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werner muggendorfer johannaUm die Ermittlungen und Strafverfahren wegen Nationalsozialistischer Gewaltverbrechen geht es bei dem Thema, das sich der Arbeitskreis (AK) der Labertaler SPD in diesem Jahr vorgenommen hat und in einer Wanderausstellung präsentiert. Ab 10. Oktober ist sie auch im evangelischen Gemeindehaus/ Haus I.R.E.N.E. in Neustadt zu sehen.
Unter dem Motto „Schuld und Sühne“ hat das Bayerische Staatsarchiv dafür 12 Ausstellungstafeln zur Verfügung gestellt, die Einblick in die Verfahrensabläufe vor Gericht geben, außerdem werden Prozesse vorgestellt, die aus der Masse der Strafverfahren herausragen.

„Es handelt sich dabei um ein dunkles Kapitel in unserer deutschen Geschichte,“ erläutert Rainer Pasta, Sprecher des Arbeitskreises und betont dabei worauf es ihm und dem AK an kommt: „Wir wollen damit wach rütteln und erinnern, damit so etwas nie wieder passiert“.
Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Verbrechen im Konzentrationslager (KZ) Dachau, deren juristische Aufarbeitung ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft fiel, die sich damit bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt hat. Es war von den Nazis als Musterlager ausgebaut worden, das allein durch seine Existenz Angst und Schrecken unter der Bevölkerung verbreiten sollte. Genau 31.591 Häftlinge, diese grausame Tatsache ist juristisch belegt, fanden in Dachau den Tod.
Ein weiterer Abschnitt behandelt den Tod von Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili, die Ermordung von Edith Stein und dem Hitlerattentäter Georg Elser.
Die aus Niederbayern aufgenommenen Fälle betreffen Cäcilie Wühr, Josef Fritz, Ottilie Meindl und Nikolaj Sanian aus Drachselsried/Viechtach sowie Agnes Schober aus Regen und die KZ-Nebenlager Passau I (Oberiltzmühle) und Passau II. Um die regionale Komponente in die Ausstellung einzubringen hat der AK Labertal zu den zwölf Ausstellungstafeln des Bayerischen Staatsarchivs zwei weitere hinzugefügt. Auf ihnen geht es um die Standgerichtsprozesse zur Ermordung von Domprediger Johann Maier, in Regensburg, Regierungsrat Dr. Franz Seiff aus Landshut ,sowie Friedrich Beutlhauser und Alois Huber aus Ittling. Thematisiert werden zudem die fehlende gerichtliche Aufarbeitung zu den Vorkommnissen im Polenkinderlager in Laberweinting und die Entnazifizierung.
Eröffnet wird die Ausstellung von der Neustädter SPD Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer und dem evangelischen Pfarrer Dr. Michael Murrmann-Kahl in seiner Funktion als Gastgeber im Evangelischen Gemeindehaus. Sie dauert bis 16. Oktober.
Nachfolgende Stationen sind Geiselhöring, Rottenburg, Straubing und Pfaffenberg.
 
Bericht von Gabriele Scholtz (Redaktionsbüro Scholtz und Schorschi)