Abbacher TurmSehr geehrte Mitbürger, liebe Marktgemeinderäte,
auch ich sehe das Klimaschutzziel von Paris 2015 als ein ehrgeiziges Ziel.
Hierzu muss bis 2040 die gesamte Energieversorgung, d.h. Strom, Wärme und Verkehr vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Ich würde gerne wissen, in wie weit sich die Marktgemeinderäte aus Bad Abbach und auch die Bürger sich dieses Themas annehmen möchten? Auch aufgrund einer Aussage des 2. Bürgermeisters in der Vergangenheit, dass Bad Abbach in diesem Bereich kein Vorbild sein muss, stellt sich mir die Frage, in wie weit sich der CO2-Ausstoß in der Gemeinde Bad Abbach entwickelt hat? Ich persönlich kann mir eine Steigerung um 10% nicht vorstellen, da es seit 1990 in der Bundesrepublik/EU eine CO2 Reduzierung gab. Desweiteren wird u.a. durch den bereits betrieben PV-Ausbau und durch das neue Block-Kraft-Heizwerk der Kaisertherme sicherlich CO2 eingespart.

Mich ärgert die Aussage, dass die Mehrheit der Räte bezüglich des Antrages von Willi Knapp der Meinung war, dass es zu diesem Bereich genug konzeptionelle Grundlagen gebe und die Erstellung eines weiteren Konzepts nur Geld koste. Die Brocken, die zur Energieeinsparung beitrügen, würden auf der Hand liegen und seien mit gesundem Menschenverstand zu fassen. Ich kenne kein Konzept, welches konkrete Vorschläge macht, wie Bad Abbach das in Paris formulierte Klimaschutzziel bis 2050 erreichen kann.
Es freut mich allerdings die Aussage, dass dieses Geld in konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz besser angelegt sei. Wenn hieraus Taten folgen und sofort über konkrete Maßnahmen geredet bzw. diese umgesetzt würden, wäre dies ein Schritt in die richtige Richtung.
Allerdings vertrete ich die Auffassung, dass es doch eben nicht ganz so einfach ist, wie oben beschrieben. Es hat einige rechtliche und technologische Änderungen seit dem Kommunalen Energieentwicklungskonzept für den Markt Bad Abbach aus dem Jahre 2012 gegeben.
Insbesondere die Sektorkopplung Strom/Wärme/Verkehr wird meines Erachtens nicht ausreichend gewürdigt. Auch die Entwicklung von Stromspeichern(Batterien) wurde lange unterschätzt. Es ist abzusehen, dass wahrscheinlich schon 2019/2020 eine dezentrale Stromerzeugung mit PV-Anlagen und privaten Stromspeicher günstiger sein wird als vom Energieversorger. Wenn wie geplant eine Vereinfachung von Mieterstrommodellen kommt, können davon auch Mieter insbesondere von Mehrfamilienhäusern profitieren. NRW und Thüringen haben schon eine Förderung für Mieterstrommodelle umgesetzt, um dieses CO2 -Einsparpotenzial zu nutzen.
Ein sehr großes CO2-Einsparungspotenzial liegt in der Modernisierung von Heizanlagen. Selbst wenn es nur um den Austausch von alten Heizungspumpen geht. Bis 2040/2050 sind es nur noch 2 Heizungsgenerationen, um auf CO2-freie Heizungstechnik umzusteigen. Wird das geplante Nahwärmenetz in Bad Abbach schon diesen Anforderungen genügen?
Wenn selbst der Bundeswirtschaftsminister eine schnellere Energiewende in Europa fordert; wenn selbst große Energiekonzerne in Ladeinfrastruktur für Schnellladestationen an der Autobahn investieren, möchte Bad Abbach und seine Bürger zusehen, wie die Energiewende ohne sie stattfindet?
Wahrscheinliche wirtschaftliche Vorteile von einer lokalen Energiepartnerschaft (Abens-Donau-Energie) wurden bereits von der Marktgemeinde Bad Abbach abgelehnt. Könnte eventuell sogar eine Stromtrasse im Gemeindegebiet verhindert werden, wenn man die lokale Stromerzeugung und Verteilung erneuerbarer Energien schnell fordert und fördert?
Für mich stellt sich die Frage, wie Bad Abbach und seine Bürger bis spätestens 2050 die Umstellung auf 100% auf erneuerbare Energien schaffen wollen?
Der Zeitplan für meine persönliche Energiewende steht bereits und es wird zu 100% Strom aus eigener PV-Anlage und eigenem Block-Kraft-Werk in Verbindung mit einem Stromspeicher genutzt. Sobald Gas aus Power to Gas-Anlagen günstig und in ausreichender Menge vorhanden sein wird, wird das BHKW auch hiermit betrieben. Desweiteren wird später ein Elektrofahrzeug genutzt. Selbst die großen deutschen Automobilhersteller erwarten, dass ein Elektroauto ab 2021-2025 billiger sein wird als ein Auto mit konventionellem Antrieb. Jeder einzelne Bürger kann selbst etwas zur Energiewende vor Ort beitragen.
Die Energiewende ist nicht nur eine Aufgabe für Berlin und München, sondern auch gerade auch für jede einzelne Kommune. Denn ohne das Engagement jeden einzelnen, mindesten aber jeder Gemeinde wird es nicht funktionieren.

Jörg Buchtmann