Anzeige
Großes Interesse an der ersten interkommunalen Informationsveranstaltung der Landkreise Kelheim, Freising und Pfaffenhofen a.d.Ilm zu Energieeffizienz und Klimaschutz im Pflegesektor
Auf großes Interesse war die Veranstaltung zur Energieeffizienz von Sozial- und Pflegeeinrichtungen gestoßen (Foto: Julia Schönhärl/Regionalmanagement Landkreis Kelheim)Auf großes Interesse war die Veranstaltung zur Energieeffizienz von Sozial- und Pflegeeinrichtungen gestoßen (Foto: Julia Schönhärl/Regionalmanagement Landkreis Kelheim)
Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Welchen Beitrag der Pflegesektor zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten kann, war Gegenstand der Informationsveranstaltung „Energieeffizienz und Klimaschutz im Pflegesektor“, die kürzlich im Landratsamt Kelheim stattfand. Ziel der Veranstaltung war es, Mitarbeitern aus Pflegeeinrichtungen eine Plattform für den Austausch rund um das Thema Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu bieten und den Aufbau eines Netzwerks zu unterstützen.
Nach der Begrüßung durch den Kelheimer Landrat Martin Neumeyer wurden die rund 50 Teilnehmer in Fachvorträgen und Erfahrungsberichten darüber informiert, welche technischen Möglichkeiten es zur Energieeinsparung gibt und welche Rolle die Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Umsetzung dabei spielt.
Markus Loh von der Viamedica Stiftung für eine gesunde Medizin (Freiburg) stellte in seinem Beitrag „Klimaschutz und Energieeinsparung in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen“ das Projekt KLIK-Energie und die App „Klimaretter – Lebensretter“ vor, die für Pflegeeinrichtungen ebenso wie für Kliniken effektive Möglichkeiten bieten, Energiekosten zu senken. „Pro Bewohner/in einer Alten- oder Pflegeeinrichtung rechnet man mit einem jährlichen Energieverbrauch, der so hoch ist, wie der eines Einfamilienhauses mit 4 bis 6 Personen“ erläuterte Herr Loh und verwies auf das große Einsparpotenzial in den Bereichen Heizen, Beleuchtung, Ent- und Versorgung, das in vielen Fällen ohne teure Investitionen genutzt werden kann.
Den Bogen zur ethischen Aufgabe des Sozial- und Pflegesektors, die hohen Energieverbräuche zu reduzieren und aktiv für eine klimafreundliche Zukunft einzustehen, spannte Steffen Lembke vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt AWO. Eindrücklich wies er darauf hin, dass es der gemeinsamen Anstrengung aller Akteure bedarf, den Energieverbrauch in Heimen und Kliniken sowie den CO2-Fußabdruck der Mitarbeiter und Bewohner zu reduzieren, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen.
Möglich ist das seines Erachtens nur mit einem systematischen und ganzheitlichen Ansatz. Der Fokus dürfe nicht nur auf die „klassischen Bereiche“ Strom und Wärme gelenkt werden. Insbesondere die Verpflegung ist in Pflegeeinrichtungen ein entscheidender CO2-Faktor. Gerade mit Blick auf die oft sehr fleischreiche Kost müsse ein Umdenken stattfinden. Lemke führte an, dass allein die Wohlfahrtsverbände in Deutschland mehrere Hunderttausend Personen beschäftigen, die über entsprechende Sensibilisierungsmaßnahmen viel zum Klimaschutz beitragen könnten.
Im Anschluss stellten Doris Rottler, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Pfaffenhofen a.d.Ilm, und Julia Schönhärl, Regionalmanagerin des Landkreises Kelheim, die Projekte „Erneuerbare Energie für Pflege“ des Steinbeis-Forschungsinstitutes (Stuttgart) und das Energieeffizienz-Netzwerk für Alten- und Pflegeheime der Stadtwerke Kiel vor. In diesen Projekten werden Verhaltensänderung und die Nutzung technischer Potenziale schon jetzt erfolgreich umgesetzt.
Wie kostensparend die Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge für Pflegeeinrichtungen sein kann, präsentierte Annette Schwabenhaus, Beraterin Elektromobilität, an den Beispielen der Caritas Sozialstation in Hirschau/Amberg und der Diakonie Donau-Ries. In jedem der Beiträge war auf die effektive Arbeit von Netzwerken hingewiesen worden. Dies griff Dr. Uwe Götz von der Arqum GmbH auf und stellte die Optionen und Fördermöglichkeiten für Energie-Netzwerke in Bayern und bundesweit vor. Wie ein solches Netzwerk effektiv funktioniert und den Mitgliedern Nutzen bringt, verdeutlichte Birgit Schuon der München Klinik, die langjährige Erfahrung mit Umwelt- und Energiemanagement, dem Ökoprofit-Programm der Stadt München und der EMAS-Zertifizierung aufweist und die Teilnehmenden ermutigte, diese Systeme für sich zu nutzen und sich zu vernetzen.
Das Informationstreffen wurde als interkommunale Veranstaltung gemeinsam von den Landkreisen Kelheim, Freising und Pfaffenhofen a.d. Ilm ausgerichtet. Wer sich für die Beteiligung an einem Netzwerk „Klimaschutz im Pflegesektor“ interessiert, kann sich an die zuständigen Stellen in den drei Landkreisen wenden.

Julia Schönhärl, Landkreis Kelheim
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.Nr. 09441/207-7340

Albrecht Gradmann, Landkreis Freising
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.Nr. 08161/600 418

Doris Rottler, Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.Nr. 08441 27-398


Sonja Endl
Stellv. Pressesprecherin