Ehrenamt12Michael Brombierstäudl und Werner Stahl aus Bad Abbach erhielten das Ehrenzeichen
Landrat Dr. Hubert Faltermeier nahm die Auszeichnung vor
In einer Feierstunde händigte Landrat Dr. Hubert Faltermeier verdienten Landkreisbewohnern im Beisein der einzelnen Bürgermeister und der engsten Familienangehörigen, Freunde und Bekannte das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern aus.
Michael Brombierstäudl
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Michael Brombierstäudl kümmert sich seit seinem Ruhestand rührend um die Bewohnerinnen und Bewohner des „Seniorenwohnen Lugerweg“ in Bad Abbach, obwohl er selbst schon 82 Jahre alt ist. Er besucht nun seit 20 Jahren regelmäßig die Menschen in der Seniorenwohnanlage und ist unermüdlich für sie da, vor allem für die Alleinstehenden, die keinerlei oder nur noch sehr wenig familiäre Bindung und Kontakte haben. Die große Resonanz der Senioren zeigt, wie wertvoll diese Besuche für sie sind. Er kommt bis zu dreimal in der Woche und bleibt dann regelmäßig an die eineinhalb Stunden, manchmal ist er sogar noch abends für die Bewohner da. Außerdem begleitet er die Senioren zu den kirchlichen Gottesdiensten und jahreszeitlichen Veranstaltungen im Haus und leistet ihnen Gesellschaft. Er hilft auch denen, die mit Rollstuhl, Rollator oder Krücken nicht mehr so mobil sind, daran teilnehmen zu können. Wenn es irgendwelche Probleme oder wichtige Mitteilungen im Haus gibt, trägt er die Infos weiter zum Heimpersonal oder umgekehrt zu den betroffenen Bewohnern. Landrat Dr. Hubert Faltermeier hob hervor: „Für die Senioren ist es von unschätzbarem Wert, einen solchen Menschen mit so viel Elan und Tatkraft wie Sie, Herr Brombierstäudl, in der Einrichtung zu haben, der gemeinsam mit ihnen Zeit verbringt und frischen Wind mit in die Wohnanlage bringt und so sehr erfolgreich gegen die Vereinsamung der älteren Menschen ankämpft. Für die Mitarbeiter im Wohnheim sind Sie eine nicht mehr wegzudenkende Unterstützung. Für Ihr jahrzehntelanges, ehrenamtliches Wirken gebührt Ihnen großer Dank und hohe Anerkennung.“

Werner Stahl, Bad Abbach
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Werner Stahl unterstützt seit 1996 den regionalen Entwicklungsprozess in der Funktion als Agenda 21-Vertreter und leistet ein herausragendes Engagement für die ländliche und dörfliche Entwicklung im Landkreis Kelheim, insbesondere geht es ihm dabei um die Umsetzung von innovativen Ideen – vor allem in und für die ländliche Region, um die Vernetzung zwischen unterschiedlichen Akteuren zur Realisierung neuartiger Lösungsansätze und dabei die Überbrückung von Meinungsunterschieden und „Kirchturmdenken“, außerdem um eine starke Bürgerbeteiligung und nicht zuletzt um die Schonung und Sicherung der natürlichen Ressourcen bei gleichzeitiger Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe. Maßgeblich war er bei der Initiierung und Etablierung des LEADER-Prozesses im Landkreis Kelheim als treibende Kraft aktiv. Er übernahm die Funktion als Sprecher der Arbeitsgruppe „Info-Werkstatt“ und war Mitglied des Agenda-Ausschusses. Seit Juni 2009 hat er die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden der LAG inne. Entscheidend für den Erfolg des LEADER-Prozesses im Landkreis Kelheim ist die erfolgreiche konsensorientierte Arbeit der Lokalen Aktionsgruppe. Ihm gelang und gelingt es dabei in herausragender Weise, die Diskussion stets an der Sache zu orientieren, Emotionen herauszuhalten und für alle akzeptable Lösungen aufzuzeigen. Die Beschlussfassungen in der LAG erfolgen nach konstruktiven Diskussionsrunden deshalb immer mit sehr hoher Zustimmung.
Insgesamt konnten im Rahmen des LEADER-Prozesses im Landkreis Kelheim weit über 100 Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 18 Mio. € in die Wege geleitet werden. Dafür waren eine Vielzahl an Vorbereitungs- und Abstimmungstreffen durchzuführen, Sitzungen vorzubereiten und zu leiten, Behördentermine wahrzunehmen und damit ein enormer bürokratischer Aufwand zu stemmen. Diese sicherlich nicht immer „angenehme Freizeitbeschäftigung“ wurde von Ihm mit hoher Souveränität und Understatement durchgeführt, immer im Sinne der Sache und als konkrete und praktische Unterstützung für den jeweiligen Projektträger. Diese enorme Hintergrundarbeit, die immens viel Zeit beansprucht und mit Ausdauer, Geduld und einer großen Verantwortung verbunden ist, ist nicht hoch genug zu schätzen.
Sein ehrenamtliches Engagement geht über eine reine Vereinstätigkeit hinaus, ist es doch die Aufgabe der Lokalen Aktionsgruppe, die unterschiedlichsten Gruppierungen in einer Region miteinander zu vernetzen, gemeinsam neue Ideen und Lösungen zu entwickeln und dann im gegenseitigen Einvernehmen zu realisieren. Bei allen Projekten mit Bürgerbeteiligung gibt es immer wieder Phasen, wo es eine Kunst darstellt, die unterschiedlichen Interessen und Meinungen wieder zusammenzuführen und damit die nächste Hürde zu meistern. Die Vielzahl an realisierten Projekten ist ein Beweis dafür, dass er die Kunst der Moderation und Motivation in besonderer Weise beherrscht, ohne jedoch in den Vordergrund zu treten. Landrat Dr. Hubert Faltermeier dankte Werner Stahl von Seiten des Landkreises für dieses beispielhafte Engagement zur zukunftsorientierten und nachhaltigen Entwicklung unserer Region. Für sein jahrzehntelanges, ehrenamtliches Wirken gebührt Ihm großer Dank und hohe Anerkennung.