Abriss des Schulhauses und Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses

Bereits seit 2015 ist eine teilweise heftig geführte Diskussion im Gange, ob man das alte Schulhaus in Dünzling als zukünftiges Dorfgemeinschaftshaus sanieren oder nach Abriss dafür einen Neubau erstellen soll. In der Marktgemeinderatssitzung im November 2015 wurde hierzu ein erster Planentwurf für einen Neubau mit Kostenschätzung vorgestellt. Da es jedoch durchaus auch Befürworter für eine Sanierung des Gebäudes und sogar eine Unterschriftenaktion dazu gab, entschloss man sich im November im Marktgemeinderat, die Möglichkeit eines Verkaufs zu eruieren, eine Planung mit Kostenschätzung der Sanierung und eine weitere Planung und Kostenschätzung für einen Neubau in Auftrag zu geben. In der Marktratssitzung vom 31. Mai wurde nun die Planung für eine Sanierung mit Kostenerfassung und eine neue Planung für einen Neubau vorgestellt. Würde das Schulhaus saniert, entstünden verschieden große Räumlichkeiten für eine Nutzung durch die Vereine und die Jugend von Dünzling und zudem noch zwei Wohnungen im bisher ungenutzten Dachgeschoss. Die Gesamtkosten für diese Sanierung würden rund 1,4 Millionen Euro betragen.

Schulhaus Dünzling
Bei einem Neubau würden sämtliche Räumlichkeiten kleiner geplant, aber ebenfalls zwei kleine Wohneinheiten im Dachgeschoss eingerichtet werden. Die Kosten des Neubaus sind vorerst mit rund 970.000 Euro veranschlagt.
Nach der Vorstellung der Planungsentwürfe erklärte Dipl.-Ing. agr. Klaus Amann von der Leader-Geschäftsstelle des Landkreises Kelheim die Fördermöglichkeiten, die sowohl für die Sanierung als auch für einen Neubau gelten. (Der Bad Abbacher Kurier hat diesbezüglich bereits berichtet http://www.bad-abbacher-kurier.de/bad-abbach/3830-d%C3%BCnzlinger-schulhaus-eu-f%C3%B6rderungsw%C3%BCrdig ). Ergebnis ist, dass sowohl für die Sanierung als auch bei einem Neubau eine Maximalförderung von 200.000 Euro im Rahmen eines Leader-Projektes möglich ist. Klaus Amann wies weiter darauf hin, dass statt einer Förderung durch das Leader-Programm auch eine Förderung im Rahmen des ELER-Programms der EU möglich ist. Bei der ELER-Förderung sind zwar die maximalen Förderbeträge etwas höher, doch die Beantragung und Genehmigung ist weitaus komplizierter als beim Leader-Förderprogramm.
Bei der nachfolgenden Diskussion sprach sich

Marktrat Arno Seidl-Schulz (FW) für eine Sanierung des alten Schulhauses aus, da er nicht nur das Gebäude für erhaltenswürdig betrachtet, sondern auch in Anbetracht der Quadratmeterzahlen die Sanierung für preisgünstiger hält.

Der Ortssprecher von Dünzling, Walter Blabl (CSU), sprach sich für einen Neubau aus, verwies dabei aber auf den Entwurf aus der Marktgemeinderatssitzung vom November 2015, da dieser insgesamt die preisgünstigste und praktikabelste Lösung sei.

Marktgemeinderat Siegfried Schneider (iNBa/Die Grünen) bemerkte dazu, dass mehr sozialer Wohnungsbau bei der Planung, gleichgültig ob Sanierung oder Neubau, wünschenswert wäre.

Marktgemeinderat Ferdinand Hackelsperger (Zukunft Bad Abbach) sprach sich ebenfalls für eine Sanierung aus und fragte Klaus Amann, ob die 30%ige Förderung des sozialen Wohnungsbaus auch neben einer Leader- oder ELER-Förderung gewährt werden würde. Klaus Amann bestätigte, dass diese Möglichkeit sehr wahrscheinlich ist.

Marktgemeinderätin Sieglinde Wasöhrl (FW) befürwortete auch eine Sanierung, da bezogen auf die Quadratmeter eine Sanierung erheblich günstiger ist und das Gebäude ihrer Meinung nach auch sehr erhaltenswürdig ist. Auch

Elfriede Bürckstümmer (SPD) betrachtet das Gebäude als ortsbildprägend und daher ebenso für erhaltenswürdig. Sie betonte dabei auch, dass angesichts des großen Raumes im Obergeschoss ein multifunktionaler Raum für die Gemeinde zur Verfügung stehen würde.

Josef Geitner (FW) wies darauf hin, die Anregungen der Dünzlinger Bürger mehr zu berücksichtigen und die würden sich eben einen Neubau wünschen. Josef Geitner sprach sich daher auch für einen Neubau aus.

Zweiter Bürgermeister Christian Hanika (FW) wiederholte die Ausführungen von Josef Geitner und bezog sich dabei auf die Planung, die in der Novembersitzung des Marktgemeinderates vorgestellt worden war.

Josef Hofmeister (CSU) gab zu Bedenken, dass bei einer Sanierung die Unterhaltskosten, bedingt durch das Alter des Gebäudes, höher anzusetzen sind und hält den Bau von Wohnungen in einem Zweckgebäude für bedenklich, da durch die Nutzung für Feierlichkeiten und Feste mit Sicherheit mit Beschwerden zu rechnen ist. Ortssprecher Walter Blabl erinnerte noch daran, dass bei einer Sanierung immer noch die Problematik mit einem Feuerwehrhaus ansteht, dies aber bei der ursprünglichen Planung vom November bereits gelöst worden sei.

Konrad Obermüller (Zukunft Bad Abbach) sprach sich ebenfalls für eine Sanierung des Schulhauses aus und stellte den Antrag, dass beschlossen werden soll, dass die Verwaltung die Fördermöglichkeiten für das Bauvorhaben zu prüfen hat.

Josef Geitner regte daraufhin an, die ursprüngliche Planung aus November 2015 mit in die Entscheidung einzubeziehen.

Erich Wagner (Aktive Bürger Bad Abbach) möchte auch einen Neubau, schlug aber vor, die Förderung durch die Gemeinde im Rahmen der Vereinsförderung auf 10 Prozent zu setzen und die restlichen Kosten sollten die Dünzlinger Vereine übernehmen, die von dem Neubau profitieren.

Bettina Grünewald (Zukunft Bad Abbach) war ebenfalls für einen Neubau nach der Planung von November 2015.

Hildegard Bartl (CSU) wies darauf hin, dass bei Sanierungsplanung die Toiletten im Obergeschoss vorgesehen sind und keine Behindertentoilette berücksichtigt worden ist. Wie teuer aber ein nachträglicher Bau einer behindertengerechten Toilettenanlage werden kann, habe erst die Vorstellung der Planung für eine behindertengerechte Toilette beim Marktplatz ergeben, so Hildegard Bartl.

Erich Wagner bestand weiterhin darauf, dass die Dünzlinger Vereine an der Finanzierung beteiligt werden sollten und Siegfried Schneider stimmte dieser Ausführung zu.
Bei der anschließenden Abstimmung wurde von den Marktgemeinderäten dann die Sanierung des alten Schulhauses abgelehnt und beschlossen, dass auf Grundlage der Planung vom November 2015 eine weitere Planung erfolgen soll.