Trägerverein tagte und brachte neue Projekte auf den Weg – Rita Röhrl neue Besitzerin im Verein
Stellten die Weichen für das kommende Jahr in der Europaregion Donau-Moldau: Die Mitglieder des Trägervereins mit Vorsitzendem Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (6. v. l., Reihe hinten) (Foto: Melanie Bäumel-Schachtner)Stellten die Weichen für das kommende Jahr in der Europaregion Donau-Moldau: Die Mitglieder des Trägervereins mit Vorsitzendem Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (6. v. l., Reihe hinten) (Foto: Melanie Bäumel-Schachtner)
Der Trägerverein der Europaregion Donau-Moldau hat diese Woche in Pfarrkirchen die Weichen für das kommende Jahr gestellt. So wurden neue Projekte auf den Weg gebracht. Besonders will sich der Trägerverein im kommenden Jahr um Social Media für die drei Europaregion-Länder Bayern, Österreich und Tschechien sowie ein grenzüberschreitendes ÖPNV-Projekt bemühen. Beides wurde, ebenso wie der Wirtschaftsplan für das kommende Jahr einstimmig abgesegnet. Die Sitzung führte Trägervereinsvorsitzender und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. Neu in den Trägerverein wurde als Beirätin Regens Landrätin Rita Röhrl gewählt.
Die verantwortlichen Mitarbeiterinnen Barbara Daferner, Verena Pfeffer und Jaroslava Pongraz berichteten von einer Fülle von Aktivitäten in diesem Jahr, von der Öffentlichkeitsarbeit bis zur deutsch-tschechischen Unternehmerbörse und dem umfassenden Beratungsangebot für Firmen diesseits und jenseits der Grenze. Sie kündigten für 2019 viele Initiativen an, um die grenzüberschreitende Arbeit noch zu verbessern. Dies segneten die Trägervereinsmitglieder, die zahlreich zur Sitzung gekommen waren, ebenso ab wie die Geschäftszahlen des Vorjahres und den Wirtschaftsplan für 2019, den Euregio-Geschäftsführer Kaspar Sammer präsentierte und der ausgeglichene Ein- und Ausgaben darstellte.
Für Trägervereinsvorsitzenden Dr. Olaf Heinrich wird von der Europaregion „ein großes Themenfeld“ bearbeitet. „Wir arbeiten aktiv daran, dass die Unternehmen im Grenzraum enger zusammenarbeiten und damit Arbeitsplätze erhalten bleiben und neu entstehen“, so Heinrich. Wichtig sei, so der Bezirkstagspräsident in seinem Bericht, sich auch weiterhin auf großzügige Unterstützung des Freistaates Bayern verlassen zu können. Eine große Anzahl von geförderten Projekten sei zustande gekommen durch die Europaregion Donau-Moldau, unterstrich Heinrich die Bedeutung des Zusammenschlusses von sieben Regionen. „Alleine an die Hochschulen in Niederbayern fließen rund 20 Millionen Euro an Fördermitteln“.
Heinrich blickte zurück auf zwei Termine in Brüssel, bei denen es um die Gründung eines EVTZ (Europäischer Verbund territorialer Zusammenarbeit) in enger Abstimmung mit dem Spitzenkandidaten der Konservativen für die Europawahl 2019 Manfred Weber ging. Dieser befürworte diese eigene Rechtspersönlichkeit der Europaregion Donau-Moldau, um künftig gemeinsam noch besser an EU-Fördergelder zu kommen. Erst habe bei den Beteiligten Skepsis geherrscht, die sich aber deutlich reduziert habe. „So ein EVTZ soll nicht dem Freistaat Kompetenzen abnehmen, sondern zusätzliche Fördermittel einbringen“, machte der Bezirkstagspräsident deutlich. In Kürze tage das Präsidium der Europaregion. Dabei sollen als weitere Schwerpunktthemen der Tourismus und die Gesundheitsversorgung im Europaregion-Raum auf den Weg gebracht werden, gab Heinrich Einblick.
