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120 Pflegende aus ganz Süddeutschland tauschen sich beim Fachtag in Landshut aus
Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl (2. v. li.) im Kreise der Veranstalter und Gastgeber (v.re.): Bernhart Leutert-Scholler, Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für leitende Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Claudia Knab, Pflegedirektorin am BKH Landshut, Dr. Dietmar Eglinsky, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am BKH Landshut und Hans-Ulrich Neunhoeffer, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes kinder- und jugendpsychiatrischer Kliniken und Abteilungen e.V. (Foto: Dieter Schmid-Hermann/Bezirkskrankenhaus Landshut)Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl (2. v. li.) im Kreise der Veranstalter und Gastgeber (v.re.): Bernhart Leutert-Scholler, Leiter der Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für leitende Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Claudia Knab, Pflegedirektorin am BKH Landshut, Dr. Dietmar Eglinsky, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am BKH Landshut und Hans-Ulrich Neunhoeffer, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes kinder- und jugendpsychiatrischer Kliniken und Abteilungen e.V. (Foto: Dieter Schmid-Hermann/Bezirkskrankenhaus Landshut)
Mehr als 120 Pflegende aus ganz Süddeutschland trafen sich jetzt in Landshut zum überregionalen Austausch und zur fachlichen Fortbildung. Gastgeber des „15. Süddeutschen Fachtags für den Pflege- und Erziehungsdienst der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ war das örtliche Bezirkskrankenhaus. Pflegedirektorin Claudia Knab begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl dankte den Anwesenden für ihr Interesse: „Da Sie in einem noch recht jungen Feld tätig sind, das sich rasant entwickelt und stets neue Ansätze hervorbringt, ist diese Art der Fortbildung besonders wichtig.“ Er verwies auf die großen Investitionen des Bezirks Niederbayern als Träger der stationären Psychiatrie und betonte: „Wir wissen genau, dass dies absolut notwendig ist.“ Dabei machte er auf den steigenden Behandlungsbedarf aufmerksam: „Besorgniserregend ist ganz besonders die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen.
Hier steigen die Fallzahlen und die Aufnahmen zur Krisenintervention stetig an.“ Darum werde auch in den nächsten Jahren weiter investiert, insbesondere in dezentrale Angebote wie die neue psychiatrische Institutsambulanz in Zwiesel, die 2020 eröffnet werden soll. Die Teilnehmer des Fachtags ermutigte er, trotz gesamtgesellschaftlicher Diskussionen über Ursachen steigender Fallzahlen und Finanzierbarkeit den Blick für das einzelne notleidende Kind nicht zu verlieren. Denn im Akutfall seien solche Diskussionen zweitrangig: „In dem konkreten Moment, in dem ein Kind Hilfe benötigt, geht es nicht um gesamtgesellschaftliche Analysen, sondern um eine möglichst praxisnahe Unterstützung, damit wir diese Kinder und Jugendlichen nicht ‚verlieren‘.“

Verantwortung, Verständnis, Vertrauen und Verpflichtung
Für die Veranstalter hob Bernhart Leutert-Scholler, der Leiter der „Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für leitende Mitarbeiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Pflege- und Erziehungsdienstes“ die Bedeutung guter Mitarbeiterführung hervor: „Mitarbeiter, denen der Angstschweiß schon auf der Stirn steht, lösen bei unseren Kunden eher Mitleid als Begeisterung aus.“ Stattdessen sollten sich Vorgesetzte auf die „4-V-Regel“ besinnen: Verantwortung, Verständnis, Vertrauen und Verpflichtung. Allen Beschäftigten in Krankenhäusern legte er eine Service-Grundeinstellung ans Herz. Diese bedeute keinesfalls ein „Immer mehr“ an Angeboten, sondern die richtigen Angebote. Was das richtige Angebot sei, müsse jedes Unternehmen selber herausfinden. Klar sei aber: „Exzellenter Service hilft dem Kunden und macht ihm das Leben leichter.“ Wichtig sei, Patienten und Angehörige nie als Störung im eigenen Arbeitsablauf zu sehen, und vor allem den allerersten Kontakt professionell und wertschätzend zu gestalten.
In drei Vorträgen beleuchteten die Referenten ganz unterschiedliche Themenfelder. Während Chefarzt Dr. Dietmar Eglinsky über „Jungs und ihre Väter“ sprach, referierte Oliver Kröger über die vor wenigen Jahren in Nordrhein-Westfalen neuentwickelte Hilfe-App „Between the lines“ und Heike Barthruff sprach über „Was ist eine Borderline-Störung“. Anschließend ging es in einen der zehn verschiedenen Workshops von „Ambulanter Familienunterstützung“ bis „Sekundäre Traumatisierung“. Damit ist das psychische Leiden gemeint, das bei Helfern entsteht, wenn sie sich beruflich viel mit belastenden Lebensgeschichten von Kindern auseinandersetzen müssen.
Angefüllt mit neuem Fachwissen und nach einer abschließenden Führung verabschiedeten sich die Pflegenden am frühen Abend in ihre Heimatorte. Der 16. Fachtag wird in einem Jahr in Weinsberg nördlich von Stuttgart stattfinden.

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