Mit seit Oktober 2015 vier Anlaufstellen für Ratsuchende im Landkreis Kelheim ist die staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen DONUM VITAE e.V. Landshut nun von fast allen Orten im Landkreis Kelheim gut erreichbar, stellte die zuständige Bevollmächtigte Dr. Gudrun Weida bei der Vorstellung des Tätigkeitsberichts über die Außensprechstunden im Jahr 2016 befriedigt fest. In Mainburg steht Dipl.-Soz.päd. (FH) Siglinde Hutzenthaler jede Woche zur Verfügung, nach Kelheim kommt Dipl.-Soz.päd. (FH) Simone Beck zweimal und nach Neustadt und Abensberg einmal pro Monat (s. unten).

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Beide haben eine Zusatzausbildung für die Schwangerenberatung absolviert. Selbstverständlich ist die Wahl des Beratungsortes völlig freigestellt DONUM VITAE ist in Bayern mit 21 Beratungsstellen an 65 Orten präsent. Die Beratung ist kostenfrei und unabhängig von Konfession und Nationalität. Sie kann auch anonym erfolgen. Alle Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle – nicht nur die Beraterinnen - sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Im Jahr 2016 kamen insgesamt 130 Ratsuchende, gut 15 Prozent aller Klientinnen der Beratungsstelle Landshut, in die Außensprechstunden im Landkreis. Es waren 30 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Beratungskontakte und der Zeitaufwand erhöhten sich allerdings nicht, sondern sanken sogar leicht. Kontakte per Telefon und per Mail wurden hierbei nicht erfasst und blieben für die Statistik außer Betracht.
Zunehmend an Bedeutung gewinnt die Internetseite, da sehr viele Klientinnen sich im Vorfeld einer Terminvereinbarung online über DONUM VITAE informieren. Die Beratungsstelle Landshut ist unter www.landshut.donum-vitae-bayern.de zu finden.

