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Die Hausnamen am Tangrintel (Foto/Grafik: Dolina)Der Kulturstadel Hemau e.V. und die DOLINA Gesellschaft für Landeskunde e.V. laden alle regionalgeschichtlich Interessierten ein zur Vorstellung des von Ernst Böhm, Dr. Thomas Feuerer, Georg Paulus und Leonhard Raum herausgegebenen Buchs "Hausnamen auf dem Tangrintel" am Donnerstag, 14. März, um 19:00 Uhr im Zehentstadel in Hemau, Probsteigaßl 4.
Jahrhundertelang waren Hausnamen für die Kommunikation innerhalb einer Siedlungsgemeinschaft ein wesentlicher Faktor der Identifikation und Orientierung. Sie bezeichnen gleichermaßen Anwesen wie Bewohner und stehen damit im Spannungsfeld zwischen Orts- und Personennamen. Auf dem Tangrintel, der Jura-Hochebene zwischen Altmühl und Schwarzer Laber, spielen sie nach wie vor eine ‒ wenn auch abnehmende ‒ Rolle im alltäglichen Leben. Um 1835 sind hier die Hausnamen im Zuge der sogenannten Uraufnahme, der ersten systematischen und exakten Vermessung sämtlicher Grundstücke in Bayern, erstmals schriftlich erfasst worden. Eine erneute flächendeckende Erfassung des Hausnamenbestandes für dieses Gebiet erfolgte seit 2007 im Rahmen eines großangelegten ehrenamtlichen Forschungsprojektes. Dessen Ergebnis ist eine 250 Seiten umfassende Dokumentation, in welcher für insgesamt 80 Ortschaften der Gemeinden Hemau und Painten sowie für das Dorf Langenthonhausen jeweils die Angaben aus der Zeit um 1835 den aktuellen Daten zu Adresse/Hausnummer, Besitzer/Bewohner und Hausname gegenübergestellt sind. Letztere werden zudem auch in ihrer dialektalen Form lautschriftlich wiedergegeben. Damit ist der reich illustrierte Band, der an diesem Abend von den Herausgebern Ernst Böhm, Dr. Thomas Feuerer, Georg Paulus und Leonhard Raum vorgestellt wird, eine wertvolle Quelle für künftige volkskundliche, sprachwissenschaftliche, haus- und hofgeschichtliche sowie genealogische Untersuchungen.
Eintritt frei, Spenden erwünscht.