Lehrer Stefan Rittger rettet Schulkinder auf der B 20

Stefan Rittger wurde für seinen beispielhaften Einsatz vom AvD zum "Held der Straße" im Juli geehrt (Foto: AvD)Stefan Rittger wurde für seinen beispielhaften Einsatz vom AvD zum "Held der Straße" im Juli geehrt (Foto: AvD)Am 30. Mai war Lehrer Stefan Rittger (56) mit zwei weiteren Kollegen und 41 Schülern auf dem Weg ins Schullandheim. Unterwegs kollabierte der Busfahrer und das Fahrzeug geriet auf die Gegenfahrbahn. Durch schnelles und beherztes Eingreifen konnte Stefan Rittger eine Katastrophe verhindern. Dafür verleiht ihm der Automobilclub von Deutschland (AvD) die Auszeichnung „Held der Straße des Monats Juli 2022“.
Es ist schon fast Routine, wie in den Jahren davor: Stefan Rittger, Lehrer an der Hans-Scholl-Grundschule in Burglengenfeld geht gemeinsam mit drei Kollegen und 41 Schülerinnen und Schülern der Klassen 4 a und 4 d im Bus auf Klassenfahrt. Ihr Ziel ist das Schullandheim in Kollnburg in der Nähe von Viechtach im Bayerischen Wald. Die Stimmung ist prächtig, die Vorfreude groß, es wird gelacht und gefeixt – Klassenfahrt eben.
Nach rund 45 Minuten liegt etwa die halbe Strecke hinter der Reisegruppe, die jetzt auf der B 20 bei Cham unterwegs ist. Rittger sitzt hinter dem 69-jährigen Busfahrer, als dieser plötzlich klagt: „Mir geht es irgendwie nicht gut, ich fahr bei der nächsten Gelegenheit mal rechts ran.“ Kurze Zeit später bemerkt Rittger, dass der Busfahrer regungslos nach vorne klappt, der Bus steuert fahrerlos nach links auf die Gegenfahrbahn.
Rittger reagiert sofort, geht vor zum Busfahrer und versucht, den Bus nach rechts zu lenken, aber das klappt nicht, weil der Fahrer das Lenkrad blockiert. Er versucht, die Bremse zu betätigen, aber auch dabei ist der regungslose Fahrer im Weg. Zudem hat Rittger bereits die klobigen Wanderschuhe an, bekommt den Fuß nicht richtig auf die Bremse. Mittlerweile schrammt der Bus an der Leitplanke der Gegenfahrbahn entlang, Rittger kniet sich vor die Pedale und bremst den Bus mit den Händen. Autos kommen entgegen, weichen aus, ein 52-Jähriger Autofahrer schafft es nicht und kracht mit seinem Auto frontal in den Reisebus, den Stefan Rittger zum Stehen gebracht hat.
Mittlerweile ist der Busfahrer wieder bei Bewusstsein, hat vom Unfall aber nichts mitbekommen und will weiterfahren. Rittger erklärt ihm die Situation, kümmert sich um die Absicherung der Unfallstelle mit Warnblinkanlage und Warndreieck, alarmiert den Notruf und schaut nach den Insassen des verunfallten Personenwagens. Sie sind nur leicht verletzt und ansprechbar, müssen aber ebenso wie der auch nur leicht verletzte Busfahrer von Rettungskräften später ins Krankenhaus gebracht werden.
Minuten danach sind die ersten Retter vor Ort, es ist ein Großeinsatz mit Helfern der umliegenden Feuerwehren von Kothmaißling, Weiding, Runding, Cham und Chammünster sowie des Technischen Hilfswerks. Später unterstützen auch noch Kollegen aus Chameregg und Chamerau die Rettungsaktion. Sie sperren die Straße, entfernen Trümmer und ausgelaufene Flüssigkeiten.
Die Kinder im Bus sind verstört, manche weinen und werden von Stefan Rittger und seinen Kollegen beruhigt, aber allen geht es gut, die Schülerinnen und Schüler sind unverletzt. Langsam legt sich die Anspannung und man beschließt, einen neuen Bus zu bestellen und die Reise fortzusetzen.
„Als wir schließlich in Kollnburg ankamen, haben wir beschlossen, erst einmal ein Eis zu essen“, erzählt Rittger. Der Schreck hängt allen noch in den Knochen, denn die B 20 wird auch von schweren Lkw stark frequentiert. „Man fragt sich danach schon, was wäre gewesen, wenn …“, so Rittger. „Wir haben ganz großes Glück gehabt“, sagt der „Held der Straße des Monats Juli 2022“ bescheiden.
Für seinen umsichtigen, schnellen und beherzten Einsatz verleiht der Automobilclub von Deutschland Stefan Rittger den Ehrentitel „Held der Straße des Monats Juli 2022“.
Der AvD sucht Monat für Monat mutige und selbstlose Heldinnen und Helden des Straßenverkehrs. Vorschläge nimmt der AvD per Mail unter dem Stichwort „Held der Straße“ entgegen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Unterstützt wird die Aktion von der Fachzeitschrift AUTO/Straßenverkehr.
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Als traditionsreichste automobile Vereinigung in Deutschland bündelt und vertritt der AvD seit 1899 die Interessen der Autofahrer. Am 11. Juli 1926 veranstaltete der AvD auf der AVUS in Berlin den 1. Großen Preis von Deutschland, für dessen Austragung er bis heute über 75-mal als sportlicher Ausrichter verantwortlich war. Seit dieser Saison fungiert der AvD als sportlicher Ausrichter und Sportorganisator für die DTM und setzt mit dem AvD Young Talent Team ein eigenes Wettbewerbsauto im Opel e-Rally Cup ein. Mit seiner breiten Palette an Services wie der weltweiten Pannenhilfe, einschließlich einer eigenen Notrufzentrale im Haus, weltweitem Auto- und Reiseschutz, Fahrertrainings sowie attraktiven Events unterstützt der AvD die Mobilität seiner Mitglieder und fördert die allgemeine Verkehrssicherheit. Das Gründungsmitglied des Automobilweltverbandes FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) betreut seine rund 1,4 Millionen Mitglieder und Kunden ebenso persönlich, wie individuell in allen Bereichen der Mobilität und steht für Leidenschaft rund ums Auto.
 
 
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