Stellvertretender Trägervereinsvorsitzender und Landrat von Passau Franz Meyer dankte dem Vorsitzenden für sein Engagement und betonte, die Entscheidung, die Arbeit für die Europaregion auf den Bezirk zu übertragen, sei eine gute Entscheidung gewesen. „Wir müssen uns aufstellen, um auf gleicher Höhe mit den Metropolregionen agieren zu können“, machte Meyer deutlich. Zusammen könne man mehr erreichen. Passaus zweiter Bürgermeister Urban Mangold wünschte sich einen Fokus auf erneuerbare Energien. Hier geschehe schon sehr vieles und das Thema werde im Auge behalten, erklärte Heinrich.
Als neue Beisitzerin des ausgeschiedenen Michael Adam wurde Regens Landrätin Rita Röhrl gewählt. Die Schriftführung wechselt von Passau nach Deggendorf. Die Entscheidungen fielen einstimmig, ebenso wie bei den künftigen Projekten, die 2019 auf den Weg gebracht werden sollen. So soll die Social Media-Arbeit grenzüberschreitend verstärkt werden und vor allem drei Plattformen, nämlich Facebook, Instagram und Youtube, genutzt werden – in zwei Sprachen. Themen sollen Wirtschaft, Wissenschaft, Tourismus, Kultur, Sport, Gesellschaft und alltägliche Themen sein, um gerade eine junge Zielgruppe anzusprechen. Dafür wird eine Teilzeitstelle geschaffen. Zudem gibt es eine neue Personalstelle zum Projekt „Grenzüberschreitender Verkehr“. Hier soll vor allem dem ÖPNV in den Grenzregionen verbessert werden.
Euregio-Geschäftsführer Kaspar Sammer stellte dem Gremium außerdem noch die ersten Informationen zur voraussichtlich zukünftigen EU-Förderpolitik für die grenzüberschreitende und internationale Zusammenarbeit nach 2020 vor. Für sieben Jahre soll der neue Förderzeitraum gelten. Sammer erklärte, die Neuausrichtung der politischen Förderziele der EU sei im Grunde für die Grenzregion nicht negativ, man müsse aber darauf reagieren. „Die Bedeutung der transnationalen Zusammenarbeit wird beispielsweise zunehmen, hier wurden die Mittel deutlich erhöht und hier müsse man sich noch stärker aufstellen. Transnational bedeute für die Region die Förderung des Donauraums und vielleicht zukünftig auch des Alpenraums. Es ist eine weitere echte Chance, ebenso der in Zukunft sehr wichtige Bereich der Innovationszusammenarbeit in Europa. Um uns um europäisches Geld zu kümmern, wäre die Gründung eines EVTZ für die Europaregion durchaus sehr sinnvoll.“

Der Bezirk Niederbayern:
Mit den anderen sechs bayerischen Bezirken bildet der Bezirk Niederbayern die dritte kommunale Ebene. Das Bezirksgebiet umfasst neun Landkreise, drei kreisfreie Städte und eine Große Kreisstadt. Die Kernaufgaben umfassen die Bereiche Soziales, Gesundheit, Kultur- und Heimatpflege, Bildung und Jugend sowie die Fachberatung für Fischerei. Als überörtlicher Träger der Sozialhilfe unterstützt der Bezirk Pflegebedürftige, Senioren und Kranke sowie Menschen mit Behinderungen, die auf Hilfeleistungen angewiesen sind. Mit dem Bezirksklinikum Mainkofen sowie den Bezirkskrankenhäusern Landshut, Straubing und Passau sichert der Bezirk die psychiatrische Versorgung Niederbayerns. Der Bezirk Niederbayern ist auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region: Insgesamt sind für den Bezirk und seine Einrichtungen rund 2.900 Mitarbeiter tätig. Dazu gehören neben den Bezirkskrankenhäusern auch schulische Einrichtungen wie das Institut für Hören und Sprache in Straubing sowie das Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn.