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Es ist eine Rarität von besonderem ökologischen Wert - das „Forstmoos“

v.l. Burkhard Deifel, Bürgermeister Leonhard Berger, Dr. Thomas Schützeneder, Klaus Amann (Foto: Robert Hierlmeier)v.l. Burkhard Deifel, Bürgermeister Leonhard Berger, Dr. Thomas Schützeneder, Klaus Amann (Foto: Robert Hierlmeier)
Das Niedermoorgebiet bei Aiglsbach im Landkreis Kelheim ist überregional bedeutsam und sogar Teil des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000. Nur wenige Gehölze und kleine Feuchtwälder unterbrechen den offenen Landschaftscharakter der gut 200 ha großen Lichtung am Rand des Dürnbucher Forstes. Rote Liste-Arten wie Knabenkräuter, Wollgras, Braunkehlchen oder Wachtelkönig finden hier ihren dringend benötigten Lebensraum. Aber das Forstmoos – dies ist vielleicht weniger bekannt – spielt auch eine wichtige Rolle beim Klimaschutz.
In den vergangenen Jahrzehnten konnten große zusammenhängende Flächen durch staatliche Fördermittel und ein Flurneuordnungsverfahren in die öffentliche Hand überführt werden. Der Landkreis Kelheim, die Gemeinde Aiglsbach und der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. verfügen heute über ca. 110 ha Fläche, die nach naturschutzfachlichen Kriterien bewirtschaftet werden. Im Rahmen der Förderinitiative KLIP, einem Sonderprogramm des Freistaates Bayern zum Klimaschutz, können nun dringend notwendige Maßnahmen zum Moorschutz und zum Artenschutz realisiert werden.

Überströmter Querriegel im Forstmoosgraben (Foto: Robert Hierlmeier)Überströmter Querriegel im Forstmoosgraben (Foto: Robert Hierlmeier)„Die aktuellen Renaturierungsmaßnahmen durch den VöF sind ein überaus wichtiger und sehr erfreulicher Schritt, um die fortschreitende Moorentwässerung und –sackung zu stoppen. Damit wird ein wertvoller Beitrag für den Klimaschutz geleistet. Durch die verstärkte Wasserrückhaltung im Forstmoos können zudem gefährdete Biotope und Arten der Moore unterstützt werden, dies zeigen verschiedene Fachgutachten“, so Sarah Pinther, zuständig für den Moorschutz an der Regierung von Niederbayern. Die Regierung wickelt die Förderung der Maßnahme aus Mitteln des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ab.
„Moore sind extrem wichtig für den Klimaschutz. Aktuelle Studien belegen, dass Moore fünfmal so viel CO2 speichern können wie Wälder. Das funktioniert aber nur, wenn sie einen intakten Wasserhaushalt aufweisen. Wenn Moore stattdessen entwässert werden, wird der über Jahrtausende gewachsene Torfkörper zersetzt, sackt zusammen, und das bisher gebundene CO2 entweicht in die Atmosphäre, ebenso wie das noch klimaschädlichere Lachgas. Das zerstörte Moor wird vom Kohlenstoffspeicher zum Klimaproblem! Daher ist es ein Glücksfall, dass wir hier im Forstmoos auf öffentlichen Flächen einen Moorkörper restaurieren können“, so Burkhard Deifel von der Unteren Naturschutzbehörde.
Auch der Aiglsbacher Bürgermeister Leonhard Berger sieht das Projekt positiv: „In der Bevölkerung wird das Forstmoos hinsichtlich seiner Funktion für den Klimaschutz bislang nicht wahrgenommen. Praktischer Klimaschutz erfolgt aber letztlich vor Ort. Wir setzen als Gemeinde z.B. mit unserer neuen Hackschnitzelheizung, der Ausweisung des Solarparks an der A93, der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED und selbst erzeugten Strom aus Photovoltaikanlagen bewusst auf regionale Energiekreisläufe. Von daher unterstützen wir weitere Maßnahmen zum Klimaschutz und sehen auch unsere Verantwortung für die nachfolgenden Generationen, denn all diese Maßnahmen tragen maßgeblich zu einer Reduzierung des CO2 Aufkommens bei.“
„Mit dem Wasserbauingenieur Dr. Thomas Schützeneder konnten wir einen Fachmann gewinnen, der das Wissen, die Erfahrung sowie das notwendige Gespür mitbringt, um die Maßnahmen im Forstmoosgraben möglichst naturnah umzusetzen“, so Klaus Amann, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Kelheim. Der Verband hat in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden das Renaturierungskonzept erarbeitet. VöF-Biologe Robert Hierlmeier koordiniert die Maßnahme vor Ort. In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen werden Querriegel aus natürlichen Materialien wie Ästen und Wurzelstöcken in den Forstmoosgraben eingebaut. Diese werden dann mit Erde, Kies und Sand aus dem Nahbereich befestigt. „Weil diese natürlichen Hindernisse von Wasser überströmt werden, wird man schon nach kurzer Zeit keine Hinweise mehr auf die Baumaßnahmen finden. Mit Ausnahme des höheren Wasserspiegels des Forstmoosgrabens – aber das ist ja genau das Ziel!“, so Klaus Amann zur behutsamen Vorgehensweise.
 
 
Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.
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Klaus Amann, Geschäftsführer
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