E-Carsharing in der Testphase
Die Bürger-Energie-Genossenschaft-Kelheim lud kürzlich zu einem Info-Abend in die Abbacher Gaststätte „Wastl-Wirt“ ein. Vor gut 25 interessierten Bürgern und Bürgerinnen informierte Maria Politzka, Sachgebietsleiterin für Wirtschaftsförderung, Energie und Klimaschutz des Landratsamtes Regensburg, über die Aktivitäten im Landkreis Regensburg.

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KERL e.G. (Kommunale Energie Regensburger Land) betreibt seit 2015 noch bis in den Sommer 2017 ein Projekt zum Testen von e-Automobilen ein e-carsharing. KERL verleiht an Gemeinden e-Autos für die Dauer von einem Monat. Die Gemeinden setzen die umweltfreundlichen PKWs in ihrem Bereich ein und verleihen sie auch an ihre Bürger weiter. Es handelt sich laut Maria Politzka um ein „Nullsummenspiel“. Weder KERL noch die jeweiligen Gemeinden arbeiten gewinnorientiert. Ziel sei es, den Bürgern und Bürgerinnen zu zeigen, dass es Sinn macht, sich mit den Alternativen zu benzin- und dieselbetriebenen Fahrzeugen auseinanderzusetzen. Ein Carsharing übers Wochenende zu betreiben, kostet beispielsweise 75 €. Selbst als Hochzeitsautomobil waren die e-betriebenen BMWs und Audis schon unterwegs. So kamen mit den drei KERL-Mobilen in elf Monaten rund 40.000 km zusammen. Insgesamt „rotierten“ die PKWs bislang in 15 Gemeinden des Landkreises; 170 Buchungen von Privathaushalten haben stattgefunden. Das Kurzzeitleasen über die jeweilige Gemeinde geht unbürokratisch und schnell mit Vorlage von Personalausweis und Führerschein über die Bühne. Vollgeladen gibt man das Gefährt dann wieder wie vereinbart ab. Das „Tanken“ kann auch an der heimischen Steckdose geschehen. Alles in Allem zieht Maria Politzka eine positive Bilanz und schloss ihre engagiert vorgetragenen Ausführungen mit den Worten: „Wir, das Landratsamt Regensburg, würden es wieder tun.“ Ein weiterer Höhepunkt des Info-Abends war der Erfahrungsbericht von Ludwig Meier, der nun schon sein drittes e-Auto fährt. Reichweitenangst sei ein Hauptargument der mobilen Bevölkerung zu Überlegungen, sich ein e-Mobil zuzulegen.

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Ludwig Meier erzielt mit seinem 5-Sitzer eine Reichweite von 240 km. Wenn man sich den täglich anfallenden Km-Bedarf vergegenwärtigt, reicht diese Strecke für einen Großteil der Nutzer aus. Selbst weitere Entfernungen lassen sich problemlos bewältigen. Das Fahren mit Strom verursache bei ihm ein gelasseneres Fortbewegen. Ebenso sei eine andere Reiseplanung notwendig. Bei den notwendigen Ladestopps hilft ein intelligentes Navigationssystem. So werden längere Fahrten einmal unterbrochen und während Passagiere einen Kaffee trinken oder eine Sehenswürdigkeit betrachten, lädt der Wagen mal eben wieder 85% der Kapazität auf. Im Stadtgebiet von Regensburg befinden sich zurzeit 31 Ladesäulen, die teilweise kostenlos zur Verfügung stehen. Interessant waren die Schilderungen und positiven Erfahrungen die Ludwig Meier auf seiner Reise von Regensburg nach Prag machte. „Parken und Laden, besser geht´s nicht.“ Viele Gaststätten sehen im Bereitstellen von kostenlosen Ladesäulen eine umweltfreundliche Werbung für ihr Unternehmen. Fast geräuschloses Fahren ermöglicht Vogelgezwitscher während des Reisens wahrzunehmen. Auch sei die technische Entwicklung in den letzten Jahren atemberaubend vorangeschritten und entwickelt sich – gerade auf dem Gebiet der Leistungsfähigkeit der Batterien – enorm weiter. Ludwig Meier empfahl jedem, sich mit e-Auto-Nutzer in Verbindung zu setzen. Am 28. August findet in Aufhausen eine E-Mobilitäts-Messe statt, die für weitere Infos und persönliche Gespräche ein entsprechendes Forum bietet. Das Beste sei es, selbst mal ein umweltfreundliches Fahrzeug zu lenken und die Vorteile dieser Fortbewegungsart auf sich selbst wirken zu lassen. Harald Hillebrand beendete den hochinteressanten Info-Abend mit den Worten: „Ich hoffe, dass Sie nun Strom geleckt haben und going electric auch für Sie bald Realität wird.“

(Hans-Gerd Jandorf)