Logo editorial„Im Zeitalter der elektronischen Medien kann nur der Zeitungsleser das Blatt noch wenden.“
(Siegfried Wache, Autor)

Hoppla, werden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, jetzt bestimmt denken, warum verwendet der Herausgeber eines elektronischen Mediums, einer Online-Zeitung, dieses Zitat als Thema für das monatliche Editorial.

Die einfache Erklärung: Immer mehr Tages- und Wochenzeitungen sind mittlerweile auch im World Wide Web vertreten, weil die Leserschaft keinen Wert mehr auf Papierwust und -flut durch eingelegte Werbeprospekte legt, sondern die Zeitung/en bequem – wo immer man sich gerade aufhält – über einen Laptop oder mittels Smartphone und Tablet-PC lesen will. Für Druckmedien, die nicht innovativ reagierten, die also ihr Presseerzeugnis nicht online zur Verfügung stellten, bedeutete dies das AUS; sinkende Verkaufszahlen und daraus resultierend auch sinkende Werbeeinnahmen trugen ihren Teil dazu bei. Nur ein paar Beispiele: Die Financial Times Deutschland stellte ihr Druckmedium ein, ebenso das US-amerikanische Wochenmagazin Newsweek. Die Frankfurter Rundschau musste Insolvenz anmelden und erscheint nur noch, weil ein Verlegerkonsortium den Rundschau-Verlag übernahm, und auch die Münchner Abendzeitung ging in Insolvenz. Und das sogenannte „Zeitungssterben“ wird laut Meinung von Medienexperten noch weitergehen. Hat man die digitale Revolution verpennt, gehört man nicht mehr zum Establishment! Sprich: Die Online-Gemeinde wird immer größer, und wer groß ist, hat die Macht.
Kürzlich habe ich in einer durch Werbung finanzierten Monatszeitung, die im Rhein-Main-Gebiet kostenlos an Haushalte verteilt wird, einen „Hilfe-Ruf“ gelesen, der mich einerseits ob der Chuzpe verblüffte, aber andererseits auch nachdenklich stimmte, ob es denn wirklich irgendjemanden gibt, der diese Rettungsaktion für ein Druckmedium finanziell unterstützen will. Sinngemäß wurden vom Verleger dieses Journals in einem fast ganzseitigen „Wort in eigener Sache“ Leute gesucht, die mindestens einen vierstelligen Betrag, der mit vier Prozent (!) verzinst werden soll, dem Verleger für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellen, damit die Finanzierung, also die Herausgabe dieses Journals, gewährleistet bleibt. Dies ist kein Witz, sondern Realität, die nachweisbar ist. Nicht nachweisbar wird sein, wer darauf reagiert und tatsächlich sein Erspartes in dieses Angebot investiert.
Es sei Ihnen versichert, liebe Leserin, lieber Leser, dass der „Bad Abbacher Kurier“ Sie auch zukünftig kostenfrei über das aktuelle Tagesgeschehen im Landkreis Kelheim informieren wird und ich auch nicht vorhabe, „Anteilsscheine“ herauszugeben!
Bleiben Sie gesund und munter!
Ihr
Herausgeber