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Bad Abbacher Kurier

AKTUELL KRITISCH NEUTRAL UNVERWECHSELBAR

Herta Leitermann feierte mit Familienangehörigen und Freunden ihren 95. Geburtstag. Sehr erfreut war die langjährige Frauenreferentin in Regensburg und Bad Abbach sowie ab 1982 Ortsvorsitzende der Schlesischen Landsmannschaft in Bad Abbach durch den Besuch des Ersten Bürgermeisters Ludwig Wachs, welcher auch in Vertretung des Landrates für den Landkreis Kelheim gratulierte. Glückwünsche vom Ortsverband Landshut überbrachte Hans J. Kupke, auch in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Bezirksverbandes Niederbayern. Auch Reinhold Meny und Andreas Diermeier gehörten zu den Gratulanten und ließen das CSU-Mitglied Herta Leitermann hochleben.
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Die Jubilarin erblickte in Breslau das Licht der Welt. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie unbeschwert in ihrer Heimatstadt, wo ihre Eltern als Kaufleute ein eigenes Geschäft führten. Nach dem Besuch des Lyzeums absolvierte sie eine Ausbildung im elterlichen Betrieb. Daneben begeisterte sie sich für Sport, war aktive Läuferin und lernte schwimmen. Aber auch das Mandolinenspiel beherrschte sie und musizierte in einem Breslauer Orchester mit. Regelmäßig besuchte sie Theater- und Tanzveranstaltungen. Als Mitglied im Verein schlesischer Bergfreunde erkundete sie wandernd ihre schlesische Heimat. Doch im Januar 1945 war dann alles vorbei.
Leitermann3Während ihr Vater noch mit 60 Jahren zum Kriegseinsatz eingezogen worden war, flüchtete Herta Leitermann im Januar 1945 mit ihrer Mutter über Prag nach Hof. Dort konnte sie als Verkäuferin arbeiten. Aber bereits 1945 musste sie Hof wieder verlassen. Es ging nach Michelsneukirchen im Bayerischen Wald, wo sie Arbeit im Haushalt fand. Eine besondere Richtung nahm ihr Leben, als sie für einen Theaterbesuch in Regensburg Karten geschenkt bekam, denn hier lernte sie ihren späteren Ehemann Georg kennen. Seit September 1975 lebt die Jubilarin nun in Bad Abbach.
Anerkannt und geschätzt wird Herta Leitermann in Bad Abbach für ihre rege und aktive sowie liebevolle Arbeit bei der Landsmannschaft Schlesien. 1975 unternahm sie unter den damaligen sehr erschwerten Bedingungen ihre erste Fahrt zurück in die Heimat Schlesien. 32 weitere Fahrten sollten folgen, worüber sie akribisch Buch führte. Seit über 40 Jahren unterhält sie auch Kontakte zu in der Heimat Verbliebenen, die sich nach der politischen Wende im heutigen Deutschen Freundschaftskreis in Breslau und Laband vereinigt haben. Durch diese freundschaftlichen Beziehungen werden von ihr hilfsbedürftige Personen mit Sach- und Geldspenden unterstützt.
Für ihr herausragendes Engagement hat sie bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten: Im Jahr 1995 wurde sie mit der Goldenen Ehrennadel geehrt, 2003 mit dem Schlesierkreuz als höchste Auszeichnung der Landsmannschaft Schlesien und 2006 erhielt sie das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für im Ehrenamt tätigen Personen.
Im zweiten Halbjahr 2015 war für Herta Leitermann das Ende des Ortsverbandes Bad Abbach absehbar. Altersbedingt verringerte sich die Zahl der Mitglieder rapide. Nach dem Tod ihres Ehemannes und längerer Erkrankung verstärkte sich zudem ihre fortschreitende Erblindung. Dies bedeutete nun das endgültige Aus ihrer aktiven Zeit und die Auflösung des Vereins zum Ende 2015.
Bürgermeister Ludwig Wachs würdigte das einzigartige Engagement der Jubilarin. Ihr ehrenamtlicher Einsatz führte die Schlesier und die einheimische Bevölkerung zusammen. Er verband seine Glückwünsche mit herzlichem Dank für alles, was Herta Leitermann für ihre Mitmenschen und speziell für die Schlesien getan und erreicht habe.
Hans J. Kupke überbrachte nicht nur Grüße und Glückwünsche der Ortsverbände im Bezirk Niederbayern, sondern auch speziell die von Landshut mit einem traditionellen Buchskranzl und einer Flasche Echter Kroatzbeere. Er schilderte das Lebenswerk der Jubilarin als ein für Schlesien pochendes, nie müdes Herz. Ihre Gedanken, so Kupke, kreisen um Schlesien und wie sie möglichst vielen Menschen die in über 800 Jahren deutscher Kulturgeschichte gewachsenen, großartigen wirtschaftlichen, kulturellen, wissenschaftlichen Erfolge der Vorfahren näher bringen kann.
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