Landrat spricht mit der Enkelin der tödlich Verunglückten

Haltestelle1

Aufgrund des schrecklichen Unfalls auf der Staatstraße am Shoppingcenter Bad Abbach bat der Kurier um Stellungnahme des Landratsamtes zur Verkehrssituation. Pressesprecher Heinz Müller antwortete:

„Am 24.06.2015 erfolgte eine Verkehrsschau mit Vertretern der Polizeiinspektion Kelheim und dem Staatlichen Bauamt Landshut, aufgrund einer Anfrage von Herrn Schneider beim Markt Bad Abbach und einer anschließenden Anregung beim Landratsamt. Dabei wurde die Bushaltestelle mit Querungshilfe besichtigt und eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Das Ergebnis war, dass die Querungshilfe mit der Haltestelle grundsätzlich verkehrstechnisch den funktionellen Anforderungen entspricht und beschilderungstechnisch in Ordnung ist. Zudem waren bisher keine konkreten Verkehrsgefährdungen bekannt geworden.

Die Untere Straßenverkehrsbehörde wird nach Vorlage des Unfallberichts im Rahmen der Unfallkommission (bestehend aus Unterer Straßenverkehrsbehörde, Staatlichem Bauamt Landshut und der Polizeiinspektion Kelheim) sowie in Zusammenarbeit mit dem Markt Bad Abbach und der RBO Regensburg eine Auswertung des Gutachtens vornehmen. Nach Auswertung des Gutachtens erfolgt eine Prüfung, ob und gegebenenfalls welche Schritte zu unternehmen sind.“

Landrat Dr. Hubert Faltermeier nahm sich die Zeit, die Anliegen der Hinterbliebenen von Maya Spasskaya in einem persönlichen Gespräch anzuhören. Die Enkelin der Verunglückten, Katya Stahl, hat das Gesprächsergebnis in eigenen Worten schriftlich dem Kurier wiedergegeben:

 

- Bis jetzt seien keine Voraussetzungen für eine sofortige Geschwindigkeitsbegrenzung vorhanden, ebenso sei keine Ortsschildversetzung möglich, da 2010-2011 eine Verschärfung des Gesetzes rausgekommen sei, die andere Beispiele im Landkreis seien nach der alten Regelung, Fußgänger und Autofahrer sollen besser aufpassen.

- Die Unfallhäufigkeit ist eine der Voraussetzungen für die Änderung und das ist in diesem Fall nicht gegeben, die Hinweise aus der Bevölkerung über mehrere Gefahrensituationen seien nicht von Bedeutung.

- Die Haltestelle und die Querungshilfe seien regelgerecht ausgebaut, der Unfall sei ein Einzelfall, man warte die Ergebnisse der Unfallgutachtens ab, danach wolle die Unfallkommission entscheiden, ob und ggf. was zu machen sei...

- Auf die Hinweise bezüglich weiteren mit der Haltestelle verbundenen Gefahren (Fußgänger müssen unweigerlich auf die Straße, wenn sie hinter dem Bus auf die andere Seite gehen wollen, da die Querungshilfe versetzt liegt), die durch die Änderung vermieden werden können, wurde nicht eingegangen, weil es nicht der Gegenstand des Unfalls gewesen sei und dass die Fußgänger warten sollen, bis der Bus wegfährt und erst dann über die Straße gehen.

-Eine Haltestellenbeleuchtung sei nicht vorgeschrieben, genauso wie ein Bushaltestellenhäuschen.

- auf Anfrage meines Mannes, ob zumindest ein Schild "Fußgänger quert" möglich ist, war die Antwort, dass es nicht möglich sei und dass es nichts bringen wird, weil es von den Autofahrer nicht wahrgenommen wird und dass die Querungshilfe ausreichen solle und die Autofahrer somit rechnen können, dass jemand über die Straße geht.

- auf den Hinweis, dass die Verkehrszeichen im Bereich der Querungshilfe eine Sichtbehinderung darstellen, wurde nicht eingegangen, es sei alles regelgerecht ausgebaut.

- es wurde kurz das Programm 2020 erwähnt, in der es um die Querungshilfen geht, konkrete Möglichkeiten in Bezug auf den jetzigen Fall wurden jedoch nicht benannt, nur wurde zum wiederholten Male auf das Unfallprotokoll verwiesen.

Am Dienstag, 26. Januar, wird sich der Marktgemeinderat im öffentlichen Teil der Sitzung mit der Verkehrssituation ebenfalls befassen.