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Das neue Verkehrssicherheitsprogramm 2030 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“

Landkreislogo 50 Jahre (Grafik: Landratsamt Kelheim)443 Menschen wurden im Jahr 2021 bei Straßenverkehrsunfällen in Bayern getötet und 56.683 Menschen verletzt (1). Mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2030 (VSP 2030) „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ soll bis zum Jahr 2030 die Verkehrssicherheit auf Bayerns Straßen noch weiter erhöht werden - um so die Zahl der Getöteten und Verletzten weiter zu reduzieren.

Bereits das Verkehrssicherheitsprogramm 2020 (VSP 2020) „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ verringerte erfolgreich die Zahl der Verkehrstoten und die Verletztenzahl. Mit dem Nachfolgeprogramm soll die erfolgreiche Arbeit nun fortgesetzt werden.

Ziele

Im Fokus des VSP 2030 steht neben der Reduzierung der Getöteten und Verletzten auch die Verbesserung der Sicherheit auf Landstraßen. Besonders gefährdete Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer wie Radfahrende, Zufußgehende, Kinder, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung (2) sollen noch besser geschützt werden (3). Das neue VSP soll auch ein Bewusstsein dafür schaffen, wie wichtig die Eigenverantwortung aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer ist, und an eine verantwortungsbewusste Teilnahme am Straßenverkehr appellieren (4).

Umsetzung

Die häufigste Todesursache im Straßenverkehr ist nach wie vor zu schnelles Fahren bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit. Bei einem Zusammenprall eines Fußgängers mit einem Fahrzeug mit Tempo 30 liegt die Überlebenschance bei 70 %. Ist das Fahrzeug mit 50 km/h unterwegs, sinkt die Überlebenschance schon auf 20 %. Ab Tempo 60 gibt es keine signifikante Überlebenschance mehr (5). Aus diesem Grund werden mehr Geschwindigkeitsüberwachungsaktionen durchgeführt und die Bayerische Polizei wird mit der neuesten Technik für die technische Verkehrsüberwachung ausgestattet (6). Die Aufstockung stationärer Messmöglichkeiten der kommunalen Verkehrsüberwachungsdienste steigern die Verkehrssicherheit innerorts. Darüber hinaus sollen polizeiliche Kontrollen die Einhaltung von Verkehrsregeln durch Radfahrer und den Schwerverkehr verstärkt überwachen. Außerdem sollen sie konsequent kontrollieren, dass Autofahrer keine Radfahrer gefährden. Auch aggressives Fahrverhalten und illegale Fahrzeugrennen werden verstärkt geahndet und bestraft (7).

Um die Sicherheit der Motorradfahrer zu verbessern, werden z. B. bestehende Schutzplanken mit einem sog. Unterfahrschutz ausgerüstet. Großzügige Sichtfelder an Knotenpunkten im Bereich von Motorradstrecken lassen andere Verkehrsteilnehmer Motorradfahrerinnen und -fahrer schon von Weitem besser erkennen.

Gefahrenstellen und Sicherheitsmängel an Straßen und Verkehrswegen werden durch straßenbauliche, verkehrstechnische und ggf. verkehrsregelnde Maßnahmen bestmöglich beseitigt (8). Der Ausbau der Bankette an besonders schmalen Landstraßen ermöglicht sicherere Brems- und Ausweichmanöver.

Zukunftsausblick

Das Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration und das Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr wollen sich ergänzend an Forschungsvorhaben der Wissenschaft und der Fahrzeugindustrie zu Fragen rund um die Verkehrssicherheit beteiligen und diese aktiv unterstützen. Darüber hinaus soll die Weiterentwicklung von eCall-Notrufsystemen gefördert werden (9). „Der digitale Ersthelfer im Auto soll Notrufstellen bei Verkehrsunfällen schnell und präzise informieren und infolge die Zahl der Verkehrstoten deutlich reduzieren.“(10)

Um Unfälle grundsätzlich zu vermeiden, muss ein teilweiser Umbau des öffentlichen Straßenraums erfolgen. Automatisiertes Fahren und Fahrerassistenzsysteme haben großes Potenzial das Risiko für einen Unfall zu reduzieren, Unfälle abzuschwächen oder sogar zu verhindern.

