Am Abenshang unterhalb des Römerkastells Abusina in Eining kümmern sich Ziegen um die Wiederherstellung eines ehemaligen artenreichen Magerrasens und zugleich um die Sichtfreistellung der historischen Anlage.
Schäfer Michael Schlamp kontrolliert während der Beweidungsdurchgänge täglich den Zustand der Tiere und der Zaunanlage. (Foto: Veronika Stiglmaier)Schäfer Michael Schlamp kontrolliert während der Beweidungsdurchgänge täglich den Zustand der Tiere und der Zaunanlage. (Foto: Veronika Stiglmaier)
Den Abenskanal kann man vom Kastell Abusina aus nur erahnen, obwohl er gleich unterhalb gemächlich der Donau zufließt. Der Grund für die eingeschränkte Sicht ist das Aufwachsen zahlreicher Gehölze und Gebüsche auf der steil abfallenden Fläche. Der zunehmende Gehölzaufwuchs beeinträchtigt aber nicht nur die Aussicht, sondern auch die Entwicklung eines artenreichen Magerrasens, der früher in diesem Hangbereich vorherrschte.

So wird der Grünlandtyp bezeichnet, der sich auf trockenen nährstoffarmen Standorten im Zusammenspiel mit einer extensiven Beweidung entwickelt und eine hohe Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten beherbergt. Am Abenshang sind noch kleine Restflächen dieses Grünlandtyps vorhanden, die sich nun durch die Beweidung wieder auf die gesamte Fläche ausbreiten sollen. Erledigt wird diese Aufgabe von 15 Ziegen und 2 Steinschafböcken, die dem Schäfer Michael Schlamp aus Eining gehören und von diesem betreut werden. In dieser Woche beginnt der zweite Pflegeeinsatz der Herde, nachdem der erste Durchgang im Juli zur vollsten Zufriedenheit von Schäfer und VöF abgeschlossen wurde. Klaus Amann Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Kelheim VöF e.V. freute sich auch über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Neustadt, die die Fläche für die Testbeweidung im Rahmen des Donautal-Projekts zur Verfügung gestellt hat: „Ohne eine qualifizierte Beweidung ist das ökologische und auch das kulturhistorische Potential dieser ehemals sehr artenreichen Flächen für die Zukunft nur schwer zu erhalten. Mit der glücklichen Fügung, dass wir hier vor Ort einen ausgebildeten Schäfer haben und die Stadt Neustadt diese Form der Bewirtschaftung mitträgt, sehe ich gute Chancen für eine positive Artenentwicklung“, so Klaus Amann. Da im Landkreis Kelheim nicht nur die Fläche am Abenshang von einer zunehmenden Verbuschung betroffen ist, sondern auch andere Flächen, die meist steil und schwer zugänglich sind, sucht der VöF nach Alternativen zur händisch/maschinellen Entbuschung. Dass Ziegen sich dafür sehr gut eignen, konnte im letzten Jahr im Rahmen eines Förderprojektes des Bayerischen Naturschutzfonds in Zusammenarbeit mit den Landwirtschafts- und Naturschutzbehörden ermittelt werden. Das pilothafte Ziegenbeweidungsprojekt läuft im Rahmen des Donautal-Projekts und wird über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien gefördert. „Wir sind gespannt, wie sich die Hangfläche am Römerkastell entwickelt. Neben dem positiven ökologischen Aspekt hat für uns das Landschaftsbild insbesondere auch im Umgriff des Römerkastells einen wichtigen touristischen Wert“, so Bürgermeister Thomas Memmel von der Stadt Neustadt.


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