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Landtagsabgeordnete Johanna Werner-Muggenorfer nahm als Patin der Schule teil
„Eine richtig gute Schule,“ Johanna Werner-Muggendorfer, Abgeordnete und Montessori-Schulpatin mit Dieter Simon, dem pädagogischen Gesamtleiter (Foto: SPD Landkreis Kelheim)Bei ihrem „Tag der offenen Tür“ warb die Montessorischule in Essing für ihr Pilotprojekt erste und einzige Handwerksschule in Deutschland zu werden. Unterstützung finden die Initiatoren dieses Planes bei ihrer Schulpatin Johanna Werner-Muggendorfer. Die SPD-Landtagsabgeordnete versprach bei ihrem Besuch: „Ich werde alles mir mögliche tun, euch dabei zu helfen.“
Erste Erfolge kann Dieter Simon, Vertreter der pädagogischen Gesamtleitung, bereits verbuchen: „Wir haben schon eine Reihe von Partnern gefunden.“
Viele Handwerksunternehmen würden sich „sehr interessiert“ an dem angestrebten „Bündnis für Bildung, Handwerk und Zukunft“ zeigen. Denn nach wie vor tun sich die meisten Betriebe schwer, motivierte Lehrlinge zu finden. Simon: „Vielen jungen Leuten fehlt es an Disziplin, Eigenverantwortung aber auch an dem Gespür für den Umgang mit Werkzeug und Materialien.“ All das gehört zum Unterrichtskonzept der Montessorischule, die Johanna Werner-Muggendorfer schon seit ihrer Gründung im Landkreis Kelheim vor knapp 20 Jahren unterstützt. Denn: „Mir ist es wichtig, dass bei uns mehr Unterrichtsformen als die geläufigen angeboten werden. Bildung muss auch vielfältig sein.“ Die gelernte Erzieherin zeigte sich daher begeistert beim Rundgang durch die verschiedenen Räume, in denen die Kinder unter anderem Töpfern, Schreinern, Schmieden, Textilarbeiten, Backen und Kochen praktizieren: „Schön zu sehen, wie die Schüler hier beim selbständigen Tun lernen.“ Das geschieht aber auch im Labor und Physikraum, wo Einblick in die naturwissenschaftlichen Grundlagen gegeben wird.
Die Montessorischule in Essing möchte mit ihrem einzigartigen Konzept, mit dem Schwerpunkt Handwerk, das Angebot der Mittelschulen, die sich unter anderem musisch, sprachlich oder naturwissenschaftlich ausrichten, ergänzen. „Doch es wäre falsch, zu denken, dass hier nur Kinder unterrichtet werden, die kein Abitur oder Studium schaffen.“, betont Dieter Simon. Oft scheiterten viele Schüler auch an der Anforderung Selbstverantwortung zu übernehmen, einem wichtigen Pfeiler im Konzept der Montessorischule. In Essing soll damit zudem auch das Handwerk aufgewertet werden, in einer Gesellschaft, „in der viele glauben, nur das Abitur führt zum beruflichen Erfolg,“ so der pädagogische Leiter. Grund für Johanna Werner-Muggendorfer auch weiterhin für die Schule zu werben. „Ich werde mich auch bei den Handwerksbetrieben einsetzen, damit sie sich ihrem Bündnis anschließen.“
Derzeit zählt die Montessorischule in dem idyllischen Markt im Altmühltal 60 Kinder. Viele von ihnen wurden bereits im angeschlossenen Kindergarten auf das gemeinsame Miteinander mit gegenseitigem Respekt, ebensolcher Wertschätzung und Achtsamkeit vorbereitet, den Grundsätzen des Erziehungs- und Bildungsentwurfs, den Anfang des vergangenen Jahrhunderts die Schulgründerin Maria Montessori entwickelt hat.
Die Schüler kommen aus dem gesamten Landkreis. Einige können im Bus für die Berufsschüler anreisen, die meisten werden von den Eltern gebracht und abgeholt. Dieser Einsatz lohne sich aber auf jeden Fall, meint Johanna Werner-Muggendorfer: „Schließlich haben sie eine richtig gute Schule für ihre Kinder ausgesucht.“
Weil neben den oft kostspieligen Einrichtungen für den praktischen Unterricht auch die energetische Sanierung des Schulhauses in der Schulstraße ansteht, versprach die SPD-Politikerin, die neben dem Landtag auch im Kelheimer Kreistag sitzt, mit Essings Bürgermeister Jörg Nowy (FW) Kontakt aufzunehmen. Denn die rund 1,5 Millionen Euro, die die Maßnahme kosten würde, sprengen auch die Möglichkeiten der Förderer der Schule. Bei anderen Anschaffungen beweist Dieter Simon immer wieder Kreativität, wenn er zum Beispiel bei eBay stöbert und dort ein Gewächshaus findet, das demnächst für die Gärtner-Gruppe
aufgestellt wird. Aber auch Holz, Metall und professionelle Manpower aus den Reihen der Eltern kann er meistens gewinnen, wie im letzten Jahr für die Bänke und Tische im Schulhof, die dann statt über 2.000 nur 800 Euro gekostet haben.