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Landrat1Das Interesse für die Hospizarbeit und Palliativversorgung im Landkreis Kelheim ist groß, wie die zahlreichen Teilnehmenden am ersten Runden Tisch der Hospizarbeit und Palliativversorgung im Begegnungszentrum Kelheim zeigte.
Eingeladen hatte Landrat Martin Neumeyer über das Regionalmanagement des Landkreises. Im Themenfeld Demographischer Wandel wird hier die Arbeit all der Institutionen adressiert, die sich um schwerstkranke Menschen und Menschen an der Grenze des Lebens ehrenamtlich oder beruflich kümmern.

Landrat Martin Neumeyer konnte mehr als 30 Personen zu dem dreistündigen Treffen mit Vorträgen und Workshops begrüßen. Durch die Veranstaltung führten Gregor Tautz von der Kath. Erwachsenenbildung Landkreis Kelheim und Regionalmanagerin Julia Schönhärl.
Als erstes gaben Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation der Pflege- und Versorgungsmöglichkeiten für schwerstkranke Menschen sowie über die häufigsten Todesursachen in Bayern und Förderungen, die das Staatsministerium anbietet. In der anschließenden Diskussion wurden auch kritische Worte zur aktuellen Umsetzung der neuen Gesetzgebung geäußert.
Danach stellte Dr. Paul Fembacher, Leiter der Palliativeinheit der Goldberg-Klinik, ausführlich die Hospizarbeit im Landkreis und palliativmedizinische Versorgung in der Goldberg-Klinik vor. Dabei hob er besonders die Arbeit des Hospizvereins im Landkreis Kelheim hervor und wies auf die gute Zusammenarbeit mit der sogenannten Brückenpflege hin, einer Einrichtung der Goldberg-Klinik, die medizinische und psychosozialen Hilfe für Schwerstkranke im häuslichen Umfeld anbietet. Die Arbeit der Brückenpflege lobten auch die anwesenden niedergelassenen Hausärzte.
Nach den Vorträgen wurden wichtige Themen in einem dynamischen World-Café-Format in Arbeitsgruppen besprochen. Als Ergebnis zeigte sich, dass im Umgang mit Personen, die „an der Grenze des Lebens“ stehen, Ehrlichkeit, Vertrauen und Empathie an erster Stelle stehen sollten. Dazu gehört, dass die letzten Dinge so geregelt werden, dass auch An- und Zugehörige sich sicher fühlen, wenn das Ende des Lebens bevorsteht.

Die Bedeutung von Gesprächen wurde allgemein als wichtige Komponente für eine hilfreiche Hospizarbeit und in der Palliativmedizin dargestellt: Oft hindern Vorsicht und Angst vor dem eigenen Scheitern die Angehörigen, sich auf die Sterbe-Situation einzulassen. Das gilt auch für Pflegekräfte – alle brauchen positive Rückmeldungen und ein großes Verständnis in der Gesellschaft. Für die Zukunft der Altenheime wünscht sich die Arbeitsgruppe mehr Zeit für die Betroffenen, sowie eine bessere hospizliche und palliativmedizinische Ausbildung der Pflegekräfte sowie weitere Hilfskräfte für die Versorgung. Dass das Ehrenamt besonders wichtig ist, darin waren sich alle einig, machten aber auch klar, dass es nicht einfach ist, Menschen für die Hospizarbeit zu gewinnen, das Sterben und Tod noch zu sehr Tabuthemen sind. Dennoch wurde angeregt, dass sich mehr Personen als Ehrenamtliche einbringen und die Hauptamtlichen unterstützen.
Der erste Runde Tisch wurde von allen Teilnehmenden sehr willkommen geheißen, vor allem auch als Raum des Kennenlernens und des Austausches. Eine gute Zusammenarbeit, die nur jenseits jedes Konkurrenzdenkens stattfinden kann, wurde als wichtiger Baustein erkannt, um die Hospizarbeit und Palliativversorgung im Landkreis zu stärken.

Sonja Endl
Stellv. Pressesprecherin