Die SPD-Abgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer meldet sich zu Wort

Johanna Werner Muggendorfer Foto Mayer

„Ja, wir brauchen einen spezifisch bayerischen Feiertag.“, lautet der zustimmende Kommentar der Neustädter SPD-Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer zu dem Vorstoß ihres Fraktionschefs Markus Rinderspacher, den 8. November zu einem zusätzlichen gesetzlichen Feiertag zu erklären. An diesem Datum jährt es sich 2018 genau zum 100. Mal, da Kurt Eisner das einstige Königreich Bayern zum Freistaat ausgerufen hat. Für Rinderspacher Anlass, „an die Heldinnen und Helden der Demokratie zu erinnern“. Der 8. November 1918 habe für Bayern zudem dieselbe Bedeutung, wie für die Franzosen der 14. Juli 1789, als mit dem Sturm auf die Bastille die Revolution begann sowie der Unabhängigkeitstag am 4. Juli 1777 für die USA.

In einem Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer fordert Rinderspacher den CSU-Regierungschef auf, sich für den Feiertag im kommenden Jahr einzusetzen. Auch dauerhaft: „Das sollte uns unsere Demokratie wert sein.“ Ein wichtiger Schritt auch für Johanna Werner-Muggendorfer, die mahnt: „In Zeiten der Verunsicherung sollte man sich auf tragende Werte besinnen.“ Zudem sei der 8. November 1918 Anlass, „stolz auf unsere Geschichte zu sein und auf den Sozialdemokraten Kurt Eisner“. Der hatte nach dem Sturz des letzten bayerischen Königs die bayerische Republik ausgerufen und war anschließend von der Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte zum ersten Ministerpräsidenten gewählt worden. Johanna Werner-Muggendorfer ist auch überzeugt: „Jede andere Partei würde mit solchen Pfründen wuchern.“
Deshalb wird die Landtagsabgeordnete zusammen mit ihrer Fraktion, „auf jeden Fall für diesen zusätzlichen Feiertag votieren“, sollte es im Plenum zu einer Abstimmung kommen. Denn sie ist genauso überzeugt wie ihr Fraktionsvorsitzender, für den kein Zweifel besteht, „dass sich Bayern einen zusätzlichen Feiertag auch aus ökonomischer Sicht leisten kann“.
Derzeit gibt es im Freistaat landesweit zehn christliche Feiertage sowie den 1. Mai und den 3. Oktober, außerdem Mariä Himmelfahrt und das Augsburger Friedensfest, die beide regional gefeiert werden.
Als weiteres Jubiläum steht im kommenden Jahr noch der 200. Jahrestag der ersten Bayerischen Verfassung an, mit der die konstitutionelle Monarchie realisiert wurde. Als Bayern nach dem 2. Weltkrieg dann eine neue Verfassung benötigte, war es mit Wilhelm Hoegner wiederum ein Sozialdemokrat, der das Papier erarbeitete. Er wurde zudem am 28. September 1945 von der amerikanischen Besatzungsbehörde als erster Ministerpräsident des Freistaats eingesetzt. Ein Jahr später wählten ihn die bayerischen Sozialdemokraten zu ihrem Vorsitzenden.