... für Schulen, Kinderkrippen, Kindertagesstätten“

Die Diskussion um die Kosten der Sanierung der Angrüner-Mittelschule und der Grundschule nimmt kein Ende. War im letzten Jahr noch von rund 16 Millionen Euro an angesetztem Finanzaufwand die Rede, wurden in diesem Jahr circa 19 Millionen veranschlagt. War im vorigen Jahr noch im Marktgemeinderat eine relativ große Einigkeit bezüglich der bevorstehenden Kosten der Schulbaumaßnahmen vorhanden, regt sich in diesem Jahr bereits heftiger Widerstand von einzelnen Fraktionen wegen der nochmaligen erhöhten Kostenschätzung um fast 20 %.

Schule Euro2

Vor allem die Tatsache, dass der Marktgemeinderat nur sehr dürftig über die Kostenerhöhung und hier speziell die Gründe dafür informiert worden war, sorgte in einer der letzten Sitzungen des Marktgemeinderates für zusätzlichen Diskussionsstoff. Doch auch das Landratsamt in seiner Funktion als Aufsichtsbehörde der Gemeinde bemängelte den dadurch erheblich gestiegenen Finanzbedarf des Marktes in Form von Neuverschuldung. Das Landratsamt ist der Meinung, dass Bad Abbach in der jetzigen und zukünftigen Finanzlage die Verpflichtungen aus der Neuverschuldung nicht mehr stemmen kann.
dieWoche2Steht Bad Abbach wieder wie schon einmal vor der Pleite? Nun ganz so ernst wird die Lage nicht sein, doch ernst genug, um eine Sitzung des Schul-, Sport-, Jugendförderungs- und Sozialausschusses anzusetzen. Thema der Ausschusssitzung waren einzig die geplanten Sanierungs- und Baumaßnahmen für die Schulen.
Bei dieser Sitzung wurde dann nochmals die vorgelegte Planung für die Erweiterung der Schulen und für die Sanierung der Angrüner-Mittelschule von Architekt Joachim Gutthann vorgestellt. Neben der Komplettsanierung der Mittelschule soll ein Verbindungsbau zur Grundschule entstehen, der auch eine Mensa beinhalten soll. Außerdem soll eine zweigruppige Betreuungseinrichtung entstehen, da der jetzige Schülerhort in den Containern bei der Angrüner-Mittelschule durch den Bau einer Verbindung zwischen den Gebäuden entfernt werden müsste. Zudem sei dies der einzige Weg, die Sanierung der Räume gefördert zu bekommen. Durch den Verbindungsbau würde auch der dringend benötigte Raum für die Grundschule entstehen.
Auch die beiden Schulleiter, Grundschulrektorin Margit Lermer und Rektor Heiner Bruckmüller von der Angrüner-Mittelschule, konnten in der Ausschusssitzung Anmerkungen vortragen.
Margit Lermer wies vor allem auf die prekäre Raumsituation der Grundschule hin. Die Schülerzahl der Schulklassen ist für die vorhandenen Zimmer zu groß und im nächsten Jahr werde man zwei Schulklassen der Grundschule in die Angrüner-Mittelschule auslagern müssen. Sofern der Verbindungsbau kommen wird, wird dieser dann auch überwiegend von der Grundschule belegt werden. Mit ein Grund für diese Situation sei neben den gestiegenen und weiter steigenden Schülerzahlen durch die Neubaugebiete und dem daraus resultierenden Zuzug von Familien mit Kindern auch das sich verändernde Anforderungsprofil für die Schulen. Der Bereich Ganztagsbetreuung nahm und nimmt weiter zu, was einen erhöhten Raumbedarf bewirkt, der zu der Zeit, als die Grundschule geplant wurde nicht voraussehbar war.
Heiner Bruckmüller stellte fest, das seit 2003 ein Renovierungs- und Sanierungsstau entstanden ist, da man anstehende Sanierungsmaßnahmen im Hinblick auf eine kommende Generalsanierung mit Erweiterung der Angrüner-Mittelschule immer wieder verschoben habe. Insgesamt sei die Angrüner-Mittelschule in einem sehr schlechten Zustand, so Brückmüller. Verrostete Heizkörper, durchgerostete Wasserleitungen und ein undichtes Dach der Sporthalle sind die sichtbarsten Mängel. Aber auch bei der Angrüner-Mittelschule ist der gewachsene Raumbedarf durch die geänderte Betreuungssituation ein großes Problem geworden. Der Trend zur Ganztagsschule hält weiter an. Waren zu Beginn des Angebots der Ganztagsbetreuung 15 Kinder zu betreuen, sind es jetzt rund 110 von den insgesamt 220 Schülern der Angrüner-Mittelschule mit weiter steigender Tendenz. Heiner Bruckmüller meldete ebenfalls Raumbedarf im Verbindungsbau für die Zeit der Sanierung der Angrüner-Mittelschule an, da in dieser Zeit Ausweichräume für die Klassen benötigt werden.

Bürgermeister Ludwig Wachs stellte zu der Schulsituation fest, dass man für die geplanten Sanierungs- und Baumaßnahmen keine Einsparmöglichkeiten sehe. Wenn überhaupt seien Einsparungen nur im geringem Umfang möglich. Sparen könne man nur durch weglassen von Bau- und Sanierungsmaßnahmen und das hieße letztendlich kleiner bauen. Der Rathauschef betonte bei der Ausschusssitzung: „Ich mache gerne Schulden für Schulen, Kinderkrippen, Kindertagesstätten.“ Stellvertretender Bürgermeister Christian Hanika merkte an, dass das Landratsamt für Bad Abbach keinen Haushalt mehr genehmigen will, der eine Neuverschuldung beinhaltet. Bürgermeister Ludwig Wachs hat für das Landratsamt diesbezüglich kein Verständnis und sieht die Selbstverwaltung der Kommune beeinträchtigt.
Abschließend wurde daher beschlossen, dass bis zur nächsten Marktgemeinderatssitzung das beauftragte Planungsbüro Möglichkeiten der Kostenminimierung erarbeiten soll.