Logo editorial (Grafik: br-medienagentur)„Gescheite Leute müssen keine Narren sein.“
(deutsches Sprichwort)

Nun ja, der Februar ist der Faschingsmonat schlechthin. Karnevalistischen Narren begegnet man dann überall, sei es in den mannigfaltigen Medien, sei es bei Straßenumzügen oder bei Tanzveranstaltungen. Diese Narren sind harmlos. Sie verkörpern die bereits aus dem Mittelalter bekannte Definition eines Narren, der, auch bei Hofe, als Spaßmacher in bunter Verkleidung die Leute unterhielt und für allgemeine Belustigung sorgte.
Doch alles andere als lustig ist, was sich ein Narr derzeit erlaubt, der jedoch wohl zu einer weiteren Begriffsdefinition gehört, nämlich derer, nach der Narren auch Personen sein können, die sich dumm, einfältig und ignorant verhalten „und sich auf Basis ihrer Unwissenheit als Gelehrte aufplustern, ohne ihre Unwissenheit zu erkennen, weil sie denken, ihre Unwissenheit sei großes Wissen.“ (Quelle: Wikipedia, 25.01.18)
Dieser bewusste Narr gibt sich jedoch der Allgemeinheit nicht zu erkennen: Er schreibt an mehrere unbescholtene Bürgerinnen und Bürger anonyme Briefe, beleidigt, beschimpft und diskreditiert sie unflätig, ja bedroht sie sogar ohne Grund und ohne Wissen.
Dieser charakterlose Narr versteckt sich feige hinter seiner anonymen Maske. Er gibt den Adressaten seiner dummdreisten Ergüsse damit noch nicht einmal die Möglichkeit das Gespräch zu suchen. Wer Kritik übt und eine Meinung hat, hat das gute Recht, sich zu äußern, doch sollte man sich mit dem Gegenüber auseinandersetzen und nicht diffamierende Unwahrheiten zusammenschwafeln.
Hat wohl der Philosoph Arthur Schopenhauer Recht? Er schreibt in seinem Werk „Die Kunst zu beleidigen“: „Eine besonders lächerliche Impertinenz solcher anonymer Kritiker ist, dass sie wie die Könige per Wir sprechen, während sie nicht nur im Singular, sondern im Diminutiv, ja im Humilitiv reden sollten: Meine erbärmliche Wenigkeit, meine feige Verschmitztheit, meine verkappte Inkompetenz, meine geringe Lumpacität und so weiter.“
Und auch unser Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe machte sich Gedanken zu solchen Narren:
„Unter allem Diebsgesindel sind die Narren die schlimmsten: sie rauben euch beides, Zeit und Stimmung.“
Doch die Stimmung lassen sich die Betroffenen nicht vermiesen. Strafanzeige ist gestellt, nun ist die Exekutive damit beschäftigt.
Wenn ich mich auch als absoluten Faschingsmuffel outen muss, wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, dass sie die verbleibende Karnevalssession genießen und Spaß haben.
Ihr
Herausgeber