Weitaus die meisten Beratungen von DONUM VITAE im Landkreis, nämlich 101, fanden in Mainburg statt. Neustadt verzeichnete 15, Abensberg 14 und Kelheim 12 Kontakte. Das hauptsächliche Tätigkeitsfeld ist die
Einzel- oder Paarberatung vom Beginn der Schwangerschaft bis zu drei Jahren nach der Geburt eines Kindes. Auch werdende Väter werden beraten, ihre Zahl nimmt zu. Im Berichtszeitraum wurden an allen vier Orten die meisten Stunden für die allgemeine Schwangerenberatung aufgewendet: in Mainburg ca. 75, sonst fast 60 Prozent. Oft ging es dabei um Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen auf Elterngeld, Kinderzuschlag, Arbeitslosengeld II und Wohngeld. „Das ist alles so kompliziert geworden, dass es selbst Akademiker kaum verstehen“, so Siglinde Hutzenthaler. Die nachgehende Betreuung nach der Geburt, die
2015 in Kelheim mit 57 Prozent den größten Anteil hatte, nahm dieses Mal überall die zweite Stelle ein. Mit lediglich 8 Kontakten insgesamt war der Bedarf an Schwangerschaftskonfliktberatung im Jahr 2016 geringer als bisher – offenbar keine Besonderheit des Landkreises Kelheim: Einen Rückgang von 14 zu 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die gesamte Beratungsstelle Landshut. Auch die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche sei seit Jahren rückläufig. Dies ist insofern bemerkenswert, als der Ausstieg der katholischen Kirche aus der Konfliktberatung nach §219 StGB der Anlass zur Gründung von DONUM VITAE im Jahr 2001 war.
Sehr erfreut zeigten sich die Beraterinnen, dass im Berichtsjahr wesentlich mehr finanziellen Hilfen an Frauen und Familien in Not vermittelt werden konnten als 2015: in Stadt und Landkreis Landshut und Landkreis Kelheim gut 152.000 € gegenüber 92.000 €. Die Erhöhung trage der „neuen Armut“ in unserem reichen Land Rechnung, in dem die Schere zwischen Arm und Reich sich immer mehr öffnet.
Ein Herzensanliegen sei ihr, sagte Gudrun Weida, auf einige weitere Beratungsangebote von DONUM VITAE hinzuweisen, die statistisch nicht ins Gewicht fallen, weil sie kaum in Anspruch genommen werden, die aber im Einzelfall sehr wichtig und hilfreich sein können: psychosoziale Beratung bei Kinderwunsch und im Zusammenhang mit Pränataldiagnostik sowie bei zu erwartender Behinderung des Kindes, Beratung nach einer
Fehl- oder Totgeburt und nach einem Schwangerschaftsabbruch, und nicht zuletzt Beratung und Betreuung im Rahmen der vertraulichen Geburt und/oder der anonymen Geburt.
Seit dem 1. Mai 2014 ist das „Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt“ in Kraft. Dabei wird den Frauen, die ihr Kind kurz nach der Geburt zur Adoption freigeben, mindestens 16 Jahre Anonymität zugesichert. Die persönlichen Daten der Mutter werden versiegelt beim“ Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“ aufbewahrt und können nach der Frist nur vom Kind eingesehen werden. DONUM VITAE Landshut mit seinen Außenstellen bietet wie auch andere Schwangerenberatungsstellen Beratung und Betreuung im Rahmen der vertraulichen Geburt an. Daneben bietet DONUM VITAE weiter das bereits 1999 konzipierte „Moses-Projekt“ an, das Anonymität über das 16. Lebensjahr hinaus garantiert. DONUM VITAE hat damit jahrelange Erfahrung. Im süddeutschen Raum ist es der einzige Anbieter von anonymer Geburt. Das Beratungsteam hofft sehr darauf, dass sie auch nach einer demnächst anstehenden Evaluation von vertraulicher und anonymer Geburt geduldet wird, denn nach seinen Erfahrungen über die Jahre hinweg wird es immer wieder einmal vorkommen, dass eine Frau auch
16 Jahre nach der Geburt ihres Kindes um ihr Leben fürchten muss, wenn bekannt wird, dass sie die Mutter ist.
Abgesehen von seiner Beratungstätigkeit ist DONUM VITAE im Landkreis seit 10 Jahren auch mit einer anderen Aktivität präsent: Vor 10 Jahren wurde auf Betreiben von DONUM VITAE und dem Ortsverband der Frauen-Union im Waldfriedhof in Kelheim eine Gedenk- und Grabstätte für Kinder errichtet, die vor oder bei der Geburt gestorben sind, und seit 14.
April 2007 finden dank der Unterstützung der Goldbergklinik an jedem zweiten Samstag im Vierteljahr ökumenische Abschiedsfeiern mit anschließender Sammelbestattung statt, die von DONUM VITAE und FU mit einem Team von Ehrenamtlichen betreut und begleitet werden.


Außensprechstunden von DONUM VITAE Landshut in:
Abensberg, Stadionstr. 60, jeden 3. Donnerstag im Monat 10:00 – 12:00 Uhr

Kelheim, Ludwigstr. 8, jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat 10:00 – 12:00 Uhr

Mainburg, Marktplatz 4, jeden Dienstag 14:30 – 16:30 Uhr

Neustadt an der Donau, Goethestr. 2, jeden 1. Donnerstag im Monat 10:00 – 12:00 Uhr
Beraterinnen: für Abensberg, Kelheim und Neustadt Simone Beck, für Mainburg Siglinde Hutzenthaler. Beide Beraterinnen sind Diplom-Sozialpädagoginnen mit Zusatzausbildung für Schwangerenberatung.
Terminvereinbarung für alle Außensprechstunden unter Tel. 0871 9746780,

Notruf-Telefon Tag und Nacht unter 0800 0066737.