Logo editorial„Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Die Feiertage sind vorüber – sieht man einmal vom 06. Januar ab, der in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt gesetzlicher Feiertag ist. Die einen freuten sich über die vielen freien Tage, die anderen sind froh, dass der Alltag wieder das Leben regelt, vor allem Alleinstehende. Wer denkt an sie, wenn man mit der Familie und Freunden an festlichen Tafeln sich dem süßen Leben hingibt? Sicher gibt es karitative Einrichtungen, die sich um einsame Menschen zu Weihnachten kümmern und ihnen ein paar Stunden Aufmerksamkeit und Geselligkeit schenken. Doch reicht das aus?

Meine Ehefrau erzählt oft von früheren Weihnachtsfesten als wir uns noch nicht kannten. Damals waren im Rhein-Main-Gebiet sehr viele US-amerikanische Soldaten stationiert, die meisten ohne ihre Familien. Die dort beheimateten Deutschen wurden aufgerufen, einen – oder auch mehrere – Amerikaner zu sich nach Hause einzuladen, um mit ihnen gemeinsam das Weihnachtsfest zu feiern und ihnen damit darüber hinwegzuhelfen, dass sie nicht mit ihren Familien das Fest begehen konnten. Auch die Familie meiner Frau lud US-amerikanische Soldaten zum 1. Weihnachtsfeiertag zu sich ein. Sie nahmen an diesem Tag am Familienleben teil und genossen dankbar die Zeit bei ihrem Gastgeber in familiärer Atmosphäre. Die Einladungen erfolgten, und das sollte nicht unerwähnt bleiben, obwohl mein Schwiegervater als 17-jähriger Jüngling, in den letzten Wochen des 2. Weltkriegs noch eingezogen und von den amerikanischen Streitkräften gefangen genommen worden war; und er in dieser Gefangenschaft alles andere als menschenwürdig behandelt worden war. Er sprang sozusagen über seinen Schatten und hegte keinen Groll gegenüber den meist auch sehr jungen in Deutschland Stationierten des damaligen Kriegsgegners: „Sie können ja auch nichts dafür, was damals mit mir und meinen mitgefangenen Kollegen passiert ist.“ Er hatte Frieden geschlossen mit der Vergangenheit.
Wünschenswert wäre Frieden weltweit, doch dieser Wunsch wird unerfüllt bleiben, solange bestimmte Machthaber in ihrem Wahn und ihrer Selbstüberschätzung glauben, politisch oder religiös anders denken Menschen ihre ganz eigenen Vorstellungen von einem „friedlichen“ Zusammenleben aufzwingen wollen. Also, weltweit wird der Wunsch nach Frieden ein frommer Wunsch bleiben, doch in der kleinsten Kommune, auf Gemeindeebene, sollte es doch möglich sein, „friedlich“ und demokratisch zum Wohl der Mitbürgerinnen und Mitbürger miteinander umzugehen und das wünsche ich mir für das Jahr 2018 und folgende.
Und Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, wünsche ich für das Jahr 2018 alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit, Glück und Erfolg sowie persönliches Wohlergehen und – nicht zu vergessen – ein friedvolles Zusammenleben, denn „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ (Willy Brandt)!
Ihr
Herausgeber