Vier Preisträger aus dem Landkreis Kelheim – Landwirt Peter Rieger aus Peising erhielt einen 2. Preis
 Die Sieger des Ackerwildkrautwettbewerb 2018 (Foto: M. Ruppaner) Die Sieger des Ackerwildkrautwettbewerb 2018 (Foto: M. Ruppaner)
 Erhielt den 1. Preis im Ackerwildkrautwettbewerb 2018: Öko-Landwirt Simon Aunkofer aus Herrnsaal (Foto: M. Ruppaner) Erhielt den 1. Preis im Ackerwildkrautwettbewerb 2018: Öko-Landwirt Simon Aunkofer aus Herrnsaal (Foto: M. Ruppaner)24 Landwirte aus ganz Niederbayern bewarben sich mit ausgewählten Flächen für den Ackerwildkraut-Wettbewerb, darunter 19 ökologisch- und fünf konventionell wirtschaftende Betriebe. Der Wettbewerb wurde vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL), der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), dem Biolandverband und dem BUND Naturschutz in Bayern (BN) gemeinsam ausgeschrieben.
Die sechs beteiligten Landwirte aus dem Landkreis Kelheim haben dabei erfreulicherweise einen 1., zwei 2. und einen 3. Preis erreicht.
Den 1. Platz in der Kategorie Ökologischer Landbau niederbayernweit belegte Simon Aunkofer, der in Herrnsaal im Landkreis Kelheim den elterlichen Biobetrieb vor wenigen Jahren übernommen hat. Die Siegerfläche wird aktuell mit Winterroggen bestellt und durch das Vertragsnaturschutzprogramm gefördert. Ausschlaggebend für die Prämierung des Ackers war der Fund von über 50 Ackerwildkräutern, wobei fünf davon besonders seltene Arten sind, wie beispielsweise das Rispen-Lieschgras.
Der 1. Preis ist ein Gutschein für einen Aufenthalt im Biohotel im Wert von 300 €.
Die beiden 2. Preise, Gutscheine für einen Aufenthalt im Biohotel im Wert von 200 €, gingen an Peter Rieger aus Peising bei Bad Abbach (Ökolandbau) und Christian Ramler aus Kelheim-Staubing (konventionell).
Auf dem Braugerstenacker von Christian Ramler wurde beispielsweise die Kleine Wachsblume und der Frauenspiegel gefunden, im Winterroggen von Peter Rieger die Kornrade und ebenfalls der Frauenspiegel. Dieser ist besser an Winter- als an Sommergetreide angepasst und kam hier deshalb im gesamten Acker vor.
Peter Rieger aus Peising, erhielt den 2. Preis des Ackerkräuterwettbewerbs 2018 (Foto: br-medienagentur)Peter Rieger aus Peising, erhielt den 2. Preis des Ackerkräuterwettbewerbs 2018 (Foto: br-medienagentur)Peter Rieger ist Nebenerwerbslandwirt im Bad Abbacher Ortsteil Peising. Bereits seit langer Zeit hat er seine Landwirtschaft auf den biologisch-ökologischen Anbau umgestellt. Grund für diese Umstellung war seine Feststellung, dass auf seinen Feldern die Zahl der Insekten rapide abgenommen hatte. Rieger hatte auch stets ein ungutes Gefühl, wenn er Unkrautvernichtungsmittel versprühte. Für ihn war und ist es nicht sinnvoll, nur der Ertragssteigerung willen, den Boden bedenkenlos mit Chemie zu belasten. Für ihn sind die Auswirkungen der chemischen Spritzmittel auf die Nahrungskette und damit auch letztendlich auf den Menschen nicht beherrschbar. Seiner Meinung nach sollte Landwirtschaft so naturnah wie möglich erfolgen. Als Folge dieser Einstellung betreibt Rieger seit langem einen biologisch-ökologischen Anbau. Auf seinen Feldern gilt die Devise Unkrautregulierung statt Unkrautvernichtung, auch wenn es arbeitsintensiver ist als der herkömmliche Feldfruchtanbau. Dabei betrachtet Rieger die sogenannten „Unkräuter“ nicht als herkömmliches „Unkraut“, sondern vielmehr muss es seinem Verständnis von Natur auch für diese Gewächse einen Sinn geben. Umso mehr war er überrascht, als bei der Untersuchung seiner Roggen- und Weizenfelder eine Vielzahl von Wildkräutern festgestellt wurden und dabei auch noch drei Wildkräuterarten dabei waren, die auf der roten Liste der bedrohten Arten aufgeführt sind. Peter Rieger sieht sich in seiner Einstellung zur Landwirtschaft bestätigt und freut sich vor allem darüber, dass seine Felder durch die Vielfalt der wachsenden Wildkräuter auch eine Lebenshilfe für Insekten sind und damit dem Insektensterben ein klein wenig entgegengewirkt werden kann. Mit seinem biologisch angebauten Weizen und Roggen beliefert Peter Rieger übrigens Bio-Bäckereien und andere Betriebe, die biologische Lebensmittel produzieren.
Für die neue Saat ist bereits der neue Roggen in der Saatmaschine. Gereinigt, biologisch und teilweise aus eigener Saat. (Foto: br-medienagentur) Für die neue Saat ist bereits der neue Roggen in der Saatmaschine. Gereinigt, biologisch und teilweise aus eigener Saat. (Foto: br-medienagentur)Der Saat-Roggen ist so sauber und unbehandelt, dass man ihn aus der Saatmaschine essen kann. (Foto: br-medienagentur)Der Saat-Roggen ist so sauber und unbehandelt, dass man ihn aus der Saatmaschine essen kann. (Foto: br-medienagentur)
Einen 3. Preis, ein Gutschein für Wellness in der Region von 50 €, erhielt Michael Triebswetter aus Kelheim-Stausacker (konventionell).
Der Wettbewerb wurde gefördert vom Bayerischen Naturschutzfond aus Mitteln der Glücksspirale. Die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Niederbayern finanzierte im Rahmen des Wettbewerbs die Kartierung der Äcker aus Mitteln des Bayerischen Biodiversitätsprogramms 2030 des Bayerischen Umweltministeriums. Die Preisverleihung wird gefördert von Bio Hotels.
Stellvertretender Landrat Wolfgang Gural gratulierte den engagierten Landwirten aus dem Landkreis und zeigte sich zusammen mit Peter Forstner, BN-Kreisvorsitzender, und Klaus Blümlhuber, VöF-Geschäftsführer, hoch erfreut über das sehr gute Abschneiden im Ackerwildkrautwettbewerb Niederbayern.