Sonja Rieger aus Peising gestaltet „Land-Art“
Aus der Vogelperspektive kommt das erstellte Pentagramm im Feld erst voll zur Geltung (Foto: Norbert Grüner)Aus der Vogelperspektive kommt das erstellte Pentagramm im Feld erst voll zur Geltung (Foto: Norbert Grüner)
Sonja Rieger aus dem Bad Abbacher Gemeindeteil Peising geht in die 10. Klasse des Donau-Gymnasiums Kelheim. Als das Thema eines Schulprojekts des Kunstunterricht „Land-Art“ also Land-Kunst, verkündet wurde, musste die Schülerin nicht lange überlegen, denn Sie stammt aus einem landwirtschaftlich geprägten Elternhaus. Ihr Vater Peter Rieger ist Bio-Landwirt im Nebenerwerb und Felder sind vorhanden und boten sich daher geradezu an, „Land-Art“ zu verwirklichen.
Ist nur für die nächsten 14 Tage zu sehen, dann muss das Feld weiterbearbeitet werden (Foto: Norbert Grüner)Ist nur für die nächsten 14 Tage zu sehen, dann muss das Feld weiterbearbeitet werden (Foto: Norbert Grüner)
Sonja entschloss sich dazu, ein riesengroßes Pentagramm, das aus mytologischer Sicht gegen Unbill oder Unheil schützen soll, auf einem mit Gründung eingesäten Acker ihres Vaters künstlerisch zu gestalten.
Sonja beim Setzen der Pflöcke, damit daran die Schnüre zur Orientierung befestigt werden können. Robby, ihr Mischlingsrüde hilft ihr dabei. (Foto: Peter Rieger)Sonja beim Setzen der Pflöcke, damit daran die Schnüre zur Orientierung befestigt werden können. Robby, ihr Mischlingsrüde hilft ihr dabei. (Foto: Peter Rieger)

Dann mussten die Schnüre zwischen den Pflöcken gespannt werden (Foto: Peter Rieger)Dann mussten die Schnüre zwischen den Pflöcken gespannt werden (Foto: Peter Rieger)
Doch bevor es an Hand- und Maschinenarbeit gehen konnte, hieß es ausmessen und rechnen. Zuerst wurde von Sonja der überdimensionale Kreis um das Pentagramm angelegt und dann die verschiedenen Eckpunkte errechnet, die sie mit Pflöcken kennzeichnete.
Sonja fuhr auch den Traktor mit dem Grubber selbst (Foto: Peter Rieger)Sonja fuhr auch den Traktor mit dem Grubber selbst (Foto: Peter Rieger)

Genauigkeit und Konzentration war nötig um einen perfekten Kreis zu grubbern (Foto: Peter Rieger)Genauigkeit und Konzentration war nötig um einen perfekten Kreis zu grubbern (Foto: Peter Rieger)
Dann kam eine Maschine ins Spiel. Mit Traktor und Grubber, den Sonja selbst fuhr und zielgerichtet steuerte, grubberte sie den bereits aufgegangenen Gründung an den gekennzeichneten Bereichen im Feld ein und siehe da: das Pentagramm war fertig. Eine Superidee zum Thema „Land-Art“ von einer künstlerisch begabten und phantasievollen Schülerin.
Mit Hilfe einer Konstruktion mit Paletten und dem Traktor konnte der Fortschritt der Arbeit überprüft werden. (Foto: Peter Rieger)Mit Hilfe einer Konstruktion mit Paletten und dem Traktor konnte der Fortschritt der Arbeit überprüft werden. (Foto: Peter Rieger)
Aber nicht nur künstlerisch ist Sonja Rieger begabt. Im Donau-Gymnasium wählte sie den sprachlichen Zweig und lernt vier Fremdsprachen, Englisch, Französisch und Spanisch, als Wahlfach nahm sie noch Italienisch dazu. Sonja hofft, dass ihr überaus guten Sprachkenntnisse im späteren Berufsleben karrieremäßig weiterhelfen, aber auch jetzt schon: sie nimmt jeden Schüleraustausch, der angeboten wird, wahr. In Frankreich war sie bereits und gerade hat sie Besuch von der israelischen Austauschpartnerin Wajd. Auf den Gegenbesuch in Israel, vorgesehen im Februar 2019, freut sich Sonja sehr, aber noch ein kleinbisschen mehr, auf einen Amerikaaufenthalt, der in der Oberstufe auf dem Austauschprogramm stehen wird.

Zur Information:
Das Feld befindet sich in Nachbarschaft neben dem Wallfahrtsort Frauenbrünnl bei Peising (Ortsteil von Bad Abbach). Die Luftaufnahmen hat freundlicherweise Norbert Grüner (Tel.: 0170-3142414) mit seiner Drohne für den Bad Abbacher Kurier erstellt.
Der Wallfahrtsort Frauenbrünnl ist in unmittelbarer Nachbarschaft (Foto: Norbert Grüner)Der Wallfahrtsort Frauenbrünnl ist in unmittelbarer Nachbarschaft (Foto: Norbert Grüner)
Das Symbol "Pentagramm" ist zwar uralt, hat aber nichts mit irgendwelchen Archetypen von Gut und Böse oder Mann und Frau zu tun.
Archäologisch lässt sich das Zeichen bereits in steinzeitlichen Höhlenmalereien, die mit Feuersteinklingen in Felswände geritzt wurden, nachweisen. Über seine damalige Bedeutung kann man allerdings nichts aussagen, die Weltanschauung und Symbolsprache unserer Urvorfahren ist uns trotz aller Forschung zu fremd.
Sicher belegen lässt sich die Bedeutung des Pentagramms allerdings bei den Sumerern, wo es ein architektonisches Kürzel war. Auch Pythagoras interessierte sich für seine rein geometrische Form als Hilfsmittel bei der Konstruktion eines gleichseitigen Fünfecks. In der Astronomie wurde es im griechischen Altertum ebenfalls vielfach verwendet und kam hier zum ersten Mal auch zu einer nachgewiesenermaßen übertragenen Bedeutung: Als Symbol für einen immerwährenden Kreislauf.
Das frühe Christentum war stark von verschiedenen altgriechischen Philosophien und der jüdischen Zahlenmsytik geprägt, wo die Zahl Fünf eine große Rolle spielte. Dementsprechend entwickelte sich das Pentagramm zu einem Zeichen des ewigen Lebens, wobei seine fünf Spitzen die fünf Wunden Christi am Kreuz symbolisieren sollten. Jahrhundertelang war das Pentagramm ein beliebtes Schutzzeichen, das Böses abwehren und Gesundheit bringen sollte.