Rotvieh, Schottisches Hochlandrind und Altmühltaler Lamm -Auktionator Bernhard Reitberger

versteigert Rind- und Lammfleisch

Wann? Am Sonntag, 01.10.2017 von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Wo? Auf der Hauptbühne direkt vor dem Alten Rathaus in Kelheim

Reitberger

Im Rahmen der Regional- und Umwelttage wird Bernhard Reitberger, Landwirt in der siebten Generation vom Schrufhof bei Diepoltshofen als Auktionator Qualitätsfleisch aus der Region in kleinen Mischpaketen versteigern.

Das „Altmühltaler Lamm“ ist als vierbeiniger Naturschützer auf den kräuterreichen Wacholderheiden des Naturparks Atlmühltal längst ein Begriff. Die Fleischqualität ist überregional bekannt.
Wer aber kennt das Rotvieh, auch als Rotes Höhenvieh bezeichnet? Wie schmeckt dieses Fleisch, herangewachsen auf den mageren Juraflächen im Vergleich zum Fleisch des Schottischen Hochlandrinds aus dem Forstmoos, einem einzigartigen Niedermoorgebiet mitten in der Hallertau? Interessierte können sich bei den Regional- und Umwelttagen Probierpakete ersteigern. Es werden vakuumverschweiste Mischpakete zwischen einem und fünf Kilo angeboten.

Hintergrundinformationen:
Rotvieh: Der Ursprung dieser Rinder in Europa reicht bis ins Altertum zurück (sog. Keltenvieh). Im 18. und 19. Jahrhundert waren einfarbig rote Rinder weit verbreitet. Als Drei-Nutzungs-Rind (Zugkraft – Fleisch – Milch) konnte sich die Rasse mit der zunehmenden Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft bald nicht mehr behaupten und verschwand fast vollständig von den Höfen. Im Jahre 1997 wurde das Rotvieh, auch als Rotes Höhenvieh bezeichnet, von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur „Gefährdeten Haustierrasse des Jahres“ erklärt. Im Jahre 1999 begann die Wiederbelebung der Rotviehnutzung in Bayern insbesondere im Rahmen von Naturschutzprojekten in Mittelgebirgslagen. Eines dieser Projekte findet man bei Gleislhof über Riedenburg direkt neben der Rosenburg. Dort weiden die Jungrinder vom Biohof Graml gut ein halbes Jahr auf den artenreichen Grünlandflächen der Jurahochfläche.
Ein Fleisch von ganz anderem Geschmack liefern die Schottischen Hochlandrinder aus dem Forstmoos. Das Forstmoos ist eine einzigartige Niedermoorlandschaft bei Aiglsbach in der Hallertau. Das Niedermoorgebiet wurde wie so viele Feuchtgebiete zu Beginn des letzten Jahrhunderts kultiviert und entwässert und schließlich die Nutzung intensiviert. In der Folge waren in den neunzehnhundertachtziger Jahren die einst typischen artenreichen Lebensgemeinschaften bis auf wenige Reste verschwunden. Mit dem Forstmoosprojekt wurde die Entwicklung gestoppt und die Niedermoorlandschaft konnte auf Grund der Initiative des VöF renaturiert werden. Heute sind im Forstmoos über 100 Hektar Naturschutzflächen, wo es zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten zu entdecken gibt. Neben der urtümlichen Natternzunge kommen unter anderem das in Bayern gefährdete Löffelkraut oder der geheimnisvolle und in Deutschland vom Aussterben bedrohte Wachtelkönig vor. Seit gut einem Jahr tummeln sich "neue alte" Bewohner in der weitläufigen Landschaft des Forstmooses und verbreiten urtümlichen Flair: die Hochlandrinder.

Das „Altmühltaler Lamm“ und die beiden Rinderbeweidungsprojekt wurden durch den Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. im Rahmen von Naturschutzmaßnahmen initiiert.
Der Gewinn aus der Versteigerungsaktion fließt einem Arten- und Biotopschutzprojekt des Bund Naturschutzes Kreisgruppe Kelheim zu.