Kostenangebot für Installation und Unterhalt ist immens

WC Bad AbbachSchon länger steht im Raum, dass im Versorgungshaus am Mühlbach-Parkplatz eine öffentliche Toilette für Behinderte installiert werden soll.


Während der März-Sitzung stellten die Behindertenbeauftragten der Marktgemeinde, Christian Hanika von der Fraktion der Freien Wähler, und Hildegard Bartl (CSU), den Marktgemeinderäten ein Kostenangebot vor, das der Mitarbeiter der unterbreitenden Firma, Thomas Kreckel, den Räten dann präzise präsentierte. Die Firma Hering-Bau hat sich auf die Installation und das Betreiben von öffentlichen Automatik-WC-Anlagen spezialisiert, angefangen von der Planung und Entwicklung über die Finanzierung bis zur Wartung. Eingebaut würde eine „unkaputtbare“ WC-Zelle aus Edelstahl, im Hinblick auf Vandalismus sehr wichtig, mit elektrischer Sensorsteuerung, Abluftanlage, Elektrofußbodenheizung und automatischer WC-Brillen-Reinigung. Eine tägliche Reinigung, also auch samstags und sonntags, könnte vereinbart werden. Der Arbeitskreis „Barrierefreies Bad Abbach“ befürwortete im Vorfeld bereits das vorgelegte Konzept, was jedoch nur mit einem immensen Kostenaufwand für die Gemeinde verwirklicht werden könnte: Die komplette WC-Anlage würde mit 75.400 Euro zuzüglich der Mehrwertsteuer, also mit rund 90.000 Euro, zu Buche schlagen. Monatlich müssten für die Wartung und Reinigung dann circa 2.000 Euro inklusive einer Finanzierung des Gesamtaufwandes zur Errichtung bezahlt werden.
Bei der nach der Präsentation folgenden Diskussion meldete sich Markträtin Elfriede Bürckstümmer (SPD) mit einer grundsätzlichen Bemerkung zu Wort. Bemängelt wurde von ihr, dass in der Vergangenheit vor Beschlussfassung bei Baumaßnahmen und ähnliches über 15.000 Euro an finanziellem Aufwand immer Vergleichsangebote eingeholt worden waren. Im vorliegenden Fall fehle aber ein solches: „Der Marktgemeinderat ist kein Abnickverein!“ Auch Ferdinand Hackelsperger jun. (Zukunft Bad Abbach) riet dazu, bevor es zu einer Vergabe der Baumaßnahme kommt, anderen Unternehmen die Möglichkeit einzuräumen, ein Angebot abzugeben. Ihm sei bekannt, dass in Riedenburg eine ähnliche Toilettenanlage für Behinderte wesentlich günstiger errichtet werden konnte. Schlussendlich beschlossen die Räte mit Zweidrittel-Mehrheit, weitere Angebote einzuholen.