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Personalabbau die Lösung, trotz massiger Überstunden der Pflegekräfte?
Es war eine lange Sitzung des Kreistages zum Thema der Kreiskrankenhäuser im Landkreis Kelheim (Foto: Andreas Schambeck)
Am 22. Januar 2018 war eine 9 Stunden Marathon-Stitzung im Kreistag zum Thema Krankenhäuserdefizte im Landkreis. Was tun mit dem Kelheimer und Mainburger Krankenhaus? Der Kreisrat der Bayernpartei, Fritz Zirngibl, hat den Vorschlag von Kreisrats-Kollegen Dr. Uwe Brandl (Bürgermeister von Abensberg) zur Zusammenlegung der beiden Kliniken in einer "Superklinik in Abensberg" als absolut unpassend empfunden. "Zwei intakte Krankenhäuser, in welche in der Vergangenheit viel Geld investiert wurden (und bei einer Stilllegung Regressforderungen vom Land kommen könnten) einfach stillzulegen ist der absolut falsche Weg. Bei einer Schließung unserer Kreiskrankenhäuser können zudem hohe Regressforderungen (für frühere Förderungen) durch das Land kommen. Brandls Vorschlag wurde dann selbst von seinen CSU-Kollegen abgelehnt. Seltsam, dass bei dieser wichtigen Sitzung Brandl fehlte. Kreisrat Zirngibl: "Unsere Krankenhäuser sind eine Pflichtaufgabe für unseres Landkreises und unseres Staates zur Gesunderhaltung unserer Bürger. Daher brauchen wir beide Krankenhäuser, damit unser Bürger im Notfall diese schnell erreichen können!"
Zirngibl kritisierte auch die Arbeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Jung, welche durch "Anpassung IST-Personal" 614.000 Euro einsparen wollen, obwohl die Pflegekräfte jetzt schon in vielen Bereichen stark überlastet sind. Den Stellenabbau dann hinter "Senkung des Stellenschlüssels" zu verstecken oder die Stellenfluktuation mit "tariflich niedriger eingestufte Mitarbeiter" zu ersetzen, kann keine gute Lösung sein, denn Qualität hat ihren Preis! 400 Überstunden im Pflegebereich sind kein Einzelfall. Zirngibl wollte dazu eine Antwort vom Wirtschaftsprüfer Egle haben: "Wie wollen Sie in einer derartigen Situation Personal reduzieren? Auch kann es nicht gut sein, wenn die Übergabezeit beim Schichtwechsel von bisher einer Stunde auf 22 Minuten verkürzt wird. Darunter leidet die Qualität unserer Krankenhäuser!" Als Ausrede kam dazu von Herrn Egle, dass derzeit viele Ausfälle sind... Auf Zirngibls Nachfrage, ob er sich mal gefragt hat, ob diese Ausfälle auf die Langzeitüberlastung zurückzuführen sind, kam keine Antwort mehr. Zirngibl frägt sich, ob nicht eine wesentlich sinnvollere Kosteneinsparung in den Klinken, die sechsstelligen Kosten der Beraterfirma gewesen wären?
Kreisrat Zirngibl berichtete zudem im Kreistag, dass trotz der akuten Arbeitsüberlastung in der Goldbergklinik die Patientenversorgung sehr gut ist: "Erst vor wenigen Tagen mußte ich mit meiner betagten Mutter die Notaufnahme des Kelheimer Krankenhauses aufsuchen. Sehr bemühte Pflegekräfte und kompetenten Ärzte waren eine große Hilfe. Daher ist der Erhalt unserer beiden Kliniken ein MUSS für unseren Landkreis."
Eine Verbesserung der Finanzsituation in unseren Kliniken, so Zirngibl, kann in erster Linie nur durch eine veränderte Berliner Politik erfolgen. Hier muss endlich von Bayern aus, weil hier auch das meiste Geld nach Berlin fliest, mit entsprechenden Nachdruck eine Änderung verlangt werden. Kleine Kliniken dürfen nicht durch finanzielle Benachteiligungen im Abrechnungssystem ausbluten. Dieser Satz wurde dann auch in den Abstimmungsbeschluss mit aufgenommen und erhielt volle Zustimmung: "Alle Parteien bemühen sich auf Landes- und Bundesebene für entsprechende Gesetzesänderungen zu bemühen, welche ein Überleben der kleinen Krankenhäuser möglich machen."

Bayernpartei Kreisverband Kelheim