Podiumsdiskussion mit MdL Ruth Müller auf der MS Renate
v.l.: Svea Petersen (schweinfach-glücklich) Maris Meixner, SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller, Stephan Schweiger SPD-Landratskandidat, Direktvermarkterin Angelika Wimmer aus Rottenburg, Rudi Buchner (Tafel Abensberg), Luisa Brummer (Boderei Sandharlanden) (Foto: Christian Delong)v.l.: Svea Petersen (schweinfach-glücklich) Maris Meixner, SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller, Stephan Schweiger SPD-Landratskandidat, Direktvermarkterin Angelika Wimmer aus Rottenburg, Rudi Buchner (Tafel Abensberg), Luisa Brummer (Boderei Sandharlanden) (Foto: Christian Delong)
Groß war das Interesse an der Podiumsdiskussion zum Thema „Lebensmittelverschwendung“, zu dem die Landshuter Landtagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller zusammen mit der SPD Kelheim eingeladen hatte. Direktvermarkter, Landfrauen, Frauenbund Vertreter sozialer Einrichtungen, Bauernverband und zahlreiche Kommunalpolitiker aller Couleur konnte Maria Meixner von der SPD Kelheim auf der MS Renate begrüßen. „Über 11 Mio. Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll“, so Maria Meixner. Dies sei ein großes Problem, weil dadurch aus empfundenem Überfluss heraus Ressourcen wie Wasser und Energie vergeudet werden, während immer noch über 800 Millionen Menschen weltweit Hunger leiden.
Stephan Schweiger stellte in seinem Grußwort fest, dass man mit diesem Thema wohl auch einen Nerv der Zeit getroffen habe, denn der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln rücke wieder ins Bewußtsein der Verbraucher.
Die Landshuter SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller hatte in ihrem Impulsreferat gleich ein paar Zahlen parat: Den Inhalt eines Brotkorbs, rund ein Kilo, schmeiße der Durchschnittsbürger in Deutschland pro Woche weg, denn ca. 55 Kilogramm Lebensmittel würden im Müll landen, über zehn Prozent davon seien Brot- und Backwaren. Dagegen vorzugehen sei nicht nur in Bezug auf Umwelt und Wirtschaft notwendig, sondern auch moralische Pflicht. Das EU-Parlament hat deshalb im Mai 2017 beschlossen, die Lebensmittelverschwendung bis 2025 um 30% und bis 2030 um 50% zu reduzieren – nun müssten aber auch konkrete Maßnahmen folgen. Die Politik sollte, so Müller, Lebensmittelspenden erleichtern, Regional- und Direktvermarktung fördern, für bessere Ernährungsbildung an Schulen sorgen und Tafeln unterstützen.
Doch auch jeder Haushalt könne dazu beitragen, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Schließlich stelle in Industrienationen der Endverbraucher mit über 50% der Abfälle das größte Problem dar. Am einfachsten ließe sich dies durch gutes Vorausplanen und Einkaufslisten verhindern. Hilfreich sei außerdem, morgens ein Bild vom Inhalt des Kühlschranks machen – so sehe man unterwegs, was weg muss und könne entsprechend einkaufen.
In der Diskussion wurde dann auch die Foodsharing-Gruppe Kelheim erwähnt, bei der man sich anmelden könne. Dort werden übriggebliebene Lebensmittel online gestellt. Meist werden diese dann innerhalb kürzester Zeit abgeholt.
Die Direktvermarkterin Angelika Wimmer aus Rottenburg, die auch auf dem Wochenmarkt Bad Gögging ihre Waren verkauft, forderte, dass endlich das unselige „Mindesthaltbarkeitsdatum“ verschwinde, außerdem plädierte sie dafür die Lebensmittel mehr wertzuschätzen.
In ihrem Kurzvortrag erläuterte Svea Petersen aus Saal ihre Idee des Konzepts „Schweinfach glücklich“, das sie mit ihrem Mann auf dem Betrieb umsetze. Am Ende werden alle Teile des Schweins verwertet und verkauft, der Kunde bekommt ein Paket mit 25 Kilogramm, das alles vom Schwein enthalte, auch Knochen.
Zu einem anderen Bewußtsein im Umgang mit Lebensmitteln mahnte auch Luisa Brummer von der „Boderei“ in Sandharlanden. Dort gibt es unverpackte Lebensmittel zu kaufen, sodass sich Kunden immer die passende Menge abholen können, ohne zusätzlichen Müll zu erzeugen.
Rudi Buchner und Raimund Fries von den Tafeln Abensberg und Kelheim berichteten über ihr ehrenamtliches Engagement, um zum einen Lebensmittel zu retten und zum anderen Menschen zu versorgen, die ein schmales Budget haben. Unterstützt werden die Tafeln von Logistikern, Lebensmittelhändlern, Landwirten, aber auch Schulen oder Vereinen, die beispielsweise vor Weihnachten Aktionen wie „Kauf eins mehr“ starten. Auch „Winterschuhaktionen“ für Kinderschuhe werden mit Spendengeldern organisiert.
Am Ende der Diskussion wurde deutlich, dass ein wichtiger Baustein auch die Ernährungsbildung – sowohl in der Schule als auch im Elternhaus sei. Maria Meixner, die die Diskussion moderierte, zog ein positives Fazit: Es gebe ein Umdenken und viele Ideen, um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Aber nicht die Politik alleine könne das lösen, sondern jeder einzelne mit seinem Konsumverhalten und der Wertschätzung von Lebensmitteln.

Sigrid Altweck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Bürgerbüro Ruth Müller, MdL
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