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SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller im Gespräch mit der Nachbarschaftshilfe Neufahrn
v.l.: Vera Menzel, Gitte Völkl, SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller und der Bürgermeister von Neufahrn -Peter Forstner (Foto: SPD-Niederbayern)v.l.: Vera Menzel, Gitte Völkl, SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller und der Bürgermeister von Neufahrn -Peter Forstner (Foto: SPD-Niederbayern)
„Zu Hause daheim“ ist das Motto der Aktionswoche des Bayerischen Sozialministeriums. Hier sollen konkret Fragen erörtert werden, wie man selbst einmal im Alter leben möchte und welche Unterstützungsformate notwendig sind, um möglichst lange selbstbestimmt leben zu können. Oft scheitert der Alltag für Seniorinnen und Senioren an einfachen Dingen, wie mangelnde Mobilität oder Unterstützung im Alltag. Die Nachbarschaftshilfen, die sich bayernweit gegründet haben, geben darauf eine Antwort. Deshalb suchte die Pfeffenhausener Landtagsabgeordnete Ruth Müller das Gespräch mit der Nachbarschaftshilfe Neufahrn, die sich als erste im Landkreis Landshut im Jahr 2015 gegründet hatte. Die Initiative ging von Gitte Völkl und den Unterstützerinnen der AWO wie beispielsweise Vera Menzel aus, erzählt Gitte Völkl im Gespräch mit der Abgeordneten und Bürgermeister Peter Forstner. Er habe das Thema auch in der Kommunalwahl 2014 im Portfolio gehabt und nach seiner Wahl als Bürgermeister versucht, hier etwas auf den Weg zu bringen. Die Gemeinde unterstützt die Nachbarschaftshilfe auch durch die Trägerschaft, die Übernahme der Telefonkosten und bei der Öffentlichkeitsarbeit. „Außerdem laden wir alle 17 Ehrenamtlichen der Nachbarschaftshilfe einmal im Jahr zum Essen ein, um unseren Dank und unsere Wertschätzung auszudrücken“, so Forstner.
„Eigentlich bin ich immer in Rufbereitschaft“, erklärt Gitte Völkl. Das Handy ist ihr wichtigster Begleiter, denn immer wieder rufen die Neufahrner Bürgerinnen und Bürger an, um Unterstützungsbedarf anzumelden. „Wir haben sehr viel Kompetenz und Leidenschaft in unserem Team, das macht uns so flexibel“, erläutert sie die vielfältigen Aufgaben. So helfe man beispielsweise beim Ausfüllen von Formularen, bringe Menschen zum Einkaufen oder zum Friseur oder zur Lebensmittelausgabe bei der Tafel. „Da es in Neufahrn keine Fachärzte gibt, fallen auch immer wieder Fahrten zu Augenärzten, Orthopäden oder zur Krankengymnastik an“, ergänzt der Bürgermeister. Die Fahrdienste machen etwa dreiviertel der Einsätze aus, erklärt Gitte Völkl, die akribisch Statistik führt und alle Einsätze nicht nur koordiniert sondern auch dokumentiert. Am vergangenen Montag seien 26 Anrufe auf ihrem Handy angekommen, die sie beantworten oder koordinieren konnte. Alleine im vergangenen Jahr habe man rund 5.000 Kilometer zurückgelegt, um die zumeist Senioren und Seniorinnen zu den notwendigen Terminen oder Veranstaltungen zu bringen. „Hier wird schnell und unbürokratisch geholfen“, bestätigt Vera Menzel. Damit können unsere älteren Mitbürger*innen länger zuhause leben, weil wir ihnen dabei helfen. „Eine beeindruckende Inititiave“, zeigte sich die Landtagsabgeordnete Ruth Müller beeindruckt. Diese Art von ehrenamtlicher Unterstützung sollte in jeder Gemeinde Schule machen, denn sie ermöglicht es zum einen, dass Menschen mit ihren Talenten und Fähigkeiten auch im Ruhestand eine sinnstiftende Aufgabe haben und Kontakte pflegen können. Zum anderen werde jenen geholfen, die schon etwas älter sind und auf gelegentliche Unterstützung angewiesen sind.

Ruth Müller, MdL