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Während wir seit Wochen schwitzen und vielleicht ab und an kühlere Tage herbeisehnen, bereitet sich die Tierwelt emsig auf Herbst und Winter vor.

Das weitläufige Wurzelwerk der Goldruten wird mit dem Bagger abgeschoben. (Fotos: Andreas Frahsek, VöF)Das weitläufige Wurzelwerk der Goldruten wird mit dem Bagger abgeschoben. (Fotos: Andreas Frahsek, VöF)

Viele Tiere fressen sich ein Fettpolster an. Insekten können das allerdings nicht, denn ihre starre und harte Schale, der sogenannte Chitinpanzer lässt das Anlegen von Winterspeck nicht zu. Mit zunehmender Kälte werden sie sich unter die Rinde und in Ritzen von Gehölzen verkriechen und überdauern im „Energiesparmodus“ die kalte Jahreszeit. Bevor es soweit ist, sorgen zum Beispiel Schmetterlinge schon jetzt im Sommer für die nächste Generation.

Dazu brauchen sie nicht gemähte Grünlandbereiche, also lange Halme von Gräsern und Kräutern, an die sie ihre Eier heften, die über den Winter sogar Schnee und Frost trotzen. Die Gelege ruhen bis zum nächsten Frühjahr, dann werden kleine Schmetterlingsraupen aus den Eiern schlüpfen und Nahrung suchen. Sie benötigen vor allem heimische Pflanzen, einige Raupen sind sogar auf nur eine einzige heimische Pflanzenart als Futter spezialisiert. Um diese Bedingungen zu verbessern, hat der Landschaftspflegeverband Kelheim VöF im Zuge des Donautalprojekts in den vergangenen Jahren einen über 500 Meter langen steilen Ranken in Staubing bearbeitet, der landwirtschaftlich nicht nutzbar und gleichzeitig prädestiniert ist als Lebensraum für Insekten, Vögel und Niederwild, denn durch gezielte Entbuschungen hat der VöF hier ein vielfältiges Mosaik geschaffen aus nicht gemähten Altgrasbereichen, Gebüschinseln und Bäumen.

Gemeinsam mit der Stadt Kelheim hat der VöF jüngst einen weiteren Rankenabschnitt bearbeitet, auf dem ökologisch wenig bedeutsame kanadische Goldruten wuchern, die die ursprüngliche Wiese verdrängt haben und sich sogar in artenreiche Magerrasen auszubreiten beginnen. Dem wurde nun Einhalt geboten, indem die kanadischen Goldruten mitsamt ihrem flachen aber weitreichenden Wurzelwerk mit dem Kelheimer Bagger abgeschoben und zum Kompostieren transportiert wurden. „Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Bauhof ist wie gewohnt unkompliziert und zielgerichtet“, lobt Andreas Frahsek vom VöF. Auf den offenen Boden wurde von örtlichen Landwirten das Mähgut vom direkt angrenzenden Magerrasen aufgetragen. Die darin enthaltenen Samen von vielen verschiedenen Gräsern und Kräutern können hier nun keimen. „Mit dem artenreichen Mähgut von unseren städtischen Flächen, die man durchaus als ökologische Hotspots bezeichnen kann, neue Biotope zu schaffen und sie untereinander zu vernetzen, ist eine wirksame Strategie für mehr Artenreichtum“, berichtet Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger. Und VöF-Geschäftsführer Klaus Amann ergänzt: „Gerade in Zeiten des Klimawandels zeigt sich, dass wir solche heimische strukturreiche Ökosysteme brauchen, weil nur sie langfristig stabil und widerstandsfähig sind. Die Natur selektiert seit jeher in intelligenter Weise. Die Klimaanpassung findet hier schon statt.“

 

 

Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V.
Andreas Frahsek, Dipl.-Ing.
Landschaftsarchitekt ByAK
Baumkontrolleur FLL
Donaupark 13
93309 Kelheim
Tel.: 09441/207-7322
Fax: 09441/207-7350
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Internet: www.voef.de
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