Kelheims Landrat Martin Neumeyer besucht Handwerkskammer in Regensburg

Auf Einladung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz besuchte der neue Landrat von Kelheim Martin Neumeyer das Bildungszentrum der Handwerkskammer in Regensburg. Gemeinsam mit Kammerpräsident Dr. Georg Haber, Hauptgeschäftsführer Toni Hinterdobler und seinen Stellvertretern Hans Schmidt und Jürgen Kilger waren sich die Gesprächsteilnehmer einig, dass alles daran zu setzen sei, die Handwerkswirtschaft in der Region zu unterstützen.

Besuch Landrat Neumeyer

Handwerker seien unverzichtbare Akteure im Wirtschaftsleben. Wichtig sei deshalb eine Vernetzung der Aktivitäten der verschiedenen Organisationen – vor allem um die Erfolgschancen der beruflichen Bildung herauszustellen. Das duale System sei für die Wirtschaftskraft in Deutschland eine tragende Säule. „Dabei ist die Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Bildung der entscheidende Faktor. Wir brauchen alle Qualifikationen, aber eben im richtigen Verhältnis“, sagte Haber.

Um junge Menschen quer durch alle Schularten frühzeitig für das Handwerk zu begeistern, setzt sich die Handwerkskammer für eine systematisierte Berufsorientierung ein – auch an Gymnasien. Einige Pilotprojekte an Gymnasien in Ostbayern wurden bereits durchgeführt, weitere sind in Planung. Neumeyer begrüßte diese Aktion: „Auf dem Arbeitsmarkt brauchen wir Handwerker und Akademiker gleichermaßen. Deshalb müssen wir jungen Menschen zeigen, welche vielfältigen Möglichkeiten sie nach dem Schulabschluss haben. Berufliche Karrieren sind im Handwerk genauso möglich wie mit einem akademischen Abschluss. Und beim Verdienst braucht sich das Handwerk sowieso nicht zu verstecken.“

Tatsächlich sind die Perspektiven für eine Karriere im Handwerk so gut wie lange nicht. In den kommenden zehn Jahren stehen 11.000 Betriebe in Ostbayern zur Übergabe an. Das ist eine sehr gute Chance auch als Unternehmer oder Führungskraft ins Handwerk zu kommen“, so Toni Hinterdobler.

Die Thematik Flucht und Asyl wurde ebenfalls diskutiert. „Wir möchten uns ausdrücklich für die starke Integrationsleistung des Handwerks bedanken“, betonte der Landrat. Durch die offene Haltung vieler Handwerksbetriebe ist es gelungen bis Dezember 2016 im Kammerbezirk Niederbayern-Oberpfalz insgesamt 246 Lehrstellen für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Wie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt betonte, stuft die Handwerkskammer die Öffnung der Ausbildungsberufe für Asylbewerber als absolut positiv ein. Damit sei in keinem Fall eine Absenkung der Qualitätsstandards bei den Prüfungen verbunden. Es werde keine Ausnahmen für Migranten geben, lediglich eine sprachsensible Aufgabenerstellung soll die Prüfungssituation verständlicher gestalten.

Neumeyer zeigte sich beeindruckt vom Bildungszentrum der Handwerkskammer. Bei einem Rundgang durch die Werkstätten des Bildungszentrums, darunter die Bereiche Maler und Lackierer, Kfz, Friseur, Maurer und Zimmerer, machte er sich selbst ein Bild von der Qualität der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk. Der Dialog zwischen Politik und Handwerk soll im gemeinsamen Einverständnis im Hinblick auf wirtschafts- und bildungspolitische Themen der Region fortgesetzt werden.

Hans Schmidt
Stv. Hauptgeschäftsführer