Biriciana verbracht, besucht werden Thermen,Römermuseum und Kastell.
Historische Darstellung zum Karlsgraben (Foto: Universität Würzburg)Historische Darstellung zum Karlsgraben (Foto: Universität Würzburg)Weißenburg war neben Aalen der bedeutendste römische Garnisonsort am westraetischen Limes. Das unter Domitian angelegte, ca. 3 ha große Kastell ist heute als Park gestaltet und in Teilen rekonstruiert.
Besonders bemerkenswert ist die rekonstruierte Front des Nordtores.
Beeindruckend sind die Funde aus dem Bereich des Kastells, insbesondere der 1979 gefundene Schatzfund mit seinen Statuetten, Gefäßen, silbernen Votivtafeln, die im Museum eindrucksvoll präsentiert werden. Zu den besterhaltenen römischen Gebäuden im süddeutschen Raum zählen sicherlich die großen Thermen. Mit 63 Meter Kantenlänge gehört dieses Gebäude zu den größten bekannten römischen Gebäuden überhaupt. Vielschichtige Schauprofile und mehrfach versetzte bzw. erhöhte Schwellen zeigen die baulichen Veränderungen im Lauf der jahrhundertelangen Nutzungsphase.
Römermuseum Weißenburg (Foto: Dietmar Denger)Römermuseum Weißenburg (Foto: Dietmar Denger)Unter einer imposanten Zeltdachkonstruktion zeigen sich die aufwendig konservierten und teilrestaurierten Badeanlagen dem modernen Besucher, der sich mittels begehbarer Stege über den römischen Resten bewegen kann.
Mittags ist Gelegenheit zum gemeinsamen Mittagessen.
Um 14:30 Uhr werden in Graben, einem Ortsteil von Treuchtlingen, die Karlsgraben-Ausstellung und der Karlsgraben selbst besichtigt.
Zwischen Altmühl und Rezat liegt bei Graben eines der größten technischen Kulturdenkmäler des frühen Mittelalters: die Fossa Carolina (der Karlsgraben). Karl der Große ließ hier um das Jahr 793 einen rund
3000 m langen Kanal ausheben, um bequem mit Schiffen in den Südosten seines Reiches fahren zu können.
Eine heute noch 500 m lange Wasserfläche und daran anschließende Erdwälle zeugen von dem ersten Versuch, Rhein, Main und Donau durch eine Wasserstraße zu verbinden. Die Karlsgrabenausstellung in der „Hüttinger-Scheune“ rekonstruiert und dokumentiert anschaulich und unter Einsatz von neuen Medien den Karlsgrabenbau vor über 1200 Jahren. Sie zeigt seltene Exponate, die von der Besiedlung des hiesigen Raumes in der Karolingerzeit zeugen und den politischen Hintergrund des Kanalbaus beleuchten. Außerdem informiert sie über die Erdgeschichte der Region und zeigt Gesteine und Erdproben, aus denen Geologen die Entstehung der Wasserscheide bei Treuchtlingen erschließen. Die Ausstellung präsentiert auch die neuen Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojektes, das den Karlsgraben ab 2012 untersucht.
Eintritte bei mindestens 20 Teilnehmern inkl. Führung durch das RömerMuseum Weißenburg ca. 6,50 €.
Individuelle Anfahrt oder Fahrgemeinschaften. Nähere Informationen und Anmeldung unter 09441 2531 (Weida) oder info@ dolina.de.