Gemeinsam unterwegs für einen offenen Umgang mit Depression

Mut tour2

Die MUT-TOUR ist ein Aktionsprogramm, das sich seit 2012 durch Deutschland bewegt und einen Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung leistet. Bis 2016 haben 126 depressionserfahrene und -unerfahrene Menschen über 22.000 Kilometer zurückgelegt. Bei der MUT-TOUR in diesem Jahr kommen 3.200 Kilometer hinzu. Vom 10. Juli bis 25. August sind die Teams wieder auf Tandems, in Zweier- Kajaks und zu Fuß beim Wandern unterwegs.

Die 45 neuen und alten Teilnehmer der diesjährigen MUT-TOUR erleben, wie Sport ohne Leistungsdruck in Kombination mit Struktur, Natur und Gemeinschaft die Stimmung heben können.
Durch tägliche Interviews mit den Medien vor Ort ist es dem Projekt seit 2012 gelungen, ermutigende Depressionserfahrung und einen unverkrampften Umgang mit dem „D-Wort” in Form weiterzugeben. Der Name ist Programm: Mutige Teilnehmer möchten anderen Menschen Mut machen. Die Perspektive ist es, einmal in einer Gesellschaft zu leben, in der sowohl betroffene als auch nicht-betroffene Personen angst- und schamfrei mit psychischen Erkrankungen umgehen können. Trägerverein ist als einziger bundesweit tätiger Betroffenenverband die Deutsche DepressionsLiga e. V., Initiator ist Sebastian Burger, Künstler und Projektemacher. Persönliche Schirmherren sind Willi Lemke und Annelie Keil, institutioneller Schirmherr ist die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Die BARMER, Aktion Mensch und die Deutsche Rentenversicherung Bund sind Kostenträger. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, das Bündnis gegen Depression, der Deutsche Behindertensportverband und der Fahrrad-Club ADFC e.V. sind Bundespartner der MUT-TOUR.
Gestartet wurde die diesjährige Tour am 10. Juli, am 25. August sollen die Teilnehmer den Zielort Leipzig erreichen.

Mut tour1
Ein Tandem-Team machte nun in Bad Abbach Station. Marktgemeinderätin Sieglinde Wasöhrl begrüßte die sechs Radler, die in acht Etappen täglich rund 60 Kilometer gemeinsam zurücklegen und die sich vor Beginn der Tour alle nicht kannten, im Namen des Marktes und der Erste Vorsitzende des „Tourismusverein Bad Abbach e. V.“, Manfred Brandl, hieß sie am Marktplatz ebenfalls willkommen.
Bei einer Tasse Kaffee stellte Tour-Teilnehmer Jürgen Fischer dem Bad Abbacher Kurier das Anliegen der MUT-TOUR vor. Für Jürgen Fischer ist es besonders wichtig, dass sich Menschen mit und ohne Depressionserfahrung mit dem Thema befassen. Mit der Tour soll auch gezeigt werden, dass Depression eine Erkrankung ist, die überwiegend gut behandelbar ist und die Erkrankten durch die inzwischen wesentlich verbesserten Therapien genauso gut „etwas vollbringen können“ wie Gesunde. Durch die Gemeinschaft hilft es den Betroffenen und den Nichtbetroffenen beim Umgang mit dieser Krankheit. Voraussetzung für eine Genesung ist jedoch, wie bei vielen anderen Krankheiten auch, dass der Betroffene erkennt, dass er eine Erkrankung hat und den Willen zur Genesung aufbringt. Offen über Depression sprechen zu können und sich nicht verstecken zu müssen, ist eine wichtige Basis für die Gesundung. Jürgen Fischer war sehr erfreut über die positiven Erfahrungen, die er bisher auf der Tour machen konnte. So stellen zum Beispiel manche Vereine auf der Tour-Strecke ihr Vereinsheim als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung, denn ansonsten wird kostenminimierend in Zelten übernachtet.
Bundesweite psychosoziale Beratungsstellen sind unter anderen die Telefonseelsorge, 0800-1110111, das Seelefon, 01805-950951, oder das Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe, 0800-3344533, regionale psychosoziale Beratung findet man, ebenfalls unter anderen, bei seelischen Krisen und psychischen Erkrankungen beim Landratsamt Kelheim, 09441-2076015, oder in Regensburg bei KISS, 0941-599388610.