Allerdings ist hierfür eine geeignete Straßeninfrastruktur notwendig (11). Bis zum Jahr 2030 will die Bayerische Staatsregierung für den Ausbau und zur sichereren Gestaltung von Straßen, Rad- und Fußwegen insgesamt 500 Millionen Euro investieren (12).

Trotz aller Bemühungen werden Unfälle trotzdem weiterhin nicht komplett zu verhindern sein. Deshalb gilt es, Unfälle in Zukunft systematisch zu untersuchen und daraus gezielt Gegenmaßnahmen abzuleiten (13). Aber keine Gegenmaßnahme bringt den erwünschten Erfolg, wenn nicht die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer rücksichtsvoll und eigenverantwortlich handeln. So kann nur an eine pflichtbewusste Teilnahme im Straßenverkehr appelliert werden.

Quellenangaben:

1 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration: Verkehrsunfallstatistik 2021: Deutlich weniger Verkehrstote und Verletzte,

https://www.innenministerium.bayern.de/med/aktuell/archiv/2022/220221verkehrsunfallstatistik/ (aufgerufen am 29.07.2022)

2 vgl. Landesbaudirektion Bayern: Verkehrsunfallgeschehen auf Straßen des überörtlichen Verkehrs in Bayern, Ausgabe 2021, Seite 12

3 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Bayern mobil, sicher ans Ziel, Schwerpunkte & Ziele, Unsere Ziele, https://www.sichermobil.bayern.de/ziele/index.php (aufgerufen am 28.07.2022)

4 vgl. Landesbaudirektion Bayern: Verkehrsunfallgeschehen auf Straßen des überörtlichen Verkehrs in Bayern, Ausgabe 2021, Seite 14

5 vgl. Universität Duisburg/Essen: Die Auswirkungen von Tempo 30 auf die Verkehrssicherheit, https://www.vsf.de/fileadmin/inhalte/public/06_Engagement/tempo30/Maria_Limbourg_Tempo30.pdf (aufgerufen am 01.08.2022)

6 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Bayern mobil, sicher ans Ziel, Zukunftstechnologien, https://www.sichermobil.bayern.de/ziele/index.php (aufgerufen am 28.07.2022)

7 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Verkehrssicherheitsprogramm 2030, Handlungsfeld „MOBIL UND SICHER IM PKW“, März 2021, S. 15

8 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Bayern mobil, sicher ans Ziel, gebaute Sicherheit, https://www.sichermobil.bayern.de/stmb/index.php (aufgerufen am 29.07.2022)

9 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Bayern mobil, sicher ans Ziel, Zukunftstechnologien, https://www.sichermobil.bayern.de/ziele/index.php (aufgerufen am 28.07.2022)

10 Verbraucherzentrale: eCall: So funktioniert das automatische Notrufsystem im Auto, Stand: 13.06.2022,

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/reise-mobilitaet/unterwegs-sein/ecall-so-funktioniert-das-automatische-notrufsystem-im-auto-32100 (aufgerufen am 29.07.2022)

11 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration: Neues Verkehrssicherheitsprogramm 2030: Bayern mobil – Sicher ans Ziel, Zukunftstechnologien,

https://www.stmi.bayern.de/med/aktuell/archiv/2021/210412verkehrssicherheitsprogramm/ (aufgerufen am 29.07.2022)

12 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration: Neues Verkehrssicherheitsprogramm 2030: Bayern mobil – Sicher ans Ziel,

https://www.stmi.bayern.de/med/aktuell/archiv/2021/210412verkehrssicherheitsprogramm/ (aufgerufen am 29.07.2022)

13 vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr: Bayern mobil, sicher ans Ziel, Zukunftstechnologien, https://www.sichermobil.bayern.de/zukunftstechnologien/index.php (aufgerufen am 28.07.2022)

 

Sonja Endl

Stellv. Pressesprecherin
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