Verbesserungsbeitrag des Wasserzweckverbandes sorgte für Besucherandrang und am 30. August 2017 soll im Gasthof Schreiner um 19:30 Uhr eine Bürgerinitiative gegründet werden

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Der Saal der Gaststätte Waldfrieden war überfüllt; so viele Besucher kamen zur Bürgerversammlung, zu der Fritz Zirngibl, Kreis- und Gemeinderat, von der Bayernpartei aufgerufen hatte. Da die vorhandenen Plätze nicht ausreichten, mussten einige interessierte Bürger/-innen von außen an den geöffneten Fenstern zuhören.

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Das Thema, der geplante Verbesserungsbeitrag des Wasserzweckverbandes zur Finanzierung der Sanierung der technischen Anlagen zur Wasserversorgung in Bad Abbach und Teugn, beschäftigt die Bürger doch sehr. Wie bereits berichtet, stößt der beabsichtigte Beitrag in der Bürgerschaft auf Unverständnis, zumal den Grundstücks- und Hauseigentümern eine definitive Höhe des umzulegenden Betrages bis dato nicht genau beziffert wurde.
Fritz Zirngibl ging bei seiner Begrüßungsrede nochmals auf die vom Ersten Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzenden Ludwig Wachs gemachten Aussagen ein. Zirngibl wiederholte die Vorwürfe an die Verwaltung und den Vorsitzenden des Wasserzweckverbandes. Zudem warf er der Tagespresse vor, nicht wahrheitsgetreu und sehr einseitig berichtet zu haben.
Zirngibl rief zum Widerstand gegen den Verbesserungsbeitrag auf und forderte die Anwesenden auf, ihre Meinung zum Thema zu äußern. Bei den Wortmeldungen kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass zum einen die Tatsache, dass keine Rücklagen für eine technische Sanierung vorhanden sind und zum anderen die Art und Weise, wie die Ermittlung der Beitragshöhe stattgefunden hat, den Unmut der Bürger weckte. Nicht wenige der anwesenden Besucher sehen die unzureichende Informationspolitik des Wasserzweckverbandes als einen großen Mangel im Umgang mit dem Verbraucher. So wurde bemängelt, dass keine genauen Zahlen über den finanziellen Aufwand genannt werden können. Bei der Erhebung der Grundstücks- und Geschossflächen durch das vom Wasserzweckverband beauftragte Beratungsunternehmen, welche als Grundlage für die Bemessung der Beitragshöhe herangezogen werden soll, wurden von den Anwesenden erhebliche Fehler beanstandet.

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Josef Hofmeister, CSU-Marktgemeinderat und seit 27 Jahren Mitglied im Gremium des Wasserzweckverbandes, versuchte, den Besuchern der Versammlung die Vorgehensweise des Wasserzweckverbandes zu erläutern. Die Frage der genauen Kosten konnte er aber auch nicht beantworten. Siegfried Schneider, ebenfalls Marktgemeinderat und Mitglied im Gremium des Wasserzweckverbandes, beanstandete das Verhalten des Verbandsratsvorsitzenden Bürgermeister Ludwig Wachs und stellte auch die beabsichtigte Sanierung infrage.

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Schneider hält es für sinnvoller und praktikabler, wenn für die Wasserversorgung ein Hochbehälter in Bad Abbach errichtet wird und nicht wie bisher über den Hochbehälter bei Lengfeld erfolgen soll. Auch die Tatsache, dass nun drei Hochbehälter in einem Zug neu errichtet werden sollen, wirft seiner Meinung nach kein gutes Licht auf die bisherige Wirtschaftsweise des Zweckverbandes.

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Karl Rauschendorfer aus dem Gemeindeteil Lengfeld, ehemaliger Kurdirektor von Bad Abbach, machte den Vorschlag, man sollte doch erst einmal eine Ausschreibung der notwendigen Maßnahmen durchführen, um so den genauen Finanzbedarf festzustellen.

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Fritz Zirngibl ließ gegen Ende der Veranstaltung die Anwesenden abstimmen, welche Beitragslösung, nämlich einmal durch einen Verbesserungsbeitrag wie vorgesehen oder durch eine Mischfinanzierung 50 zu 50 aus Einmalbeitrag und höhere Wassergebühren, bevorzugt wird. Das Ergebnis der Abstimmung war, dass die eindeutige Mehrheit die vorgeschlagene Mischfinanzierung bevorzugt. Aufgrund des Abstimmungsergebnisses schlug Fritz Zirngibl die Gründung einer Bürgerinitiative zur Durchsetzung der Mischfinanzierung vor. Die Gründung soll so schnell wie möglich erfolgen, damit in Zusammenarbeit mit dem Wasserzweckverband eine Beitragslösung und vor allem auch eine Lösung für eine bürgernahe Abwicklung der Sanierungsmaßnahmen umgehend erarbeitet werden kann. Fritz Zirngibl betonte dabei nochmal, es geht darum, dass eine Lösung gefunden wird, die so weit wie möglich die Belange der Verbraucher, also der Bürger, berücksichtigt. Der Vorschlag zur Gründung einer Bürgerinitiative fand eine große Mehrheit bei den anwesenden Teilnehmern der Bürgerversammlung. Insgesamt fanden vom Bad Abbacher Kurier angesprochene Teilnehmer die Versammlung als gut und vor allem auch notwendig, weil einige das Vertrauen in die Verwaltung verloren haben und sich übergangen fühlen. Fritz Zirngibl versprach, dass die baldige Gründung der Bürgerinitiative erfolgen wird. Die Gründungsversammlung soll am 30. August im Gasthof Schreiner in Lengfeld um 19:30 Uhr stattfinden.